Berlin-Women: Maria Leo, Musikpädagogin und Frauenrechtlerin, Veranstaltung am 17.06.2016

Berlin-Women

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Maria Leo (18.10.1873-02.09.1942) ist eine Berliner Pianistin, Musikpädagogin und Frauenrechtlerin. Anfang des 20. Jahrhunderts reformierte sie die Musikausbildung und setzte durch, dass Frauen den Beruf der staatlich anerkannten Musiklehrerin erlernen und ausüben konnten. Die Pädagogin wurde von den Nationalsozialisten in den Tod getrieben. Am 17.06.2016 findet eine ihr gewidmete literarisch-musikalische Veranstaltung  in Berlin-Schöneberg statt. Hier erfahrt ihr mehr:

Die Tochter des jüdischen Kaufmanns Philipp Arthur Leo und der evangelischen Pianistin Anna Leo wurde in Berlin geboren. Sie erhielt Klavierunterricht beim Pianisten Wilhelm Blank sowie Theorieunterricht bei Ludwig Bußler und Georg Kulenkampff. Eine Karriere als Konzertpianistin zeichnete sich ab, die Maria Leo 1895 in Berlin startete und 1896/97 als Korrepetitorin in New York fortsetzte. Doch eine physische Einschränkung beendete den Berufswunsch, die Pianistin kehrte zurück und wandte sich der Musikerziehung zu. 1898-1908 übernahm Maria Leo am Berliner Eichelbergschen Konservatorium eine Stelle als Klavierlehrerin.

Parallel dazu verfolgte sie ein Studium an der Berliner Universität in den Fächern Pädagogik, Psychologie, Anatomie und Techniklehre. Aus diesen Bereichen entwickelte sie ein neues Konzept der Musikpädagogik mit dem Ziel einer umfassenden musikalischen Jugenderziehung. In Zusammenarbeit mit Leo Kernsteberg wurden diese Ansätze umgesetzt und Maria Leo machte sich als erfolgreiche Pädagogin einen Namen.

1903 gründete sie in Zusammenarbeit mit Nina Gorter einen Seminarkurs für die Musiklehrerinnenausbildung. 19011 folgte daraus ein Musikseminar im Verband der deutschen Musiklehrerinnen, der ersten offiziellen Einrichtung für eine qualifizierte Musiklehrerausbildung für Frauen. Das Seminar, das in der Pallasstraße in Berlin-Schöneberg angesiedelt war, erlangte Vorbildfunktion, da Maria Leo viele reformorientierte Ausbildungsaspekte mit einbezog.

Die Pädagogin engagierte sich seit 1890 im Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverein (ADLV) von Helene Lange und kämpfte für die Frauen, die bis 1922 nicht an der Berliner Akademie für Kirchen- und Schulmusik zugelassen wurden. Ab dann war ihr Seminar für Musiklehrer*innen offen, wo Maria Leo bis 1933 rund 800 Musiker*innen ausbildete. Parallel dazu wirkte sie auch in der Schulmusik-Reform mit und verbreitete über einen eigenen Verlag die Tonika-Do-Methode zum lebendigen Musikerlernen.

Maria Leo war stellvertretende Vorsitzende des Reichsverbands deutscher Tonkünstler und Musiklehrer und Fachberaterin für den Privatunterricht in der Musik in Berlin. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde ihr Wirken schrittweise zunichte gemacht. Ab 1933 musste Maria Leo ihr Musiklehrer*innen-Seminar aufgeben, ihren Verlag abgeben und die Reichsmusikkammer verlassen. Die Musikreformerin wehrte sich, wurde mit einer Ordnungsstrafe belegt. Ihr Pass wurde eingezogen, so dass ihre Auswanderungspläne fehlschlugen. Als sie zwangsweise in ein jüdisches Altersheim eingewiesen und ins Ghetto Theresienstadt deportiert werden sollte, beging sie am 02.09.1942 Selbstmord.

Am Freitag, den 17.06.2016 findet um 17:00 Uhr die literarisch-musikalische Veranstaltung „Maria Leo – Musikpädagogin und Frauenrechtlerin“ mit Schülerinnen und Schülern der Sophie-Scholl-Schule unter Leitung von Marianne Grenz statt.

Ort: Aula der Sophie-Scholl-Schule, Elßholzstr. 34-37, 10781 Berlin

Mitwirkende: Christine Rhode-Jüchtern, Andreas Eschen, Theda Weber-Lucks, Sibylle Nägele und Joy Markert

 

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Maria Leo, Musikpädagogin und Frauenrechtlerin, Veranstaltung am 17.06.2016

  1. Wer sich mit der Erinnerung an bekannte Frauenrechtlerinnen weiter beschäftigen möchte. Im Rahmen des Jubiläums 160 Jahre St.-Mätthäus-Kirchhof in Schöneberg werden in diesem Jahr auch berühmte Frauenrechtlerinnen geehrt. Diverse Veranstaltungen widmen sich „Frauenpersönlichkeiten, die auf diesem Kirchhof ihre letzte Ruhe gefunden haben“, z.B. Hedwig Dohm, Hilde Radusch, Minna Cauer u.m.
    (Jubiläumsprogramm: http://www.zwoelf-apostel-berlin.de)

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