#Guckstu Nr. 7: Jackson Pollock, Mural 1943

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Jackson Pollock, Mural, 1943
Jackson Pollock, Mural, Öl/Lw., 605 x 247 cm, 1943, University of Iowa Museum of Art. wikiart.org

Lee: Dschähäck, komm rein zu Mittagessen. Jackson: hmpf, hmpf. Lee: Und mach die Fluppe aus, im Haus wird nicht geraucht. Jackson: hmpf, hmpf. Lee: Wie siehst du denn wieder aus. Hab ich dir nicht deine Spiel… äh Malklamotten extra rausgelegt. Warum hast du die nicht angezogen. Die neuen Jeans, ganz vollgekleckert. Jack: hmpf, hmpf. Lee: Hier riecht es irgendwie nach Alkohol …

Hallo, Hallöle hier ist wieder unsere Kolumne #Guckstu mit der Rächerin der Kunst und einzig wahren Kunsthistorikerin Dr. Carola Muysers. Brandaktuell, denn heute spricht sie über Jackson Pollock, dessen sagenumwobenes Bild „Mural“ in der Berliner Kunsthalle der deutschen Bank zu sehen ist.

Jackson Pollock,  Mural, Öl/Lw., 605 x 247 cm, 1943, University of Iowa Museum of Art

Paul Jackson Pollock (1912-1956) ist DER Maler des abstrakten Expressionismus und Erfinder des Action Paintings. Wir kennen ihn alle. Es ist der Künstler, bei wir immer sagen: Das können meine Kids auch! Jack besuchte 1925-27 die Manual Arts High School in LA und 1929-31 die Art Students League in New York. 1930-35 reiste er durch die Weststaaten und zu den Navahoindianern in New Mexico. Dann zog er nach New York um und verdiente beim WPA-Federal-Art-Project sein Geld. Er guckte sich die Ausstellung „Indian Art of the United States“ im Moma (1941)an, las das Kunstmagazin DYN 4-5, das 1943 ein Heft zum Thema Totem Art hatte, und beschäftigte sich mit dem Psychologen CG Jung (das ist der mit den Archetypen). Die TOTEM-Kunst faszinierte ihn, und es stand fest, er war nicht Cowboy, er war Indianer. Das sind die entscheidenden Momente im Leben, und zumindest an Karneval wissen auch wir genau, auf welcher Seite wir stehen, ne?! Als Indianer muss man mit den Wölfen tanzen und Geheimnisse haben, weshalb Pollocks Bilder aus der Zeit solche Titel wie: Die Wölfin und die Hüter des Geheimnisses tragen.

Hier drückte der Maler bereits mächtig auf die Tube, und ganz doll bei dem bezeichnenden Bild: Birth von 1941. Von Zeichnen kann nicht die Rede sein.  Mit dicker Farbe, das nennt sich: pastos, hat er da eine Inuitmaske abgemalt und auf dem Bild rhythmisch wiederholt. Das wurde dann gleich auch  die Geburt seiner abstrakten Malerei. Jack lebte wild und frei, wobei ihn seine Freude der New York School und die coolen Kumpels Willem de Kooning und Robert Motherwell halfen. Mit denen trieb Pollock das Pflänzchen: abstrakter Expressionismus zur vollen Blüte, so dass alle, alle reich und berühmt wurden. Wenn ihr wieder mit eurem Banker sprecht, sagt mal: abstrakter Expressionismus so in den Raum hinein, denn das bringt Geld. Jack hatte ne ganz coole Freundin, die Künstlerin Lee Krasner, mit der er auf Long Island eine Ateliergemeinschaft und ab 1945 eine Ehe hatte. Aber schön war das nicht, denn Jack soff und kriegte erst Wutausbrüche und dann Komplexe. Immer im Kreis herum.

1946 erfand er die Dripping Methode, die ihm den Spitznamen „Jack the Dripper“ einhandelte. Dazu schmiss er eine Leinwand oder ne Holzfaserplatte auf den Boden und ließ Farbe drauf tropfen, fließen und spritzen, die freie Farb-Strukturen, -Rhythmen und -Muster bildete. Später nahm er eine Farbdose mit Loch am Boden. Warum er drippte sehen wir deutlich  auf den Pollock-Videos: Denn so konnte er beim Malen weiter rauchen. Das fanden alle toll, auch der berühmte Kunstkritiker Clement Greenberg und das Magazin: Life. Beide feierten den Maler als aufsteigenden Kometen am Kunst-Himmel der USA.

Pollock wurde dann doch nicht der 51. Stern auf dem US-Banner. Bald verrauchte sein Ruhm. Mit kometenhafter Geschwindigkeit und entsprechendem Alkoholpegel raste er 1956 in seinem Cabrio in den Tod, seine Geliebte Ruth Kligman wurde schwer verletzt. Davor war viel, zu viel passiert. Die berühmte Galeristin Peggy Guggenheim hatte ihn unter Exklusivvertrag genommen, er wurde auf den großen Ausstellungen: Biennale in Venedig und Art of this Century u.a. gezeigt, und mit 43 hatte er schon eine Retrospektive. Ab 1950 drippte er alles in Schwarzweiß mitm bißchen Braun drin, arbeitete (wie) im Rausch, nervte alle, vor allem die Lee und schmiss 1954 den Pinsel, was sag ich: die Farbdose hin. Den Rest der Geschichte kennt ihr, aber halt noch nicht ganz. Denn Sommer 1943 beauftragte ihn Peggy Guggenheim, ein Bild für die Eingangshalle ihrer Residenz in der East 61st Street in New York zu pinseln. Gesagt, getan. Das Riesengemälde „Mural“ tourt nun in restaurierter Fassung durch die europäischen Metropolen und ist jetzt in Berlin zu sehen. Ein Grund für nen Berlindrip ©Berlin-Woman

Jackson Pollock´s Mural, Energy made visible, Deutsche Bank Kunsthalle, Unter den Linden 13/15, 10117 Berlin, täglich, 10:00-20:00 Uhr, bis 10.04.2015

Hier malter

Bildquelle für alle Abmahner: Foto: Pollock-Krasner Foundation / VG Bild-Kunst Bonn 2015. http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fuploads0.wikiart.org%2Fimages%2Fjackson-pollock%2Fmural.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.wikiart.org%2Fen%2Fjackson-pollock%2Fmural-1943-1&h=646&w=1600&tbnid=iHgh0ePAbFcnPM%3A&docid=fm7u8UAiD47eMM&ei=FIdkVvaWIqbcywOml6qgDA&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=1370&page=1&start=0&ndsp=20&ved=0ahUKEwj28KXx9sfJAhUm7nIKHaaLCsQQrQMIKjAD

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