Equal Pay Day, 19.03.2016, Motto: „Was ist meine Arbeit wert?“

Equal Pay Day

Berlin-Woman_Equal-Pay-Day-2014
collage gabi helmchen. ©Gabi Helmchen

Wer glaubt, dass die Gleichberechtigung für Männer und Frauen schon da ist, ist nicht von dieser Welt. Unsere Gesellschaft hat diesbezüglich noch sehr viele Baustellen.  Eine davon ist die ungleiche Bezahlung. Im EU-Durchschnitt verdienen Frauen 17 % weniger, in Deutschland sind es sogar 21,6 %. Darauf weist der Equal Pay Day hin, der dieses Jahr am 19.03. stattfindet. Sein Motto: „Was ist meine Arbeit wert?“ mit dem Schwerpunktthema „Berufe mit Zukunft“. 

Wie viele neue Jahrestage kommt der „Tag für gleiche Bezahlung“ aus den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women erfanden 1988 die Red Purse Campaign als Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Seitdem ist die rote Tasche auch bundesweit zum Symbol des Equal Pay Day geworden. Der BPW ist in rund 100 Ländern vertreten und genießt Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat. Inzwischen findet der Equal Pay Day in über 20 europäischen Ländern statt.

Aus aktuellen Befragungen geht hervor, dass 90 % der Frauen und Männer eine gleiche Entlohnung befürworten. Trotzdem beträgt die Lohnlücke in Deutschland immer noch 21,6 %. Damit liegt Deutschland weiterhin unter den Schlusslichtern Europas. Somit müssen Frauen 79 Tage länger arbeiten, um den gleichen Lohn wie Männer zu erhalten.

Mit der diesjährigen Kampagne zum Equal Pay Day wird eine breite Öffentlichkeit angesprochen. Durch das Motto „Was ist meine Arbeit wert?“ und das Schwerpunktthema „Berufe mit Zukunft“ wird der Fokus auch auf die Wertschätzung gegenüber sozialen Dienstleistungen gerichtet und auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in allen Branchen. Erziehung und Pflege sind zukunftsorientierte Berufe und trotzdem vergleichsweise schlecht bezahlt. Genauso wie Dienstleistungsberufe im Handel, im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Reinigungsgewerbe. Und überall arbeiten überwiegend Frauen.

Ein Instrument, um die Lohnunterschiede zu beseitigen, ist der Mindestlohn. Dazu meint Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, „Der Mindestlohn ist ein wichtiger Schritt für eine existenzsichernde Beschäftigung von Männern und Frauen und wird helfen, die Lohnlücke von unten zu schließen. Zwar werden die vollständigen Auswirkungen voraussichtlich frühestens 2016 sichtbar. Da aber diverse Argumente für eher moderate Beschäftigungseffekte sprechen, stehen die Chancen gut, dass das Datum des Equal Pay Day bald mehr als eine Woche nach vorne rückt!“

Berlin-Woman wird berichten, ob sich dieses tatsächlich 2017 bewahrheitet!

Equal Pay Day 2016

Equal Pay Day 2016 Aktionslandkarte

Business and Professional Women (BPW) Germany

Equal Pay Day WIKI

Equal Pay auf Berlin-Woman

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.