24. Januar 2012 von Carola Muysers
World-Women
Immer wieder schauen wir über Berlins Tellerrand. Denn da gibt es Frauen, die nicht nur die Hauptstadt, sondern die ganze Welt bewegen. This post is dedicated to C:
Johanna Bertha Julie Jenny Marx, geborene von Westphalen (1814-1881), war Sozialistin und Ehefrau von Karl Marx. Die schöne „Ballkönigin von Trier“ hatte keinen Bock auf die gute Ehe-Connection mit der männlichen Trierer Prominenz. Entgegen dem väterlichen Wunsch verlobte sie sich mit ihrem Jugendfreund Karl Marx, harrte 7 Jahre aus und heiratete den Heiß-Geliebten 1843. Danach stellte sie zwar ihr Leben in den Dienst ihres alles andere als handsomen Mannes: Sie redigierte seine Manuskripte, gebar 7 Kinder, verwaltete das väterliche Erbe, musste den Tod ihres kleinen Sohns Edgar überwinden und mit Ausgrenzung und Armut zurecht kommen. Doch sie schrieb auch Kultur- und Theaterkritiken, die Familie konnte ganze Shakespeare-Passagen rezitieren und spielen. Jenny Marx begleitete Karl ins Brüsseler, Pariser und Londoner Exil. Sie führte seine Korrespondenz mit Friedrich Engels, Ferdinand Lassalle u. a, und genoss Ansehen bei seinen Kampfgefährten. Auch Karl Marx legte großen Wert auf ihr politisches Urteilsvermögen. 1860 erkrankte sie an Pocken. Erst die Veröffentlichung von „Das Kapital“ 1867 besserte die finanzielle Situation der Family Marx sprichwörtlich. Nach jahrelangem Krebsleiden starb sie mit 67 Jahren in London. Die Trauerrede hielt Friedrich Engels. In ihrem Salzwedler Geburtshaus ist ihr Memorialkomplex archiviert. Im Garten des Hauses befindet sich Jennys Bronzeplastik des Bildhauers Heinrich Apel.
Don´t forget 2014, it´s Jenny´s year!
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23. Januar 2012 von Carola Muysers
kreative Unternehmer/innen
Nicht, dass sich Berlin-Woman tätowieren lassen möchte. Auch bezahlt sie ihren Business-Class-Flug nach Miami aus eigener Tasche, hängt nicht ständig in den Ferienwohnungen von Kumpels auf Mallorca, Noderney, in Florida, Italien oder New York herum oder unterhält ein “Fremdheim” in Großburghausen. Sie möchte ihrem Bundespräsi nur mal was stecken. Denn was sind:
- 1 Schmuddel-Darlehen für ein gruseliges Eigenheim in der Hannoveraner Pampa
- 1 überteuerte Anzeigenkampagne für ein Buch über die Wahrheit
- 1 misslungene Kuppelei von VW mit Porsche
- 1 Telefonnötigung, um der Schwatz-Presse unseres Landes den Mund zu verbieten
anderes als Kapriolen eines politischen Akteurs, dem es offensichtlich an einem guten weiblichen Rat fehlt? Wäre ich Frau Wulff, würde ich mich nicht mit geliehenen Kleidern, Hütten und Reisen zufrieden geben, sondern beim ehelichen Schäferstündchen zärtlich flüstern:
Herzallerliebster,
- Hier sind deine Geschäftsbücher!
- Auf Facebook kannst du kostenlos für Bücher werben!
- Ich will eigene Fummel und ´ne eigene Butze!
- Hier ist ein Prospekt über Basiskurse in Unternehmenskultur und -ethik!
