Ostertipp: Berlin. Stadt der Frauen. 20 Biografien erzählen Geschichte, mit Bildstrecke

Berlin. Stadt der Frauen

Foto: Manuela Plath
Foto: Manuela Plath

Auf der Pressekonferenz am 16.03. treffen wir Julia von Randow vom Lette-Verein, der maßgeblich die Ausstellung „Berlin. Stadt der Frauen“ konzipiert hat. Über die 150jährige Ausbildungsstätte tut Frau von Randow viel für unsere Stadt. Neben ihr nun 20 historische Frauen, deren Leben und Wirken in einer großen Präsentation im Ephraimpalais ausgebreitet sind. Berlin-WoMan hat sich umgeschaut, mit Bildstrecke:

Bildstrecke: Julia von Randow, Ausstellungsimpressionen, Charlotte Berend Corinth, Marie von Bunsen, Käthe Kollwitz, Louise Schröder u.a. ©Berlin-Woman

Da ist die erste Zoodirektorin in Deutschland Katharina Heinroth (1897 – 1989), die am Zoologischen Institut in Breslau studiert und 1923 als erste Frau promoviert. Nach der Heirat mit dem Ornithologen Oskar Heinroth – Gründer und Direktor des Aquariums im Zoologischen Garten – wird sie kommissarische Leiterin und dann Direktorin des Zoologischen Gartens.

Wir entdecken die erste und bislang einzige Berliner Oberbürgermeisterin Louise Schroeder (1887 – 1957). Die überzeugte SPDlerin zieht 1919 als Abgeordnete in den Berliner Reichstag, gründet die AWO mit und wird nach 1945 zur Bürgermeister in den Berliner Magistrat berufen. 1947 wird sie Oberbürgermeisterin und Symbolfigur bei der Berlin-Blockade 1948.

Wir erfahren von einer der ersten Pilotinnen, Elly Beinhorn (1907 – 2007), die mit 22 den Pilotenschein macht und durch Kunstflugvorführungen und Langstreckenflüge bekannt wird. Als erste Frau überfliegt sie alle Kontinente. Bis ins hohe Alter hat sie sich der Fliegerei verschworen.

Wir lesen von Dora Lux (1882-1959), die zu den ersten Abiturient.innen, Promovent.innen (sie machte ihren Dr. in Altphilologie) und den ersten Gymnasiallehrerinnen Deutschlands gehört. Ab 1922 unterrichtet sie an der Lette-Schule. Die Nazis stellen sie unter Berufsverbot, sie entgeht der Gefahr der Deportation und wird nach dem Krieg wieder Geschichtslehrerin, u.a. unterrichtet sie die bekannte Politikerin Hilde Schramm.

Über 400 Texte, Dokumente, Bilder, Grafiken, ein durchgehendes Ausstellungs- und Raumdesign (von den Grafikern der Lette-Schule entwickelt und umgesetzt) vermitteln uns diese interessanten Wirkungsgeschichten. Sie stehen repräsentativ für die Berlinerin, von der man zurecht sagt, dass sie sich nicht unterkriegen lässt. Und damit Großartiges für Berlin, Deutschland und die Welt geleistet hat und leistet.

So begegnen wir auch Hedwig Dohm (1831-1919) wieder, der Begründerin der Frauenbewegung, die schon vor 150 Jahren die 50 % Frauenquote gefordert hat und 1914 vor den Schrecken des Ersten Weltkriegs warnt. Und eine Auswahl an richtungsweisenden Künstlerinnen: der sozialkritischen Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) u.a. mit ihrem weltberühmten Plakat „Nie wieder Krieg“, der Malerin und Secessionistin Charlotte Berend-Corinth (1880-1967) mit ihrem tollen Bild einer Gebärenden „die schwere Stunde“, der Malerin und Zeichnerin der 20er Jahre Jeanne Mammen (1890-1976), der Bildhauerin Renée Sintenis (1888-1965) und der berühmten Portraitfotografin Gisèle Freund (1908-2000).

Vieles, was schon mal besser war, schnürt uns heute wieder ein. Nicht ohne Grund begrüßt uns am Ausstellungseingang ein hübsches, aber eng geschnürtes Korsett. Das haben die 21 Frauen der Ausstellung abgeworfen und ihr eigenes Ding gemacht. Tun wir es ihnen gleich!

auf Berlin-WoMan:

Käthe Kollwitz

Charlotte Berend-Corinth

Jeanne Mammen

Renée Sintenis

Hedwig Dohm

Gisèle Freund

Dora Lux

Stadt der Frauen. 20 Biografie erzählen Geschichte. Ephraimpalais, Stadtmuseum Berlin, Poststr. 16, 10178 Berlin, Di, Do-So 10:00-18:00 Uhr, Mi 12-20:00 Uhr, Ostern auch geöffnet: Mo, 26.03.: 10-18:00 Uhr, 6/4 €, jeden 1. Mittwoch im Monat frei, mit großem Begleitprogramm, bis 28.08.2016

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