Gesund leben mit Berlin-WoMan: Gentech in Lebensmitteln – wollen wir nicht, essen wir aber

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www.umweltinstitut.org
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Gentechnisch veränderte Lebensmittel? Kauf ich nicht, ess ich nicht! Das denken viele von uns. Doch trotz strenger Auflagen und der Kennzeichnungspflicht gibt es auch in Deutschland immer mehr gentechnisch-veränderte Lebensmittel. Mit den Freihandelsabkommen TTIP und CETA (Berlin-Woman berichtete) wächst die Gefahr einer regelrechten Überflutung durch diverse Lebensmittel mit Gentech-Anteilen. Gabi Helmchen hat für uns recherchiert.

Mit bloßem Auge ist ein gentechnisch-verändertes (g-v) Lebensmittel nicht zu erkennen.  Verbraucher/innen auf die Kennzeichnung angewiesen. Seit April 2004 regelt das EU-Recht verbindlich für alle Mitgliedstaaten, dass Lebens- und Futtermittel mit Gentech-Anteilen über 0,9 % auf der Zutatenliste als „genetisch verändert“ ausgewiesen werden müssen. Unterhalb von 0,9 % sind Produkte nur von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen, wenn ihre Hersteller nachweisen können, dass die gentechnische Verunreinigung „zufällig“ und „technisch unvermeidbar“ war.

Bisher gibt es in Deutschland kaum gekennzeichnete Lebensmittel. Denn: Lebensmittelindustrie und -handel wissen, dass über 80 % aller Verbraucher/innen in Deutschland strikt gegen die Gentechnik im Essen sind. (Die übrigen 20 % sind nicht dafür, sondern es ist ihnen egal.) Trotzdem essen die meisten Deutschen diese unwissentlich, denn Milch, Eier, Fleisch von Tieren, die g-v Futter bekommen haben, müssen nicht gekennzeichnet werden. Das betrifft ca. 60-80 % der Lebensmittel!

Weltweit konzentriert sich der Anbau von g-v Lebensmitteln auf wenige Länder und auf wenige gentechnisch herbeigeführte Eigenschaften. Die Praxis hat gezeigt, dass g-v Pflanzen nach wenigen Jahren ihre „angeblichen Vorteile“ verlieren; es bleiben hohe Saatgutpreise und ein erhöhter Bedarf an Pestiziden – für viele Landwirt/innen bedeutet das den finanziellen Ruin. Die Versprechen der Gentechnikindustrie mit höheren Erträgen den Welthunger bekämpfen zu können, sind zudem längst widerlegt. Trotzdem werden weltweit immer mehr g-v Pflanzen angebaut und immer mehr Zusatzstoffe, Vitamine und Enzyme werden mit g-v Mikroorganismen produziert.

Es wird Verbraucher/innen sehr schwer gemacht, gentechnik-frei zu leben, die Lobby der Gentech-Produzent/innen scheint übermächtig. Am nachhaltigsten können Verbraucher/innen immer noch über ihre Einkäufe entscheiden, was bei ihnen auf dem Teller landet: zertifizierte Bio-Produkte und Produkte mit dem Hinweis „Ohne Gentechnik“ gewährleisten eine gesunde Ernährung.

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