Und bitte:
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22. Januar 2012 von Carola Muysers
Die blaue Stunde

Penthesilea und die Stücke des Achill, Mischtechnik auf Kokosnusspapier, 56,5 x 76,5 cm, Matthias Taube 2011
Am Sonntag gibt´s auf Berlin-Woman immer etwas zum Träumen, Nachdenken, Lächeln. Hier nun die Fortsetzung vom “Falbenclub” der Autorin und Clubberin Cora Fritz. In 4 Folgen hat sie ihre schicksalhafte Begegnung mit dem “Hormonforscher“, dem geheimnisvollen Berlin-Woman-Begleiter festgehalten. Die Erzählung wird von Arbeiten des Hamburger Künstlers Matthias Taube illustriert. Dank an alle Beteiligten! Teil 3:
Der Hormonforscher zögert: “Willst du es wirklich wissen?” Cora will. “Stell Dir vor, ihr Mann, der graue Falbe, stand jeden Tag eine Stunde vor ihr auf, buk einen Teigmantel für sie und verlangte von ihr, diesen über ihrem Gefieder zu tragen. Der Teig war nie ganz durchgebacken, sodass die Federn sich ein wenig verklebten. Selbst ein Abstreifen des Mantels hätte keinen Flugversuch ermöglicht. Sie verlangte im Gegenzug, dass er den Teigmantel mit schwarzer Farbe anstrich, um ein einheitliches Schwarz zu tragen. Jeden Morgen eine Prozedur von zwei, manchmal drei Stunden.” Cora: “Was für ein Opfer! Das war wahre Liebe.” “Nein!” Der Hormonforscher ist außer sich. “Was hat das mit Liebe zu tun? Pure Gewalt hinter bürgerlicher Filben-Falben-Fassade. Er verschaffte ihr Sicherheit für ihre Schriftstellerei und sie, die berühmte ´Schwarze Filbin´, war seine Gefangene.” “Konntest Du Deiner Geliebten helfen?” Jetzt hört sie ihn tief seufzen.
Fortsetzung folgt
Teil 1
Teil 2
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21. Januar 2012 von Carola Muysers
Berlin-Tempelhof

Frozen Hibiscus, Vintage Mode im American Style
“Da gibt es Stoffe aus Brombeeren”, sagt der Besucher, der im Hotel Adlon so schallend über die Handyverzweiflung von Berlin-Woman gelacht hatte. “Hab nur den Korkmantel gesehen”, anwortet Berlin-Woman mit dem wiedergefundenen Handy in der Hand. Nach so viel vorbildlichem Eco im Greenshowroom braucht´s einen Ausgleich. Vintage ist das Zauberwort. Auf geht´s zur Messe “Toast & Jam”:
Vintage deckt das ganze Spektrum von der Trash- bis zur luxuriösen Retromode ab. So vielfältig sind auch die Stände auf der kleinen und sehr angenehmen Messe “Toast & Jam” im C-Club gegenüber vom Flughafen-Tempelhof. Hier finden sich Fashion und Accessoires der 1950er bis 80er, weniger organic denn haltbar und somit “nachhaltig” im eigentlichen Sinn. Berlin-Woman entdeckt Jerseykleider in rosa- türkis-grünem Russendesign, einen gelben Space-Mini mit Reißverschlüssen am Rock (Schwarze Truhe), ein Nachtkleid als Hochzeitsrobe aus weißem Organza mit Umhang und Kapuze (Salonlöwin), eine Versace-Bluse in Schwarz, Pink und Gelb (cache coeur) und kleinteilig gemusterte Männerstrümpfe und -pullover. Nicht nur die Kleidung, auch die Anbieter/innen sind sehenswert. Denn sie leben “Vintage“, wie uns Claudia Urbanek von “Frozen Hibiscus” erklärt. Sie macht schicke Retromode im American Style der 1940er/50er Jahre und ist genauso aufgemacht! Wer “Toast & Jam” besucht, muss auch bei Chloé Revel (not just a label) vorbei. Die Modedesignerin fertigt coole Taschen aus alten Anzugs- und Kleiderstoffen mit echtem Ledergriff. In der kommenden Woche erfahren wir mehr über die Jungunternehmerin.
