Berlin-WoMen: Carl Blechen (29.07.1798-23.07.1840), Vorreiter der Impressionisten

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Carl Blechen, Selbstportrait, Öl/Lw./Pappe, 26 x 20 cm, 1825, Alte Nationalgalerie. File: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Carl_Blechen_Selbstbildnis.jpg
Carl Blechen, Selbstportrait, Öl/Lw./Pappe, 26 x 20 cm, 1825, Alte Nationalgalerie. File: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f2/Carl_Blechen_Selbstbildnis.jpg

Carl Eduard Ferdinand Blechen (29.07.1798-23.07.1840) hat die deutsche Landschaftsmalerei revolutioniert. Sein realistischer Blick auf die Natur war erfrischend anders als der idealisierende Blick seiner romantischen Kollegen. Der gelernte Bankkaufmann wurde Professor für Landschaftsmalerei an der Berliner Akademie der Künste. Am 29.Juli war sein Jahrestag. Happy birthday and thank you!

Neben Caspar David Friedrich ist es Carl Blechen, der die deutsche Landschaftsmalerei maßgeblich geprägt hat. Er befreite sie aus den idealisierenden und idealistischen Fängen der Romantik. Blechen malte das, was er sah: sonnendurchflutete Landschaften kombiniert mit Architektur. Und das konnte auch schon mal ein Fabrikschlot als Zeichen der aufkommenden Industrie sein.

Carl Blechen stammt aus Cottbus, wo er in einfachen Verhältnissen aufwuchs. 1805-15 besuchte er das Lyzeum und nahm Zeichenunterricht beim Maler Christian Gottlieb Lemmrich. Damit war der Grundstein für seine Kunst und sein Kunstschöpfen gelegt.

Doch bevor er sich für diese Karriere entschied, musste er den „Weg der Vernunft“ gehen. 1814-1822 absolvierte er eine Banklehre und einen einjährigen Militärdienst. Dann arbeitete er kurz als Kassenführer und Disponent im Bankhaus Koehne, in seiner Freizeit malte er. Womöglich trieb ihn der Selbstmord seines Vaters im Jahr 1821 dazu, die „Branche zu wechseln“ und seiner Bestimmung zu folgen. Ab 1822 nahm er ein Kunststudium an der Berliner Akademie der Künste auf, ab 1823 besuchte er die Landschaftsklasse von Prof. Peter Ludwig Lütke.

Auf seiner ersten Studienreise nach Dresden und in die Sächsische Schweiz lernte Blechen Johan Clausen Dahl und vermutlich auch Caspar David Friedrich kennen. Weitere Reisen führten ihn an die Ostsee (1828), nach Italien (1828-29), in den Harz (1833) und nach Paris (1835). Auf den Reisen fertigte Blechen zahlreiche Freilichtskizzen an, nach denen er im Atelier dann seine Landschaftsgemälde komponierte. Einen besonderen Impuls gab ihm die Italienreise. Man kann sagen, dass er sich hier zum ersten Pleinairmaler Deutschlands entwickelte – und das in einer Zeit, in der man eine solche Malerei noch nie gesehen hatte, geschweige denn verstehen konnte. Blechen wurde Vorreiter der Impressionisten und Naturalisten, die 80 Jahre später zum Zug kommen sollten.

1824-27 verdiente der Künstler sein Geld als Bühnenmaler am neu eröffneten Königsstädtischen Theater am Berliner Alexanderplatz. In diese Zeit fallen auch sein Debüt auf der Akademie-Ausstellung, die Aufnahme in den Berlinischen Künstlerverein und seine Eheschließung mit Henriette-Charlotte Boldt.

1827 wandte sich Blechen ganz der freischaffenden Tätigkeit als Maler zu, er feierte seine ersten Erfolge auf den Akademiausstellungen und unternahm diverse Reisen. 1831 folgten die Berufung zum Professor für Landschaftsmalerei an die Berliner Akademie, der Auftrag für die berühmten Palmenhausbilder durch Friedrich Wilhelm III. und 1835 die Mitgliedschaft in der Akademie der Künste. In den Palmenhausbildern bringt er Detailfreude bei der Gewächshausarchitektur und impressionistische Flüchtigkeit bei den Pflanzen zu einer perfekten Einheit zusammen. Der Pleinairist stellte auf zahlreichen Ausstellungen aus.

Ab 1837 zeichnete sich eine depressive Erkrankung ab. Blechen wurde von seinem Amt beurlaubt und in die Klinik eingewiesen. Er starb mit 42 Jahren, sein Grab befindet sich auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Berlin-Kreuzberg.

Werke von Carl Blechen befinden sich in den Museumssammlungen in Berlin, Schweinfurt, Hannover, Düsseldorf, Wien, Köln, Bremen, München, Leipzig und Hamburg.

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