Kino mit Sabeene: James Bond, Spectre

Kino mit Sabeene

Bild: www.t3.gstatic.com
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Unsere Expertin für Kino und Literatur Sabeene ist wieder im Lande und hat mich gleich in den neusten James-Bond-Fim  „Spectre“ geschleppt. Wenn ich mit Sabeene unterwegs bin, heisse ich auch Sabine. Damit wir es einfacher haben. Sozusagen Sabine & Sabine im Kino. Hier ist unsere Bewertung von „Spectre“. Viel Spaß: 

Sabeene: Ich für meinen Teil zum ersten Mal in einem Bond-Film (die anderen kenn ich nur aus dem TV). Es ging schon gut los, jede Menge Bond-Werbung für Autos, Uhren, Parfüm. Im Film selbst haben mir die Kleider der Frauen gefallen, James war natürlich auch immer Topp gekleidet. Wie kriegen die das hin? Schlammschlacht, Verfolgungsjagd und danach gleich wie aus dem Ei gepellt, höchstens ein bisschen Schweiß auf der Nase! Nun, das ist genauso unrealistisch wie die Special Effects mit Flugzeugen, Hubschraubern, zusammenbrechenden Häuserfronten und qualvollen Folterszenen, die 007 mit ein bisschen Zähnezusammenbeißen wegsteckt oder parallel die Fesseln löst. Das ganze immer schön untermalt  von der typischen Bond-Melodie im Hintergrund, die gehört einfach dazu.

Bond sah aus wie Putin; dazu passte, dass sein Computerfreak Q wie eine Edward-Snowden-Version wirkte, nur nicht so nerdig, ein symphatischer junger Mann, mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Diesmal waren die Bösen so Oberkontrolleure, die die ganze Welt ausspionieren wollen und dafür alle Widersacher peu à peu ausschalten (wenn unser Held nicht wäre). Letztlich gab es aber einen privaten Antrieb: der von Christoph Waltz hervorragend gespielte Gegner stellt sich als Stiefbruder von 007 heraus, der sich vom Vater benachteiligt fühlte. Also ein Bruderkrieg im wahren Wortsinn. Schön auch die ganzen Anspielungen auf frühere Bond-Filme wie die Fahrt im Zug, das raumschiffartige Headquarter in der Wüste, die Namen lediglich ein Buchstabe, der Martini geschüttelt, und Alkohol trinkt er auch nicht mehr so viel…
Nicht zuletzt spielen drei Frauen mit, die sogar was zu sagen haben! 007 auf dem Weg zur Quote?

Sabine: Sabeene hat schon vieles gesagt, was ich auch so sagen würde. Das kommt davon, wenn man denselben Namen hat. Ein paar Ergänzungen habe ich aber doch noch. Der Film knüpft an die alten selbstironischen Bond-Streifen an. Action und Sprüche geben sich den Wechsel, der Film ist nie langweilig oder verliert sich in zerstörerischen Längen. Pure, köstliche, schillernde Glamour-Unterhaltung. James Bond fährt einen silbernen Aston Martin DB10, von dem es nur 10 Exemplare auf der Welt gibt. In „Spectre“ tut er das im Selbstauftrag, denn er ist eigentlich vom Geheimdienst suspendiert worden. Sein neuer Chef M setzt auf die Totalüberwachung im Web, durch das dann auch prompt die wahren Übeltäter fallen. Ausgerechnet Bonds Verwandtschaft, sein „Stiefbruder“ Christoph Waltz. Die rasanten Verfolgungsfahrten gehen durch die marokkanische Wüste, Mexiko und Rom, man ist auch im Ice-Q-Restaurant auf der Bergspitze im öster. Sölden. Bond trägt Anzüge von Tom Ford, einen schwarzen Kashmir-Rolli von N. Pearl und die Omega-Uhr, die ich auch haben will. Und das Abendkleid von Léa Seydoux von Ghost London in Graugrün mit einem Wasserfall-Rückenteil. Und den Hosenanzug und das Cocktailkleid und …

Sabeene: Hallo, du warst nicht auf der Fashion-Week, sondern in einem Agentenfilm. Dieses Markengetue ist schon ganz schön übertrieben. Also mir reicht der Film auch ohne das.

24. James Bond 007: Spectre mit Monica Bellucci, Christoph Waltz, Daniel Craig, Regie: Sam Mendes, 148 min, ab 12 Jahren, Großbritannien/USA 2015

Spectre in den Berliner Kinos

Sabine Kamp, Beratung und Mediation

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