#Girlscandoit. Reparatur, Teil 1: mein Heißwasserboiler

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Diese Rubrik ist für alle gedacht, die nicht sofort für jeden quersitzenden Pups einen Handwerker oder Techniker rufen. Aus Geldgründen, aber auch, um sich selbst zu helfen. Eigentlich für uns Mädels stehen meine Beiträge natürlich auch anderen zur Verfügung. Queeren oder Männern, die in derselben Situation stecken, wie wir. Nämlich: Was tun, wenn z.B. der Boiler ausfällt, eine Wasserpumpe ausgewechselt werden muss, das Mobilfunkgerät nicht mehr funktioniert oder die Heizung nur noch halb läuft. Mein Vorbild sind Alice Herdan und Carl Zuckmayer, die 1937 im amerikanischen Exil in den Bergen von Vermont lebten und dort eine Farm unterhielten. Die hatten auch von nix ne Ahnung und haben es doch geschafft! Teil 1: Heisswasserboiler.

Der Heisswasserboiler. Immer wieder fiel er aus, und irgendwann kam das Wasser nur noch lau aus dem Hahn. Ich habe mir daraufhin die technischen Daten von dem Boiler aus dem Internet heruntergeladen. Dann habe ich einen Aufruf auf Facebook gemacht, der mir ziemlich schnell eröffnete, dass Männer auch keine Ahnung haben. Sie labern aber so lange drumherum, bis man ihnen das verbietet.

Über Internetportale zum Thema konnte ich schließlich die potentiellen Fehlerquellen sondieren: Verkalkung der Heizstäbe oder das Sicherheitsventil, das bei Gefahr den Heizvorgang stoppt. Hab den Boiler aufgemacht, er hat eine ganz simple Plastikverschalung. Ja ich weiß, das ist Starkstromtechnik. Deshalb ACHTUNG: Sicherung vorher rausdrehen und nicht vergessen wieder reinzudrehen. Heizstäbe weiss ich wo die sind, die sieht frau nämlich. Hab drauf rumgeklopft. Da der Boiler daraufhin kurzzeitig wieder lief, wusste ich, die Stäbe sind okay.

Sicherheitsventil, Sicherheitsventil, wo ist das denn? Zwischenzeitlich, ich spreche hier von zwei Wochen, in denen der Boiler mal lief und mal nicht, habe ich mir Youtube Videos angeguckt, wo sich Männer damit brüsten, dass sie den Boiler durch den Wasserdruck der Dusche wieder angeworfen hätten. Ich fasse mir an den Kopf und suche selbst weiter nach der Fehlerquelle. Leuchte den Boilerkasten aus, gucke mir die Kabel an und die Verläufe der Rohre, Kalt- und Heisswasserzulauf. Sieht alles gut aus. Vorsorglicherweise nehme ich den Staubsauer, und sauge mal alles ab. Kann doch auch durch Staub und Dreck kommen, dass das Ding nicht mehr läuft. Schaden tut es auf jeden Fall nicht.

Mittlerweile habe ich den Schaltplan eines Heisswasserboliers von einer Klempnerplattform im Internet gefunden und runtergeladen. Und habe im Innendeckel des Boilers einen weiteren kleinen Plan gefunden. Da stand eine „Reset“-Taste vermerkt. Das ist womöglich das Sicherheitsventil? Plötzlich fiel mir aus einem kleinen Stecker das Kabel entgegen, das mit dem Temperaturregler am Deckel verbunden ist. Ein rotes Lämpchen blinkte auf, da war also die Fehlerquelle. Hab den Stecker vorsichtig wieder reingeklemmt, das Blinken hörte auf. Hab dann die Resettaste, auch son Winzding, mit einem Winzschraubenzieher betätigt.

Erst tat sich nix. Und dann, ihr glaubt es nicht, hatte ich wieder heisses Wasser auf allen Leitungen. Und bis jetzt.

Das Duschen mit der Gießkanne war aber auch sehr schön. Es erinnerte mich an meine Kindheit.

 

 

 

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