Magda Langenstraß-Uhlig, Künstlerinnen der Moderne im Museum Potsdam, bis 31.01.2016

Künstlerinnen der Moderne

Magda Langenstrass-Uhlig auf Berlin-Woman

 

Potsdam ist eine Reise wert. Um so mehr, weil dort derzeit eine sehenswerte Ausstellung läuft. Anlass ist der 50. Todestag der Malerin Magda Langenstraß-Uhlig. Ihr Werk spiegelt die wichtigsten Tendenzen der modernen Kunst 1900-1950 wider. Aber das ist noch nicht alles. Rund um ihre Werkpräsentation im Potsdam Museum werden Arbeiten von 17 ihrer Zeitgenossinnen gezeigt. Und diese verbürgen sich für einen weibliche Blick in der Moderne, der es in sich hat.

Magda Langenstraß-Uhlig (11.11.1888-02.10.1965) besuchte als eine der ersten Studentinnen die Großherzogliche Sächsische Kunsthochschule in Weimar, wo seit 1902 Frauen zulassen wurden. Nach ihrem Diplom (1911) und ihrer Heirat (1912) ging es nach Jena. Im Ersten Weltkrieg begleitete die Malerin ihren Mann, einen Mediziner, in die Lazarette. Zeichnungen und Portraits von den verwundeten Soldaten entstanden. Nach Kriegsende war das Paar in Berlin zu finden. Langenstraß-Uhlig schloss sich der avantgardistischen Galerie „der Sturm“ von Herwarth Walden an und stellte dort aus. Dann studierte sie 1924-26 am Bauhaus in Weimar und Dessau und bei Arthur Lewin-Funcke in Berlin. Bis 1952 lebte sie, zwischenzeitlich geschieden, in der Künstlerkolonie Rehbrücke bei Potsdam. Sie beschäftigte sich mit Portraits und Landschaftsmalerei sowie mit abstrakten Motiven.

Doch nicht Werk und Werdegang von Langenstraß-Uhlig sind der Lockvogel der Ausstellung. Im 2. Abschnitt stehlen ihr 17 Kolleginnen die Schau. Fantastische Werke von Sella Hasse, Jacoba van Heemskerck, Lou Albert-Lazard, Jeanne Mammen, Julie Wolfthorn, Alice Lex-Nerlinger, Anna Saur, Elisabeth Büchsel und Käthe Kollwitz – teilweise Leihgaben der Galerie Panther fine art Freising/Bremen – bieten ein überzeugendes Kaleidoskop der Moderne.

In den einzelnen Ausstellungskapiteln zu den Themen des 20 Jahrhunderts: Technik, Arbeit, Vergnügungskultur und der Mensch entdecken wir prächtige Holzschnitte, Portraits und großformatige Gemälde der Zeitgenossinnen und Mitstreiterinnen von Langenstraß-Uhlig. Künstlerinnen, die sich wie sie und noch viel mehr eine Ausbildung an den Akademien und hochkarätigen Kunstschulen in Berlin, München, Brüssel, den Haag und Paris  erkämpften, eigene Ateliers und Studios unterhielten, auf den großen Kunstschauen der Zeit präsent waren und sich einen Platz auf dem Kunstmarkt eroberten.

Lou Albert-Lazard und Sella Hasse entführen uns in die bunte, plakative Welt der Vergnügungsparks und Straßenmusik, Alice Lex Nerlinger und Jacoba von Heemskerck fangen die strenge Geometrie der Technik ein, in der Sella Hasses Arbeitermotive einen kritischen Akzent setzen, Jeanne Mammens und Käthe Kollwitzs Menschenbilder zeigen die andere Seite der aufstrebenden, jungen Republik. Daneben bezeugen große Landschaftsbilder von Anna Saur und Elisabeth Büchsel die hohe Qualität der Frauen in der Pleinairmalerei der Moderne.

Gerade der 2. Teil der Ausstellung räumt mit dem Katzentisch für die Frauen in der Geschichte der Kunst auf. Niemand mehr kann abstreiten: In ihrer Profession sind die Künstlerinnen seit jeher Avantgarde. In ihrer Kunst sind sie modern, experimentell, avantgardistisch und … unschlagbar. Weiter so!

Bildstrecke zur Ausstellung auf rbb-online

„Künstlerinnen der Moderne – Magda Langenstraß-Uhlig und ihre Zeit“ , Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam, Di, Mi, Fr 10:00-17:00 Uhr, Do 10:00-19:00 Uhr, Sa, So und Feiertage 10:00-18:00 Uhr, 5 €, bis 31.01.2016

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.