Berlin-Women: Leiko Ikemura. „… und plötzlich dreht sich der Wind“, Teil 1

Berlin-Women

Leiko Ikemura auf Berlin-Woman
Leiko Ikemura auf der Eröffnung ihrer Soloshow am 18.02.2016 ©Berlin-Woman

Leiko Ikemura (*22.08.1951) ist eine japanisch-schweizerische Künstlerin. Ihr künstlerisches Schaffen ist grenzüberschreitend, sie arbeitet in allen Medien: Malerei, Zeichnung, Plastik, Fotografie und Video. Bis zu ihrem 21. Lebensjahr lebte Leiko Ikemura in Japan, dann absolvierte sie bis 1978 ein Studium in Malerei an der Akademie in Sevilla. Derzeit bespielt die Künstlerin das gesamte „Haus am Waldsee“ in Berlin-Wannsee. In zwei Teilen gibt Berlin-WoMan Einblick in Leben und Arbeit sowie in die Ausstellung „und plötzlich dreht sich der Wind“. Hier ist Teil 1:

Nach ihrem Studium in Spanien siedelte Leiko Ikemura 1979 nach Zürich über. Es entstanden erste Gemälde, die sie als solche gelten ließ. 1983 folgte die erste Einzelausstellung im Bonner Kunstverein, dann wurde die Künstlerin 9 Monate lang „Stadtzeichnerin“ der Stadt Nürnberg. Die Gemälde und Zeichnungen, die in dem Kontext entstanden, wurden in einer Einzelschau in der Kunsthalle Nürnberg gezeigt. Es folgte die Beteiligung an der Gruppenausstellung „aktuell 83“ im Lenbachhaus in München.

Das war der Auftakt für zahlreiche Einzel und Gruppenausstellungen, u.a. Kunst mit Eigensinn im Museum des 20. Jahrhunderts Wien (1985), Museum für Gegenwartskunst in Basel (solo, 1987), Made in Cologne mit Martin Kippenberger, Rosemarie Trockel und Sigmar Polke in der Dumont Kunsthalle (1988), Soho Art House NY (1991), Salzburger Kunstverein (solo 1992), Skulpturenpark Köln (1999), Beyond the horizon im Toyota Municipal Museum of Art (solo 2000), Life actually im Museum of Contemporary Art Tokio (2005), Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin in der Neuen Nationalgalerie, Berlin und The Child im Toyota Municipal Museum of Art, Toyota Aichi (2006), Leiko Ikemura: Transfiguration im Nationalmuseum für moderne Kunst Tokyo (solo 2011), LEIKO IKEMURA. i-migration in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (solo 2013) und All about Girls and Tigers. Leiko Ikemura, im Museum für Ostasiatische Kunst, Köln (solo 2015/16).

Leiko Ikemura zog 1985 nach Köln, seit 1991 ist sie auch in Berlin ansässig. In der Kölner Zeit lotete sie im Medium Skulptur neue Gestaltungsmöglichkeiten aus, die sich wiederum auf ihre Malerei auswirkten. Ein wiederkehrendes Motiv sind ihre Mädchen- und Frauengestalten. Auf Gemälden und Zeichnungen sind sie verschwommen, masken- und tierhaft dargestellt, als Skulptur wirken sie wie Vasen oder Pflanzen mit Öffnungen und Ritzen. Es sind surreale Mischwesen aus Mensch und Tier und Sinnbilder für den Verlust kultureller Identität. Unter dem Motto gestaltete Leiko Ikemura 1999 den Japanischen Pavillon auf der Melbourne International Biennale. Die Künstlerin ist eine Grenzgängerin zwischen der fernöstlichen und der abendländischen Kultur.

Bis vor Kurzem hatte Leiko Ikemura eine Professur für Malerei an der UdK Berlin inne, seit 2014 ist sie Professorin an der Joshibi Universität für Kunst und Design, Kanagawa, Japan. Sie hat viele Auszeichnungen erhalten, darunter den Preis der Stiftung für Graphische Kunst in der Schweiz, den Deutschen Kritikerpreis, den August Macke Preis und den Cologne-Fine-Art-Preis. Werke der Künstlerin befinden sich in internationalen Sammlungen wie im Musée National d’Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris, Kunstmuseum Basel, Kolumba (Museum) Köln und Nationalmuseum für moderne Kunst Tokyo.

Aktuell: Leiko Ikemura  … und plötzlich dreht der Wind, Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30, D-14163 Berlin, Di-So 11:00 – 18:00 Uhr, 5/7 €, 19.02.-17.04.2016

Teil 2 folgt

 

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