Shit on it! Wie wir die großen und kleinen Katastrophen im Unternehmen meistern. Heute: kein Schwein ruft mich an oder der misslungene Anbieterwechsel

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©Berlin-Woman
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Wir haben alles richtig gemacht: sind der Telefongesellschaft treu geblieben, haben die Gebühren regelmäßig bezahlt und fleissig telefoniert. Dennoch hat sie zugeschlagen! Derzeit lassen uns gleich zwei Telefongesellschaften: die Versatel und 1 & 1 im Stich. Das Telefon funktioniert nicht, und das seit Wochen. So geht das nicht, wir wehren uns! Hier unsere Tipps aus erster Hand. Heute: Anbieterwechsel

Ende August, das Telefon schweigt. Naja, sind ja noch Ferien. Nach zwei Tagen werden wir dann doch misstrauisch, denn normalerweise klingelt es mehrmals täglich. Wir überprüfen den Anschluss: Besetztzeichen. Meldung bei der Telefongesellschaft Versatel, die machen einen Test und pusten dann die Leitung durch. Sagen sie und schicken eine SMS, dass alles tutti ist. Stimmt aber nicht, es ist immer noch besetzt. Wir rufen wieder an, die machen einen Test … Das ganze spielen wir 4 Mal durch. Es dauert 4 Tage, dann platzt uns Kragen und wir beauftragen 1 & 1, wählen das High Speed Angebot und unterschreiben die Rufnummerportierung. High Speed, davon kann keinesfalls die Rede sein! Die Portierung dauert 14 Tage, hm okay?! Im Kundencenter erfahren wir, dass alles tutti ist. Und jetzt? Wieder verstreichen Tage. Noch mal Anruf: Bitte stellen Sie sich drauf ein, dass es weitere 10 Tage dauern wird. Wie bitte? So geht das nicht, nicht mit uns!

Wir erkundigen uns beim Verbraucherschutz. Auf der Website steht es schwarz auf weiß: Bei einem Anbieterwechsel darf der Telefon- oder Internetanschluss nicht länger als einen Kalendertag unterbrochen werden. Dauert es länger, können die Kunden den Anbieter in die Pflicht zu nehmen. Die vertraglichen und technischen Voraussetzungen für einen Wechsel: d.h. die Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitung (TAE) oder eines DSL-Ports und die Portierung der Rufnummer, müssen natürlich gegeben sein. Dann gilt: Seit dem 01.12.2012 muss der Altanbieter seinen Kunden wieder mit einem Telefon- bzw. Internetanschluss versorgen, wenn die Übernahme scheitert. Bis zum Wechsel fällt nur noch die Hälfte der Grundkosten an.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei einem Scheitern des Wechsels, eine Beschwerde beim betreffenden Anbieter einzureichen sowie den Schaden bei der Bundesnetzagentur zu melden. Die Bundesnetzagentur, von der wir vorher nix wussten, kann eine gesetzeswidrige Unterbrechung der Leitung mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro ahnden. Also, das Beschwerdeformular gründlich ausfüllen, alle Dokumente hinzufügen, Einverständniserklärung abgeben und per Email, Fax oder Post abschicken. Die Bundesnetzagentur wird nach Erhalt und Prüfung der Dokumente gezielt auf die Unternehmen zugehen, um einen zügigen und erfolgreichen Abschluss des Anbieterwechsels zu erreichen.

Die Bundesnetzagentur ist eine obere deutsche Bundesbehörde. Sie überwacht den Wettbewerb in den Netzwerken und schlichtet Konflikte und Problemfälle in den Bereichen Elektrizität, Telekommunikation, Post und Eisenbahn. Geil, oder?

1 & 1 hat wenigstens ne coole Wartemucke „NIghtmares On Wax“ (haha, der Titel sagte doch schon alles!)

die Bundesnetzagentur über den Anbieterwechsel

die Verbraucherzentrale

Shit on it, die Serie auf Berlin-WoMan: Kontopfändung

4 Gedanken zu „Shit on it! Wie wir die großen und kleinen Katastrophen im Unternehmen meistern. Heute: kein Schwein ruft mich an oder der misslungene Anbieterwechsel

  1. Liebe Carola, ich wünsche dir Durchhaltevermögen, Ich habe in vergleichbarer Situation wohl 10 mal vergeblich auf 1 Monteur gewartet und schlußendlich ca. 100 € Kulanz-Guthaben erhalten.!! ich empfehle 1 Anwältin!
    herzlichst-Sabeene

  2. Die Versatel wollte mich vor 2 jahren , als ich nach Grimma gezogen bin , nicht aus dem Vertrag lassen , obwohl es hier Versatel garnicht gibt!
    da haben die Geld von einem nicht mehr existierenden Telefonanschluss gefordert.

  3. Hallo Lilo, herzlichen Dank für deinen Beistand. Die Info habe ich schon auf FB verbreitet. Und bin mit der Bundesnetzagentur im Gespräch. Drück mir die Daumen, dass dieser Albtraum bald vorbei ist. A bientot!

  4. Hallo Carola, ja ,das ist eine Katastrophe im Geschäft und überhaupt. ich höre viele ähnliche Klgen. Deshalb ist dieser Artikel auch so wichtig. Die Situation auch gut beschrieben. Wollte dich weiterleiten auf Faceb. ,ist mir aber nicht gelungen.
    Solltest DU aber vielleicht auch machen. Dann können dir alle Danke sagen, so wie ich jetzt. Mach weiter so !
    Auf bald mal und libe Grüße Lilo

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