Music with Berlin-WoMan: Wolfgang Müller und die Tödliche Doris, mit Live-Mitschnitt

Music with Berlin-WoMan

Wolfgang Müller am 17.09.2015 in der Galerie Pankow ©Manuela Plath
Wolfgang Müller am 17.09.2015 in der Galerie Pankow ©Manuela Plath

Wolfgang Müller ist der deutsche Elfenexperte und Träger des Karl-Sczuka-Preis. Er veranstaltet Elfenkongresse, Kunst- und Meisencafés, Stimmgabelshows, macht Ausstellungen, verfasst Hörspiele, schreibt Bücher und kann bezaubernd singen. In der KGB-Woche durften wir ihn bei einer Lesung erleben. Der Künstler, der einst die Tödliche Doris mitgründete, wartete mit der „Blaumeise Yvonne“ (Original von Andreas Dorau) auf. Hier unser Live-Mitschnitt sowie Infos zu diesem genialen Dilletanten und Punkpoeten:

#Guckstu TV ©Manuela Plath und Berlin-WoMan

Wolfgang Müller ist Künstler, Schauspieler, Musiker und Autor. Anfang der 1980er Jahre studierte er an der Hochschule der Künste Berlin (UdK) Grafik Design und Visuelle Kommunikation, was damals alle gemacht haben und Experimentelle Filmgestaltung, was keiner gemacht hat. Schon 1982 brachte er mit dem Sammelband: Geniale Dilletanten, für den u.a. Matthias Roeingh (Dr. Motte), Tabea Blumenschein und Blixa Bargeld schrieben, ein Manifest der jungen West-Berliner Kunst- und Musikszene heraus. Hier tummelten sich Punks, Newwaver, NDWler und andere bunte Vögel.

1980-1987 trat er mit der Tödlichen Doris auf, die er mit gegründet hatte. Max Müller, Nikolaus Utermöhlen, Chris Dreier, Dagmar Dimitroff, Käthe Kruse und Tabea Blumenschein waren mit im Gepäck und mischten Musik, Kunst, Performance, Literatur, Fotografie und Film genial ab. Die Band feierte große internationale Erfolge.

Dann machte Wolfgang alleine weiter. Ihn interessierte alles jenseits der Normalität. z.B. zeichnete er für das Album: BAT (1987) lautlose Fledermaustöne auf und malte dazu Oszillogramme. Auch erstellte er die 47teilige Serie: Sympathetische Tintenzeichnungen in Cobald (II)-chlorid, die nach und nach unsichbar wird (heute im Besitz der Deutschen Bank). Und genauso gründete er, begleitete mit einem Rechtsstreit um den Namen des berühmten Dichters, die Walther von Goethe Foundation auf Island, um einen Ersatz für das geschlossene staatliche Goethe Institut in Reykjavik zu schaffen.

1991 wandelte Wolfgang Müller zusammen mit Nikolaus Utermöhlen und Käthe Kruse die Garderobe und Requisiten der Band in Kunstobjekte um und stellte sie auf einer Galerietournée aus. Anfang 2000 trat er mit Coverversionen der Tödlichen Doris-Hits auf (u.a. ohne Ton und in gebärdensprachlicher Transformation). Aktuell interessieren sich immer mehr Museen für diese beste deutsche Kunstband und kaufen ihre Werke an.

Schon immer hegte Wolfgang ein besonderes ornithologisches Interesse. Das machte ihn zum Medienopfer, als die Journalistin Claudia Schandt ihm Anfang der 1990er Jahre vorwarf, Blaumeisen für italienische Feinkostgeschäfte zu züchten. Daraufhin trat er in der Talkshow Fliege auf, veranstaltete mit Nan Golding die Ausstellung Blue TIT und bereitete das gleichnamige Buch vor, das 1998 erschienen ist. Das Institut für Vogelforschung Wilhelmshaven/Vogelwarte Helgoland vermachte dem Künstler die Vogelringnr. 252451-473 für Rallenreiher, Krähenscharben, Auerhühner und Zwerggänse. Originalgetreue Kopien aus Sterlingsilber sind als Kunstwerk zu erwerben. Und 2009 zeichnete Wolfgang Müller Gesänge von 11 ausgestorbenen Vogelarten auf, die er von verschiedenen berühmten Punkpoeten einsingen ließ.

Seine neusten Bücher sind über seine Heldin: Valeska Gert. Ästhetik der Präsenzen (2010) und seine Zeit: Subkultur Westberlin 1979-1989 (2013). Wir freuen uns auf Weiteres und unbedingt über noch mehr Gesang!

Wolfgang Müller und die Tödliche Doris, Playlist auf youtube

Wolfgang Müller

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