Berlin-Women: Louise Henriette von Oranien, Kurfürstin von Brandenburg

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Henriette von Oranien
Henriette von Oranien ©Berlin-Woman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Schloßplatz von Oranienburg steht Louise Henriette von Oranien und wacht über das Areal. Die Kurfürstin war als politische Beraterin, Unternehmerin und Wohltätige für Brandenburg tätig. Ein aufreibender Job. Am 08.06. jährte sich ihr Gedenktag, sie starb 1667, vor 349 Jahren!

 

Louise Henriette von Oranien (27.11.jul./07.12.1627greg.-08.06.jul./18.06.greg.1667) ist die Kurfürstin Brandenburgs und Ehefrau des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Sie stammt aus dem Geschlecht Oranien-Nassau und war die Tochter des niederländischen Prinzen Friedrich-Heinrich von Oranien und der deutschen Hofdame Amalie zu Solms-Braunfels.

Louise wuchs im sogen. Goldenen Zeitalter, in Holland auf. In dieser Epoche sorgte das Land für viel Kunst, Kultur und fortschrittliche Techniken. Eigentlich wollte Luise Henriette von Oranien ihren Cousin, den Hugenotten Henri Charles de Trémouille heiraten, der jedoch nicht standesgemäß war. Louise Henriette trennte sich nur schwer von dem geliebten Freund, als Kurfürst Fr. Wilhelm von Brandenburg 1646 auf den Plan trat und aus rein politischem Interesse um die junge Adelige anhielt. Eine seiner Absichten war es, die holländischen Truppen von seinen Besitzungen in Kleve und der Mark abziehen zu lassen.

Das Paar arrangierte sich und führte eine glückliche Ehe. Es unternahm viele Reisen nach Den Haag, Königsberg, Berlin und Kleve, ging gemeinsam auf die Jagd und machte lange Ausritte durch die Besitzungen. Sechs Kinder wurden geboren, von denen nur ein Sohn, Friedrich der erste König Preußens, den Vater überleben und die Krone übernehmen sollte.

Louise Henriette wurde Markgräfin und Kurfürstin von Brandenburg. Sie musste einen eigenen Hof halten, Wohlfahrtsarbeit leisten und für einen männlichen Thronfolger sorgen. Bis 1850 lebte sie in Kleve und hielt engen Kontakt zu ihrer holländischen Familie, dann ging es nach Berlin und Oranienburg. In Berlin sorgte sie für den Umbau des Berliner Schlosses und die Wiederbelebung des zerstörten Lustgartens als Zier- und Nutzgarten mit zahlreichen Wasserspielen.

Der Kurfürst schenkte seiner Frau das „Amt Bötzow“ mit einem askanischen Jagdschloss nördlich von Berlin. Hier entstand dann das Schloß Oranienburg, das der Architekt Johann Gregor Memhardt im holländ. Barockstil errichtete. Für die prachtvolle Ausstattung sorgten vor allem holländische Künstler, darunter Willem van Honthorst, Nicolaus Willing (Wieling), Broderus Mathisen und Ottomar Elliger d. Ä. 1652 wurden Schloß und Ort in „Oranienburg“ umbenannt, wo die Kurfürstin seit 1655 ihre feste Adresse hatte. Sie holte holländische Wasserbauexperten und Siedler nach Brandenburg. Sie kaufte Ländereien an und etablierte Schloss Oranienburg als Mustergut für ganz Brandenburg mit Schäferei, Brauerei, Ziegelei und Molkereiwirtschaft. 1663 richtete Louise Henriette das erste europäische Porzellankabinett im holländischen Stil ein. 1665 stiftete sie ein Waisenhaus in Oranienburg, nachdem ihr Wunsch um weitere Nachkommen mit ihrem Sohn Karl Emil in Erfüllung gegangen war.

Die Kurfürstin war politisch sehr interessiert, sie galt als pragmatische und entscheidungsfreudige Beraterin ihres Ehemanns. z.B. setzte sie sich für die Aussöhnung mit Polen ein und korrespondierte dazu mit der polnischen Königin Luisa Maria. Trotz ihrer schwachen Gesundheit begleitete sie ihren Mann auf die Feldzüge der Nordischen Kriege nach Warschau und nach Jütland in Dänemark. Die ursprünglich gehegten politischen Erwartungen an die Ehe erfüllten sich allerdings nicht, da das Haus Oranien an Einfluß verlor.

Louise Henriette von Oranien starb am 08. Mai 1667 in Berlin-Cölln an Schwindsucht. Seit 1858 erinnert ein Denkmal auf dem Schlossplatz von Oranienburg an die Kurfürstin. Der Bildhauer ist Friedrich Wilhelm Wolff.

P.S. Ihr vis-à-vis befindet sich die Skulptur „die Anklagende“ von Fritz Cremer aus dem Jahr 1948, die die Erinnerung an Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten wach halten soll.

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