World-Women: Coco Chanel

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Coco Chanel auf Berlin-Woman

 

Skandal! Die Röcke knapp unterm Knie, Flatterhosen für Ladies, kein Korsett, gestrickte Badeanzüge, keine Blumen am Hut, und alles in Beige, Schwarz und Weiß … Coco Chanel revolutionierte die Damenmode Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihre Kundinnen waren Marlene Dietrich, Greta Garbo, Romy Schneider, Catherine Deneuve, Brigitte Bardot,Grace Kelly und Jackie O. Coco prägt unsere Mode bis heute. Anlässlich der Berlin Fashion Week erinnern wir an sie.

Gabrielle Coco Chanel, geb. Chasnel, (19.08.1883-10.01.1971) ist die bekannteste französische Modedesignerin. Laut der TIMES gilt sie als eine der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jh. Sie schuf eines der ersten modernen Modeimperien: 1910 gründete sie das Label „Chanel“, unter dem sie revolutionär schlichte, elegante und tragbare Damenmode entwickelte und vertrieb. Dazu gehören das Strick-Twinset, Schuhe mit Fersenriemchen und die gesteppte Handtasche mit Schulterkette. 1920 erfand sie „das kleine Schwarze“, das wir bis heute als Cocktailkleid für besondere Anlässe kennen und lieben. 1922 kreierte sie das Parfüm Chanel No 5, den meistgekauften Duft der Welt. In den 1950ern sorgt das Chanel-Kostüm mit der kurzen, bordierten Tweed-Jacke und dem leicht ausgestellten Rock für erneuten Weltruhm. Beim Attentat auf John F. Kennedy am 22.11.1963 in Dallas/Texas erlangte das Kostüm eine tragische politische Bedeutung. Jackie O., die sich von Chanel einkleiden ließ, trug eine Pinkversion, als ihr Ehemann an ihrer Seite erschossen wurde.

Heute erwirtschaftet das Chanel Imperium, in das Karl Lagerfeld 1983 als Designer einstieg, einen Jahresumsatz von mehr als 6 Milliarden $ und ist weltführend.

Das Leben von Coco Chanel liest sich wie ein Roman. Sie war unehelich und stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Mit 12 verlor sie ihre Mutter, lernte im Waisenhaus das Nähen und erhielt Schulunterricht in einem Damenstift in der französischen Provinz. Mit 20 arbeitete sie als Schneiderin, Verkäuferin und Kaffeehaussängerin. Die Musik handelte ihr den lebenslangen Spitznamen „Coco“ ein.

Beim Unternehmensstart halfen einflussreiche Liebhaber. 1906-10 lebte Coco Chanel mit dem Pariser Industriellensohn Étienne Balsan zusammen. Er ermöglichte die Eröffnung ihres ersten Hutsalons in Paris, wo sie mit schlicht originellen Kreationen aufwartete. Der britische Bergwerksbesitzer Arthur („Boy“) Capel, mit dem sie bis zu seinem Unfalltod 1919 liiert war, finanzierte ihr eine Modeboutique und ein weiteres Hutatelier. Ab 1915 führte Coco Chanel Modesalons in Paris, Deauville und Biarritz mit insgesamt 300 Näherinnen. Bald konnt sie ihre Schulden zurückzahlen. 1931 rief Hollywood, 1932 entwarf sie eine hochpreisige Schmuckkollektion aus Diamanten. Bis 1936 wuchs ihr Imperium zu einer Marke mit 4000 Angestellte heran.

Ab 1941 arbeitete sie als „Agentin F-7124“ unter dem Codenamen „Westminster“ für die deutschen Besatzer,u.a. auch in Berlin. Diesen Job verdankte sie ihrem damalige Geliebten, dem Sonderbeauftragten des französischen Reichssicherheitsamts Hans Günther von Dincklage. Nach dem Krieg wurde Coco Chanel als Kollaborateurin verhaftet, floh ins Schweizer Exil und kehrte 1954 zurück. Mit 70 Jahren eröffnete sie wieder ein Modegeschäft in Paris, entwarf neue Kollektionen,u.a. das sagenumwobene Chanel-Kostüm.

Neben zahlreichen Liebschaften war Coco Chanel mit Jean Cocteau, Sergej Diaghilew, Igor Strawinsky, Pablo Picasso, Maurice Ravel, Jean Renoir, Irving Penn und Max Jacob befreundet. Ihre Selbständigkeit ging über den Tod hinaus. Ihr selbst entworfener Grabstein trägt den Namen „Gabrielle Chanel“, ihre Lebensdaten und fünf Löwenköpfe für ihr Sternzeichen.

Merci, Coco!

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