Berlin-Women: Simonetta Cattaneo Vespucci. La regina della belezza

Berlin-Women

Sandro Botticelli, Profilbild einer jungen Frau, ca. 1476, Gemäldegalerie Berlin SMPK, Bild: www.smpk.de
Sandro Botticelli, Profilbild einer jungen Frau, ca. 1476, Gemäldegalerie Berlin SMPK, Bild: www.smpk.de

Eine schlanke, elegante Figur. Blumen im Haar. Eine wilde blonde Lockenpracht, in die Perlenschnüre und Seidenbänder eingeflochten sind. Das ist Simonetta Cattaneo Vespucci, die „Urmutter“ und das Idelabild der schönen, unerreichbaren Frau. Bis heute orientieren sich Models, Schauspielerinnen, Film- und Popstars an diesem Schönheitsideal, oftmals ohne zu wissen, woher ihr Wunschbild stammt. In der sehenswerten Ausstellung The Botticelli Renaissance wird das nun sichtbar. Die Schau haben wir besprochen, heute schauen wir auf die Berlin-Woman Simonetta, la regina della belezza.

Simonetta Cattaneo Vespucci (* vermutlich 28.01.1453-26.04.1476) ist eine italienische Adelige und Muse vieler Renaissancekünstler. Sie galt als die schönste Frau von Florenz, als „regina della belezza“ (Königin der Schönheit). Ihr Vater war der Genuesische Edelmann Gaspare Cattaneo Della Volta, ihre Mutter die Genuesin Cattocchia Spinola de Candia. Simonetta wurde im Alter von 16 Jahren mit Marco Vespucci, dem Cousin des Seefahrers und Entdeckers Amerigo Vespucci verheiratet. Die Ehe verlief nicht glücklich, ein mutmaßlicher Grund sind Marcos homosexuellen Vorlieben. Simonetta Vespucci verbandelte sich daraufhin mit der mächtigen Familie der Medici. Giuliano de´ Medici umwarb die Schöne und beauftragte verschiedene Künstler, darunter Piero di Cosimo, Bartolomeo Veneziano und Sandro Botticelli, die ihr Abbild festhielten. Das geschah in Form von Portraits und als Allegorie, wie die Göttin Pallas Athene mit Armor, als Minerva, als Flora oder als die berühmte Venus, die gerade in der Ausstellung The Botticelli Renaissance in der Berliner Gemäldegalerie zu bewundern ist.  Wie weit Giulianos Verehrung reichte und ob Simonetta die Geliebte des Florentinischen Stadtfürsten wurde, wissen wir nicht.

In ihren Darstellungen, schwingt eine tiefe Verehrung für ihr Erscheinungsbild, eine große Freude an ihren ebenmäßigen Gesichtszügen und ein unverhohlener Genuss am Anblick ihrer schönen Körperproportionen mit. Was die Schöne zur Schönsten macht: Ihre ätherische, durchsichtige Beauté macht sie unerreichbar. Bis heute gilt für die Betrachter/innen: Nur gucken, nicht anfassen!

In der Ausstellung The Boticcelli Renaissance können wir das Supermodel u.a. auf dem herrlichen Profilbildnis (Besitz Gemäldegalerie Berlin) bewundern, das sie mit perlengeschmückter Haarpracht und in der Mode der Zeit bekleidet zeigt. Das Portrait ist auf ihr Todesjahr datiert. Simonetta Vespucci starb 1476 im Alter von 23 Jahren an Lungentuberkulose.

The Botticelli Renaissance – Gemäldegalerie am Kulturforum, Matthäikirchplatz
10785 Berlin, Kulturforum Gemäldegalerie, Di-Fr 10:00-18:00 Uhr, Do 10:00-20:00 Uhr, Sa, So 11:00-18:00 Uhr, Zeitfenstertickets 14 €/7€, Flexiticket Di – Do 24 €/ Fr – So 28 €, 24.09.2015 – 24.01.2016

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