FairPay – für Gleichheit auf dem Gehaltszettel. Die Berliner Erklärung und die Petition

Solidarity

Fairpay auf Berlin-Woman

Frauen verdienen in Deutschland noch immer deutlich weniger als Männer. Deshalb haben Politikerinnen und Vertreterinnen aus der Wirtschaft am 05.07.2016 das FairPay-Bündnis ins Leben gerufen. Ziel ist eine gerechte und gleiche Bezahlung für Frauen UND Männer an 365 Tagen im Jahr. Damit verbunden ist die FairPay-Petition, die wir hir verlinken:

Mit der Neuauflage des überparteilichen Bündnisses „Berliner Erklärung“ wollen die Initiatorinnen von FairPay Druck auf die Politiker*innen der CDU/CSU der Bundesregierung ausüben. Eine Kampfansage, um endlich die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen. Diese ist im Grundgesetz, Art. 3 Absatz 2 Satz 2, als  staatliches Gleichstellungsgebot festgeschrieben.

Seit 7 Monaten liegt ein entsprechender Gesetzentwurf von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) vor. Gefordert wird hier unter anderem ein Auskunftsrecht über die Lohnstruktur in Betrieben. Angestellte können damit erfragen, wie viel eine anonymisierte Gruppe von Kollegen verdient – und auf dieser Basis dann klagen, wenn sie sich unterbezahlt fühlen. Dieser Anspruch soll nicht nur für Frauen gelten, sondern für alle Angestellten!

Interessant, aber nicht überraschend ist die Stellungnahme der Arbeitgeber. Sie betonen nach wie vor, dass die Berufswahl und nicht das Geschlecht über das Einkommen entscheidet. Da sich Frauen immer noch weniger für technische Berufe interessieren, verdienen sie eben weniger.

Das rührt an eine weitere Forderung des FairPay-Bündnisses: die Aufwertung sozialer Berufe. Es ist an der Zeit darüber nachzudenken, wie wichtig einzelne Berufe sind und welche Bedeutungen sie gesamtgesellschaftlich haben. Das kann nicht in einzelnen Tarifverhandlungen entschieden werden. Es ist eine Aufgabe, die die Bundesregierung zu lösen hat. Sie muss die Fragen beantworten, warum ein Schlosser mehr verdient als eine Erzieherin, oder wieso die Arbeit einer Krankenschwester geringer bezahlt wird als die eines Zahntechnikers.

Frauen verdienen in Deutschland immer noch rund 22 % weniger als Männer, im europäischen Schnitt sind es 16 %. Das will das überparteiliche und überfraktionelle FairPay-Bündniss ändern. Ziel ist die Entgeltgleichheit, damit jede und jeder an 365 Tagen im Jahr sagen kann: „HEUTE werde ich fair bezahlt. HEUTE bezahle ich fair.“

Auch wir können das mit unserer Unterschrift besiegeln. Seit dem 05.07.2016 gibt es die Online-Petition FairPay. Zu den Erstunterzeichnerinnen gehören die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Carola Reimann (SPD) und Cornelia Möhring (Linkspartei), die Vorsitzende des Rechtsausschusses Renate Künast (Grüne), die Unternehmensberaterin Henrike von Platen und Präsidentin der Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR), Monika von Schulz-Strelow, die mit der ersten „Berliner Erklärung“ die Frauen-Quote für Aufsichtsräte vorangetrieben hat.

Online-Petition FairPay

Hier geht es zur Unterschriften-Aktion

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