Weihnachten mal anders: Zauber der Rauhnächte 25.12.-05.01.

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©Berlin-Woman
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Wer glaubt, bis Silvester durchpennen zu können, hat sich geschnitten. Denn ab heute bis zum 05.01.2016 gibt es die Rauhnächte. Sie kommen aus dem Mondkalender, der 354 Tage zählt, im Unterschied zum Sonnenkalender mit 365 Tagen. An diesen 12 Tagen „zwischen den Jahren“ geschehen wundersame Dinge, sagt das Brauchtum. Das sollte man wissen und die Rauhnächte entsprechend begehen. Hier ein paar Infos und Tipps, wie mans richtig macht:

Bei den 12 Rauhnächten (auch Raunächte, Rauchnächte, Glöckelnächte, Innertnächte und Unternächte) geht es darum, die Gespenster des alten Jahres zu vertreiben, im Haus und Hof klar Schiff zu machen und das neue Jahr zu begrüßen. Die wichtigsten Rauhnächte sind der 24./25.12. als Heiliger Abend, der 31.12./01.01. als Silvester und der 05./06.01. als Dreikönigstag.

Der Ursprung der Rauhnächte ist umstritten. Sie reichen bis in die Antike, namentlich nachweisbar sind sie seit dem 16. Jahrhundert, als man vom 24.12.-06.01. begann, die alten Geister mit Weihrauch aus dem Haus zu vertreiben. Die 12 Tage, bzw. Nächte gelten als aus der Zeit herausgefallen, da sie im Mondkalender nicht vorhanden sind. Man nimmt sie als Tage, an denen die Naturgesetze außer Kraft sind. In der 6. Rauhnacht, an Silvester, bricht dann die Wilde Jagd auf: Dämonen, Geister von Verstorbenen und Werwölfe versuchen angeblich, die Menschen in die Irre zu führen. Und werden mit Lärm, bei uns ist es das Silvesterfeuerwerk, vertrieben. Im Alpenraum wird an allen 12 Rauhnächten geböllert.

In den Rauhnächten kann man die Zukunft befragen, Wetterprognosen erstellen und den Verlauf der 12 Rauhnächte als den darauffolgenden 12 Monaten entsprechend ermitteln. Was du an den Rauhnächten erlebst, geschieht in den dazupassenden Monaten erneut und auf einer anderen Ebene. Unverheiratete Frauen sehen ihren zukünftigen Ehemann, dürfen ihn aber nicht ansprechen. Das Haus muss aufgeräumt sein, weiße Wäsche, insbesondere verführerische weiße Unterwäsche, darf nicht aufgehängt werden. Auch Kartenspielen ist verboten.

Daten zum Brauch und Mythos der Rauhnächte:

  • Johannes Boemus und Sebastian Franck (16. Jh.) berichten über das Beräuchern der Ställe und Häuser durch einen Priester oder den Hofbauer.
  • Baltikum, Eifel, Ardennen, Bulgarien, Griechenland: Silvester bricht die Wilde Jagd auf, das Geisterreich steht offen, die Seelen der Verstorbenen „haben Ausgang“. Zauberer verwandeln sich in Werwölfe. Mit Läufen, Glocken und Böllerschüssen vertreibt man die Bösewichte. Tiere sprechen die Menschensprache und sagen die Zukunft voraus. Auch dürfen sie sich über ihr Herrchen/Frauchen beschweren, die im neuen Jahr bestraft werden. Außerdem kann man Orakel und den Zwiebelkalender nach der Wetterprognose befragen.
  • Bretagne, Wales und Schottland: In den Rauhnächten können unverheiratete Frauen mitternachts an einem Kreuzweg oder einem anderen magischen Ort ihren künftigen Bräutigam sehen. Seine Gestalt erscheint und geht schweigend vorüber. Die Frau darf sich nicht rühren.
  • Im Alten Ägypten: Heriu-renpet (zwischen den Jahren), Ipet-hemet: Jahresschließer, Wetpet-renpet: Jahresöffner.
  • 6. Jahrhundert: Konzil von Tours, Kaiser Konstantinos Porphyrogennetos Dodekahemeron bestimmen die 12 Rauhnächte als Feiertage.
  • Päpste: Papst Gregor XIII bestimmt die Kalenderreform mit dem Jahresbeginn auf den 24.12. Papst Innozenz XII. legt 1691 den letzten Jahrestag auf den 31.12. fest.

Selbst, wenn man die 12 Rauhnächte nicht ganz so ernst nimmt. Ihr Zauber kann helfen, mal so richtig auszuräuchern, aufzuräumen und auszumisten! Viel Energie wünscht euch eure Berlin-WoMan!

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