Verpeilt! 8 Künstler.innen ergründen das Thema: Verpeilung. Vernissage heute, 05.02.2016. Teil 1 mit Bildstrecke

Verpeilt. 8 Künstler.innen ergründen das Thema: Verpeilung

 

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„Oh dieser verdammt Idiot … nicht mal erzählen kann er ordentlich … Ich wünschte mir so sehr, so sehr, daß Sie oder jemand sonst das zeichneten … Wissen Sie, vor diesem Bilde müßte man sich alles vorstellen können, was vorhergegangen war, alles alles“, schrieb Fjodor M. Dostojewski in seinem Bestseller „DER IDIOT“ von 1868. Der Protagonist Fürst Lew Myschkin leidet unter Epilepsie und sieht die Welt anders. Matthias Taube, der sich in seinen Grafiken wider das technische Sehen auf D. beruft, gehört zu den 8 Künstler.innen der Gruppenschau „verpeilt“. Eröffnung ist heute abend, 05.02.2016 im Projektraum „Komet Nr. 29d“ in Berlin-Friedrichshain. Peilt uns an, wir freuen uns drauf!

Bildstrecke: Ella della Rovere: Masken, Augenblicke. Brandt Parker: Group Selfie. Maurus Knowles: Take a seat. Matthias Taube: aus der Mappe „Idiot. Bilder gegen das technische Sehen“, I und V. Renate Schweizer: Weltenbürgernetz. Betty Stürmer: Webstep, Breaks. Doreen Trittel: verpeilter Blick, verpeiltes Ich.

Hurra wir sind in Berlin, der kreativsten Stadt der Welt. Aber was haben wir davon? „Be Berlin, sei Berlin“ wurden wir vor nicht allzu langer Zeit aufgefordert – eine Formel, die die Ratlosigkeit der Ausrufer offenlegt. Ganz ehrlich: „Verpeilt!“ passt doch viel besser. Denn in dieser Stadt ist Verpeiltsein DER gängige Zustand. „Ich bin heute ja so was von verpeilt“, hören wir an allen Ecken und singen vielleicht selbst in diesem neuen Chor mit. Ohne schlechtes Gewissen, denn„verpeilt“, das hat Charme und Kreativität, das ist cool. Nach neusten Angaben ist die Verpeilung in Berlin auch polizeilich erlaubt und gilt als anerkannte Existenzberechtigung der Berliner Bevölkerung.

Unter diesem Motto eröffnen wir heute, den 05.02., 19:00 Uhr die Gruppenausstellung „verpeilt“.Acht Künstler.innen ergründen das Thema: Verpeilung. In diversen Genres erschließen sich ganz unterschiedliche Blickwinkel, und die Sichtweisen sind frappierend:

Der Maler Brandt Parker führt uns liebevoll aber deutlich vor Augen, zu was uns die zahl- und wahllosen Selfies und Gruppenselfies werden lassen. Perspektivisch verzerrte Gespenstergestalten, Gnome, Trolle, seltsame halb anwesende Wesen, eine Gesellschaft von Freaks.

Der Konzeptkünstler Matthias Taube erforscht in seinen komplexen Handdrucken ein neues untechnisches Sehen, angeregt durch die Epilepsie des „Idioten“ aus Dostojewskis gleichnamigen Roman. Der epileptische Nebel im Kopf formt sich bei Taube zu dichten Ornnamenten aus Zickzacklinien, Elipsen, Kreisen, Bögen und Kurven.

Die Malerin und Medizinerin Ella della Rovere verleiht Krankheitsbildern ein „Ge-Sicht“. Der Verlust des Sehsinns und Gedächtnisses wird hier zu prachtvoll farbigen Tafeln mit psychedelischen Augen- und Münder-Enblemen und einem filigranen Gewebe aus Nervenbahnen und Zellstrukturen.

Die großformatigen Gemälde der Medien-Künstlerin Betty Stürmer ziehen uns in komplexe Motivschichten hinein. Schwarzweißkopierte Bauernstickerei aus dem Familienerbe wird von kleinen heiteren Farbfeldern aufgegriffen und von breiten kräftigen Farbformen überlagert. Die ungeplant verpeilten Bilder sind stimmig.

Die Verpeilung ist ein großartiges Lebens- ja Weltkonzept. Nicht zu vergessen, der erste Große Verpeilte war Christopher Kolumbus (1451-1506), der Indien ansteuerte und 1492 in Amerika ankam. Nicht jeder entdeckt Amerika, aber einige. Ist das die neue Orientierung?

Verpeilt nicht die Termine!

Ausstellungsdauer: 05.02.-04.03.2016

Vernissage: 05.02. 2016, 19:00 Uhr

Artist Talk: 20.02.2016, 16:00 Uhr

Finissage: 04.03.2016, 19:00 Uhr

Verpeilt! 8 Künstler.innen ergründen das Thema: Verpeilung, Projektraum „Komet Nr. 29d“, Rigaer Str. 29d, 10247 Berlin (Friedrichshain), Öffnungszeiten: Mo-Mi 15-17:00 Uhr und Fr 15-17:00 Uhr sowie auf Anfrage

Kontakt:
Dr. Carola Muysers, 030- 31 56 88 03, m@beesandbutterflies.de. Sandra Y. Mueller, 0160 94727358, sandraymueller@aol.de

Teil 2 folgt morgen

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