gesund leben mit Berlin-WoMan, heute: Lupinen

gesund leben mit Berlin-WoMan

Otto Wilhelm Thomé, Gera 1885, http://biolib.de Lupinus luteus
Otto Wilhelm Thomé, Gera 1885, http://biolib.de
Lupinus luteus

Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dem eigenen Körper. Gesundheit, Wohlbefinden und Fitness sind angesagt. Man gräbt viele alte Hausmittel und -rezepte wieder aus und probiert auch Unbekanntes und Neues. Gabi Helmchen von Berlin-WoMan stellt in loser Folge hilfreiche, interessante und überraschende Lebensmittel und Rezepte zur Stärkung der Gesundheit vor. Heute: Lupinen. 

Lupinen sind hohe Stauden mit lavendel- bis gelbfarbigen Schmetterlingsblüten. Sie sehen nicht nur hübsch aus, ihre Samen dienen als vielfältig einsetzbares Heilmittel und als balaststoffreiches Nahrungsmittel, z.B. als Sojaersatz und als Mehl. 

Lupinensamen waren schon im Alten Ägypten bekannt, man fand sie als Grabbeigaben in Pharaonengräbern. Im antiken Griechenland nutzten sie Ärzte wegen ihrer leichten Verdaulichkeit. Mehr Bedeutung erlangte die Lupine in der Natur- und Volksheilkunde erst mal nicht, da ihr Wirkstoffgehalt sehr schwankte und der Anteil der bitteren Gifte oft zu Erkrankungen von Nutztieren führte.

Erst in den 1920er Jahren gelang die Züchtung von giftarmen Lupinen. Seitdem werden sie vermehrt in der Viehzucht verwendet. heute schätzen sie Vegetarier.innen als Alternative zu Sojaprodukten. Das Lupineneiweiß enthält alle acht essentiellen Aminosäuren, die der Mensch benötigt.

Lupinenmehl ist vielseitig einsetzbar: Dazu werden in den Rezepten 15 % der Mehlmenge durch Lupinenmehl ersetzt. So wird der Kohlenhydratgehalt in Brot, Kuchen, Plätzchen, Keksen, Pfannkuchen, Waffeln etc. gesenkt und die Eiweißqualität gesteigert.

Heilwirkung von Lupinen: blutzuckersenkend, entwurmend, harntreibend, menstruationsfördernd, windtreibend.

Anwendungsbereiche von Lupinen: Blutzuckersenkung, Diabetes, Geschwüre, Hautkrankheiten, Hypoglykämikum, Krätze, Scabies, Tumore, Ulcus, Würmer.

Eigenschaften der Lupine: Eiweißanteil von bis zu 48 %, 1/3 weniger Kohlenhydrate und Fett als Soja, drei Mal so viel Ballaststoffe wie Soja, laktose- und glutenfrei, kein Cholesterin, Mineralstoffe: Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium, zellschützende und krebshemmende Wirkung.

Lupinen-Tipps:

Umschlag: Die Samen mörsern oder quetschen, mit Wasser zu einem Brei verarbeiten; hilft bei Geschwüren und Parasiten, die auf oder in der Haut leben.

Maske: Samenmehl und Wasser oder Limonen-/Zitronensaft zu einem Brei verarbeiten; stärkt und strafft müde und schlaffe Gesichtshaut.

Die Lupinen firmieren oft unter dem Namen Süßlupinen. (nicht weil sie süß sind, sondern weil sie keine Giftstoffe enthalten.) Der Geschmack ist leicht nussig, wesentlich interessanter als Tofu.

Achtung: Keine Samen zur Eigenproduktion aus Lupinen gewinnen. Auch nicht die aus dem heimischen Garten. Ein eventueller Pilzbefall ist gesundheitsschädigend. Außerdem können sie erhebliche Mengen von Giftstoffen enthalten!

Die Serie „Gesund leben mit Berlin-WoMan“:
Avocadokern
Ingwer
Senf
Sekundäre Pflanzenstoffe
Wildbeeren Teil 1
Zimt
Wildbeeren Teil 2
Wildbeeren Teil 3
Heilkräuter I, Petersilie und Thymian
Heilkräuter II, Basilikum und Brennessel
Zwiebel
Knoblauch
Kümmel
Leinsamen

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