#Guckstu Kunst: The Botticelli Renaissance 2015-1445, Gemäldegalerie SMPK mit Bildstrecke

#Guckstu Kunst

The Botticelli Renaissance©Manuela Plath
The Botticelli Renaissance©Manuela Plath

Von Botticelli gibt es hunderte Werke, aber nur zwei tragen seine Signatur. Trotzdem hat der Renaissancemaler die Kunstgeschichte und insbesondere das kunsthistorische Frauenbild so geprägt wie nur noch Raffael oder Leonardo da Vinci. Das zeigt nun die Ausstellung „The Botticelli Renaissance“ in der Berliner Gemäldegalerie. Berlin-WoMan war dort, hat sich die Show angeschaut und die Eindrücke in einer Bildstrecke festgehalten.

Bildstrecke ©Manuela Plath

Die groß angekündigte Ausstellung hatte bei uns die Erwartung einer entsprechenden Größe geschürt. Dies wurde zwar nicht erfüllt, dafür aber ein Reichtum an Exponaten aus den letzten 500 Jahren geboten. In 4 Sälen wird die „Loveaffair“ der Kunst mit Sandro Botticelli ausgebreitet, interessanterweise rückwärts von der Gegenwart bis zu seiner Schaffenszeit in der florentinischen Renaissancezeit.

Der erste Saal zeigt die Adaptionen, Zitate und Übernahmen der Botticellimotive in der Performancekunst, der Mode, der Malerei und Fotokunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Alle, alle haben auf die Schönen Botticellis, die Venus, die Flora und die Simonetta geschaut und sie nachgeahmt, nachemfunden und kopiert. Darunter Lady Gaga, Jeff Koons, Alexander McQueen, Ulrike Rosenbach, Marc Rothko, Rineke Dijkstra, Dolce & Gabbana, Rob Rauschenberg, Cindy Sherman, René Magritte und Andy Warhol, um nur die Bekanntesten unter ihnen zu nennen.  Verblüffend, wie sich das weibliche Renaissance-Ideal: die schlanke, ebenmäßige, langmähnige und Blumen bekränzte Frau, bis heute in unserer Vorstellungswelt gehalten hat.

Im zweiten Saal, in der Wandelhalle, dreht sich alles um die Wiederentdeckung Bottiecellis im 19. Jahrhundert. Allen voran durch die Praeraffaeliten, die uns ganz besonders beeindruckt haben.  Denn sie unterwarfen sich dem großen Renaissancemeister nicht. Dante Gabriel Rossetti, Edward Burne Jones und Simeon Solomon ferner Aubrey Beardsley brachten ihre filigranen, melancholisch-schönen Männlein und Weiblein in eigenen Bild- und Portraitkompositionen unter.

Der dritte Saal, in dem sich auch der vierte als Black Box befindet, ist der Botticelli-Werkstatt gewidmet. Hier finden wir süße Madonnen, köstliche Frauenbildnisse, verspielte mythologische Szenen und die herrlichen Venus-Darstellungen, deren Zuschreibung nicht immer gesichert ist. Die Stile sind so vielfältig wie die Bildthemen, ein prachtvoller Goldrahmen reiht sich an den nächsten. Und vieles stammt aus der Berliner Gemäldegalerie, die stolz auf den größten Botticellibesitz – neben Italien – blicken kann.

Die anthrazitfarbene Wand der Black Box bietet dann eine passende Kulisse für die Werkstattimpressionen. Im inszenierten Dämmerlicht entstehen  spannungsreiche Durchblicke und Blickachsen durch die gesamte Ausstellung .  Dass in der Black Box selbst die beiden einzigen signierten Werke von Botticelli hängen, wird fast zur Nebensache. Es handelt sich um eine rätselhafte Geburtsszene von Jesus mit kleinen Monstern und eine Zeichnung zu Dantes Inferno.

Nach ihrer Residency in Berlin wird die Ausstellung im März 2016 nach London ins Victoria & Albert Museum wandern. Das Museum hat bei der Ausstellungskonzeption kräftig mitgewirkt, weshalb bei der PK, die Berlin-WoMan besuchte, die halbe britische Ausstellungsmannschaft vertreten war.

The Botticelli Renaissance – Gemäldegalerie am Kulturforum, Matthäikirchplatz
10785 Berlin, Kulturforum Gemäldegalerie, Di-Fr 10:00-18:00 Uhr, Do 10:00-20:00 Uhr, Sa, So 11:00-18:00 Uhr, Zeitfenstertickets 14 €/7€, Flexiticket Di – Do 24 €/ Fr – So 28 €, 24.09.2015 – 24.01.2016 

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