Shit on it! Wie wir die großen und kleinen Katastrophen im Unternehmen meistern. Heute: Abmahnung wegen „Urheberrechtsverletzung auf Ihrer Website“

kreative Unternehmen

Nicht mit uns!
Ne, nicht mit uns! ©Berlin-Woman

Wir haben alles richtig gemacht: Posten hier keine Bilder ohne Copyright- und Quellenangabe. Dennoch haben sie zugeschlagen! Die Hamburger Kanzlei Dr. Seegen, Dr. Frankenstein Rechtsanwaltsgesellschaft mbH beehrte uns mit dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung. Ne, nicht mit uns, wir haben uns gewehrt! Hier unsere Tipps aus erster Hand in unserer Serie „Shit on it“. Heute: die Abmahnung.


Irgendwann erwischt es jede/n mal, der im Netz aktiv ist. Bei mir war es im Sommer. Aus dem Briefkasten fiel ein weißer Briefumschlag besagter Rechtsanwaltsgesellschaft. Eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung auf unserer Website, amtlich formuliert mit zig Namen im Briefkopf. Hm, vor zwei Jahren hätte ich die Nerven verloren. Aber jetzt, ratet, was ich getan habe. Briefumschlag wieder zurück in die Box und erst mal ins WE gefahren. Denn mir fiel auf: Das Schreiben nannte „Die Verletzung des Urheberrechts“ und „Lichtbilder“, an denen ich mich vergangen hätte. Kam mir komisch vor.

Zurück aus dem Kurzurlaub wurde die Abmahnung dann richtig unter die Lupe genommen: Im Auftrag der Frankfurter Popel-Alliance GmbH wurde mir vorgeworfen, unter einem Link auf unserer Testseite zwei Lichtbilder genutzt zu haben, für die der Auftraggeber „das ausschließliche Nutzungsrecht“ hätte. Dafür sollte ich rund 400 € zahlen. Nutzungsrecht und Urheberrecht sind aber zwei Paar Schuhe. Das Nutzungsrecht liegt beim Auftraggeber und offiziellen Nutzer eines Bildes, das Urheberrecht bleibt beim Schöpfer: dem Fotografen bzw. Künstler. Von daher lag schon mal keine Urheberrechtsverletzung, allenfalls eine Nutzungsrechtsverletzung vor. Lichtbilder verwenden wir ebenfalls nicht, sondern Bilder in den Formaten: jpgs, tifs, pngs. Auf der angegebenen Seite befanden sich zudem nicht zwei sondern 20 Bilder mit Bild- und Quellenangaben. Also welche Bilder sind´s denn nun? Last but not least handelte es sich um unsere Testseite, auf der wir unsere Innovationen prüfen, bevor wir sie den User/innen auf der richtigen Seite zur Verfügung stellen.

Diese Unklarheiten haben mich einen Massenbrief vermuten lassen, den diese und andere Abmahnkanzleien an professionelle Websitebetreiber/innen raushauen. Sie kalkulieren mit der Angst der Adressaten, im Web etwas falsch oder Unrechtes gemacht zu haben. Zahlen 10 sofort, hat man(n) 4 Riesen auf einen Streich. Die vielen Namen im Briefkopf weisen darauf hin, dass man(n) mit Gegenanzeigen und Lizenzentzug rechnet und das Ganze dann über die Kollegen laufen lässt. Sorry Guys, aber hier schreibe ich man(n), denn im Briefkopf meiner Abmahnung standen nur Kerle, die glaubten, klüger zu sein als ich.

Mit Hilfe einer Medienanwältin, die sehr viel preiswerter war als die Kanzlei, habe ich ein Schreiben aufgesetzt, in dem ich auf die Testseite hinwies, um die Präzisierung der Bildangaben bat und dem ich eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung beifügte. Letzte wendet den Vorwurf ab, man habe die evtl. unrechte Bildnutzung bewusst vorgenommen. Darauf kam keine Rückantwort!!!

Bilder auf euren Websites und Webeinträge sollten:

eigene Fotos (mit Copyright und oder Wasserzeichen) sein

lizenzfreie Bilder, darunter Wikipedia (mit Bild- und Bildquellenangabe) sein

mit Bildangaben: Urheber, Titel, Standort und Copyright versehen sein

mit Bildquellenangaben: Die exakte URL, über die ihr das Bild bezogen habt, versehen sein

Damit spart ihr ne Menge Schotter, den ihr in euer Unternehmen oder in ein schönes WE stecken könnt!

Shit on it auf Berlin-WoMan, und was bisher geschah: Kontopfändung, Anbieterwechsel

Ein Gedanke zu „Shit on it! Wie wir die großen und kleinen Katastrophen im Unternehmen meistern. Heute: Abmahnung wegen „Urheberrechtsverletzung auf Ihrer Website“

  1. Hallo liebe Carola, das hast DU mal wieder fein gemacht. Gut so, wir müssen uns ja dauern wehren, stimmt´s?
    Libe Grüße Lilo

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