“Toast & Jam” ist einschließlich heute, den 21.01.2012 geöffnet, ab 22:00 Uhr Closing Party mit Budzillus und der Burleskenkünstlerin Lady Lou
Fashion Week, Teil 1
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20. Januar 2012 von Carola Muysers
Berlin-Women
Sophie Charlotte Herzogin von Braunschweig und Lüneburg (1668-1705) war die Tochter von Sophie von der Pfalz und Kurfürst Herzog Ernst August von Braunschweig/Lüneburg und Königin von Preußen. Mit Ausblick auf eine gewinnbringende, dynastische Eheschließung genoss sie eine religionsübergreifende, frankophile Erziehung. Als 16 Jährige heiratete sie 1684 den Kurprinzen Friedrich von Brandenburg, den späteren Friedrich III. , der sie 1701 zur ersten Königin von Preußen krönte. Zwar gingen aus der Ehe 3 Kinder hervor – darunter der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und Vater Friedrich des Großen - doch war die Verbindung alles andere als glücklich. Bereits mit 20 Jahren führte die Herrscherin ein eigenes Leben auf Gut Lietzow b. Berlin, ihr Mann hatte nur auf Einladung Zutritt. Das Gut wurde von Eosander von Göthe zur dauerhaften Residenz ausgebaut. Dort unterhielt Sophie Charlotte einen freigeistigen Salon, eine Gegenwelt zur spröden Preußenettikette, unter der die Herrscherin zeitlebens litt. Sophie Charlotte war sehr sprachbegabt und musikalisch. Ihre Leidenschaft galt der Philosophie. Ihr engster Gesprächspartner war Gottfried-Wilhelm Leibniz, mit dem sie die Gründung der wissenschaftlichen Akademie zu Berlin im Jahr 1700 initiierte. Sie starb im Alter von nur 36 Jahren an einer Lungenentzündung, ihr Grab befindet sich in der Hohenzollerngruft im Berliner Dom.
Einladung am Samstag, den 21.01.2012 zum SALON SOPHIE CHARLOTTE in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin, 18:00-24:00 Uhr, Eintritt frei. Thema: Arte Fakte. Wissen ist Kunst. Kunst ist Wissen. In Salons im “Salon” diskutieren Sasha Waltz, Johannes Grützke, Peter Bieri u.a. mit Wissenschaftler/innen.
See you there!
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19. Januar 2012 von Carola Muysers
Berlin-Mitte, -Kreuzberg

Bag to Life, die Taschen aus Fallschirmseide des Labels Ehrensache, Foto: Berlin-Woman
Während man(n) auf der Mercedes Benz Fashionweek am Brandenburger Tor von einer “Modestadt” Berlin träumt, zeigen die anderen Schöpfer/innen auf der Berlin Fashion Week 2012 Essentielleres. Berlin-Woman startet mit der Ethical Fashion Show und dem Greenshowroom:
“Sie sahen aus, als wäre einer Katastrophe passiert”, lacht der Herr im Hotel Adlon. Klar, denn das Berlin-Woman-Handy hatte sich stundenlang im Taschenfutter versteckt. Uff, wiedergefunden! Dabei war der Besuch im Greenshowroom, der in der ersten Adlon-Etage in Berlin-Mitte seine Zelte aufgeschlagen hat, und in der Ethical Fashion Show im Ewerk in Berlin-Kreuzberg so richtig entspannt und ergiebig. Unter den fairen, ökologisch und politisch korrekten Anbieter/innen entdeckt Berlin-Woman Altbekannte und neue Fashionist/innen. Hier bedeutet die Mode nicht nur Money, Money sondern auch Berufung, ja LebensKunst. Das ist Berlin-Woman´s Watchlist No 1, zu der es in der kommenden Woche Einzelporträts gibt:
- right-as rain.com mit Seidenhemden, die die Natur kreiiert
- Ehrensache mit federleichten Taschen aus Fallschirmseide
- Milch mit Recycling-Mode aus Männeranzügen
- Göttin des Glücks mit glücksbringenden Prints auf Slips, Skirts & Shirts
- Kaska Hass mit der sagenhaften Wave-Power-Kollektion und ihrer Modenschau am 18.01.2012 im Energieforum
Fortsetzung folgt
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18. Januar 2012 von Carola Muysers
Berlin-Mitte

Bees & Butterflies und Berlin-Woman, Foto: Neumann und Rodtmann
Gleich geht es los. Berlin-Woman ist auf der Fashion-Week. Die Stationen sind die Ethical Show Berlin, der Green Showroom, Show & Order, Toast & Jam. Außerdem besuchen wir Rita in Palma, Nude Pop Up Store, Projektgalerie, Friendly Society Berlin und gehen dann auf Entdeckungstour. Bericht folgt. Wenn ihr ein leuchtendes B seht, ist das Berlin-Woman, die sich freut, euch persönlich kennenzulernen!
