World-Women: Hope Bridges Adams Lehmann, 160. Jahrestag heute!

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Hope Adams Bridges Lehmann 1896, Bild: Monacensia Literaturarchiv München. http://www.volkverlag.de
Hope Adams Bridges Lehmann 1896, Bild: Monacensia Literaturarchiv München. http://www.volkverlag.de

Sie fuhr Auto, lehnte das Korsett-Tragen ab und verlangte, dass Frauen genauso an die frische Luft gehörten, wie Männer. Dr. Hope Bridges Adams Lehmann ist die erste Frau, die in Deutschland Medizin studierte und als Ärztin praktizierte. Heute jährt sich der Geburtstag der resoluten Refomerin zum 160. Mal. Happy Birthday and thank you!

Dr. Hope Adams Bridges Lehmann (17.12.1855-10.10.1916) stammt aus einer fortschrittlichen englischen Familie, Ihr Vater, ein Journalist und Ingenieur, förderte sie sehr und schickte sie auf das bekannte und einzige englische Frauencollege in Bedford. 1876/77 schrieb sie sich als Gasthörerin für Medizin an der Uni Leipzig ein. Frauen waren nicht zum Studium zugelassen. Hope Bridges Lehmann tarnte sich mit Männerkleidung und einem Kurzhaarschnitt und boxte ihr Studium bis zum Examen 1880 durch. Damit wurde sie die erste Frau in Deutschland, die in Medizin abgeschlossen hatte, auch wenn das Diplom erst mal nicht offiziell galt. Weiter ging es nach Bern, wo Lehmann promovierte, und nach Dublin, wo sie 1881 ihre Approbation erhielt. Beides wurde ihr 1904 offiziell anerkannt.

Hope Bridges Lehmann war zweimal mit einem Mediziner verheiratet. In erster Ehe mit Otto Walther, mit dem sie eine erfolgreiche Praxis in Frankfurt/M. und ein modernes Lungensanatorium in Nordrach im Schwarzwald unterhielt. Die Scheidung folgte 1895. In zweiter Ehe (1896) eröffnete sie mit ihrem 10 Jahre jüngeren Mann Dr. Carl Lehmann eine Praxis in München, die einen hervorragenden Ruf genoss.

Die Medizinerin engagierte sich in der Friedens- und Frauenbewegung. Als überzeugte Sozialdemokratin pflegte sie Kontakte zu Lenin, August Bebel, Anita Augspurg, Lida Heymann und Clara Zetkin, deren Söhne sie zeitweilig großzog. Ihr medizinisches Interesse verband Lehmann mit ihrem Reformstreben. So plante sie ein Frauenkrankenhaus, in dem die Klassenmedizin aufgehoben war und absolute Transparenz bei der Behandlung der Patientinnen herrschte. Zeitweise unterhielt sie auch eine Versuchsschule und einen Versuchskindergarten, wo Kinder ab 3 Jahren das Lesen, Schreiben und Sprachen spielerisch erlernten.

1896 veröffentlichte sie das 2-bändige Werk „das Frauenbuch. Ein ärztlicher Ratgeber für die Frau in der Familie und bei Frauenkrankheiten“. Das Buch leistete einen großen Beitrag zur Verbesserung der weiblichen Lebensqualität. Außerdem übersetzte die Ärztin Bebels »Die Frau und der Sozialismus« ins Englische.

Das Korsett, das die inneren Organe der Frauen ein- und abschnürte, nur um eine Wespentaille zu simulieren, lehnte Lehmann strikt ab. Sie trug Reformkleidung und einen Reformhaarschnitt, und das ist auch gut so! Ihr Leben wurde 2008 in einer TV Produktion mit Heike Makatsch verfilmt.

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