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17. Januar 2012 von Carola Muysers
World-Women
Das erste Model der Welt war Marie Vernet, verh. Worth (* 1825). Sie arbeitete um 1850 im Stoffhaus “Gagelin” in Paris, wo sie dem Briten Charles Frederick Worth (1826-1895) begegnete. Man verliebte, verlobte und ehelichte sich 1851. Frederick begann, für die schöne Marie Seidenkleider zu designen, die der Kundschaft ins Auge stach. Auch sie wollte die herrlichen Kreationen, auch sie wollte „Worth“ tragen. Worth erhielt ein Studio im Stoffhaus und wurde damit zum ersten Couturier der Welt. Zuvor nähten ausschließlich Schneider die Kleidung nach den Stoff-, Farben- und Schnittwünschen der Kund/innen. 1858 eröffnete Worth dann sein eigenes Modehaus mit eigenem Label und vier Kollektionen im Jahr. Der große Durchbruch kam mit der Ausstattung der Frau des österreichischen Gesandten in Paris, die er in silbernen Tüll mit rosa Herzen, silbernen Pailletten und Gänseblümchen hüllte. In der Folge ließen sich Kaiserin Eugenie, Sissi und andere weibliche Promis von Worth einkleiden. Maries Aufgabe war das elegante Vorführen, zunächst von Schals und Hüten, dann von den Aufsehen erregenden Gewändern. Sie besuchte die Kunden zu Hause, machte die Präsentationen dann aber zu kleinen Fashion-Shows im Modehaus, auf denen attraktive junge Frauen, “Sosies” oder “Double” genannt, modelten. Aus gesundheitlichen Gründen beendete Marie ihre “Karriere” 1865. Ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Die Marke Worth wurde ein Riesenerfolg. Der “Modeschöpfer der ersten Stunde” entwickelte ein modernes Vertriebsprogramm, verkaufte seine Schnittmuster an ausländische Einkäufer, nähte sein Namensschild ein und kürzte last but not least die Rocklänge der Kaiserinnenrobe um revolutionäre 25 cm!
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16. Januar 2012 von Carola Muysers
Dienstag ist es wieder so weit: Es gibt “Stoff” und dann taumeln hunderte Modejunckies durch Berlin-Mitte und die Berlin Fashion Week. Die Modefarbe? Grau! Aber der Farbkleks da ist Berlin-Woman, die die Mode als gesellschaftlichspolitisches Phänomen liebt und deshalb das ganze Spektakel mitmacht. Sie wird berichten und empfiehlt heute schon mal:
Jenseits der Großen Mercedes Benz Fashion Week, Premium Fashion Trade Show und Bread & Butter Trade Show die Alternativ-Messen:
und die Labels, Designer/innen und Projekte:
more & see you there!
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15. Januar 2012 von Carola Muysers
Die blaue Stunde

Penthesilea und die Stücke des Achill, Mischtechnik auf Kokosnusspapier, 56,5 x 76,5 cm, Matthias Taube 2011
Am Sonntag gibt´s auf Berlin-Woman immer etwas zum Träumen, Nachdenken, Lachen. Vor Weihnachten brachten wir den “Falbenclub” der Autorin und Clubberin Cora Fritz. Hier nun 4 Folgen, in denen Cora ihre schicksalhafte Begegnung mit dem “Hormonforscher“, dem geheimnisvollen Berlin-Woman-Begleiter schildert. Die Erzählung wird von Arbeiten des Hamburger Künstlers Matthias Taube illustriert. Dank an alle Beteiligten! Teil2:
Cora ist tief beeindruckt von der Filbenkunstausstellung. Filigrane Zeichnungen, Drucke von geritzten Acrylglasplatten und sogar ein paar ausdrucksstarke Malereien. Der Hormonforscher lässt Cora nicht aus den Augen und lädt sie danach in ein benachbartes Restaurant ein. Das war geplant. Der Tisch ist reserviert und Cora wird schwindelig. So ein Gefühl hatte sie sehr lange nicht mehr. Zu ihrer eigenen Überraschung fragt sie ihn, ob er schon einmal richtig verliebt war. “Ja, aber es war leider sehr unglücklich. Sie war verheiratet mit einem grauen Falben. Alle nannten sie ´Die Schwarze Filbin´, weil sie eine für Filben ungewöhnliche Bekleidung trug. Sie war außergewöhnlich schön und eine berühmte Schriftstellerin. Für ihre Gedichte wurde sie mit Preisen überhäuft . Alle wussten um ihre Behinderung, nicht fliegen zu können.” Es gab Gerüchte und Mutmaßungen über die wahre Ursache, doch nur ihm, dem Hormonforscher, habe sie in einer Liebesnacht ihr Geheimnis gestanden. Cora hört sich leise seufzen.
Fortsetzung folgt
Teil 1
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