#Guckstu Nr. 1: Diego Velázquez, Las Meninas 1656

#Guckstu

Diego Vealzquez, Las Meninas, Öl/Lw., 318 × 276 cm, 1656. Museo del Prado. Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Las_Meninas#/media/File:Las_Meninas_%281656%29,_by_Velazquez.jpg
Diego Vealzquez, Las Meninas, Öl/Lw., 318 × 276 cm, 1656.
Museo del Prado. Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Las_Meninas#/media/File:Las_Meninas_%281656%29,_by_Velazquez.jpg

Jede vernünftige Zeitung hat ihren Kolumnisten. Und da wir uns rasant zu einem täglichen Wochenmagazin zu den Themen Kunst, Kultur, Politik und Medien entwickeln, haben nun auch wir einen angeheuert. Bei uns ist es eine SIE. Wir freuen uns, dass die Rächerin der Kunst und einzig wahre Kunsthistorikerin, Dr. Carola Muysers einmal in der Woche das Füllhorn ihres gesamten Wissens über uns auszuschüttet.  Freut euch auf die Minivorlesungen #Guckstu. Denn hier hast du keine Tomaten auf den Augen und nimmst kein Blatt vor dem Mund. Welcome zu Nr. 1: Velazquez, Las Meninas.

Na denn mal her mit dem Mikro. Hallo, ich bin Dr. Carola Muysers, die Rächerin der Kunst und einzig wahre Kunsthistorikerin. Ich halte hier und auf Facebook regelmäßig #Guckstu, die Minivorlesung über ein Meisterwerk der Kunstgeschichte. Ne, glaubt nicht, dass ich so einfach zugesagt habe, als die mich als Kolumnistin anheuern wollten.  Denn die haben hier bei Berlin-WoMan alle einen Knall. Ich glaube, die sind multiple. Vor allem die Herausgeberin. Aber pssst, nicht weitersagen. Ich mach hier nur meinen Job und hau dann wieder ab. Heute machen wir: 

Diego Velázquez, Las Meninas („Die Hoffräulein“), Öl/Lw, 318 x 276 cm, 1656, Museo del Prado

Das Riesengemälde ist das meist diskutierte Werk der Kunstgeschichte. Viele, viele Kunstforscher und -schreiberlinge haben sich daran die Zähne ausgebissen. Das Bild ist fantastisch erforscht, man weiss, dass sich die Szene in Vélazquez Atelier im Alcázar in Madrid abspielte. Wir sehen die hübsche 5-jährige Königstochter Margarita, der die knieende Hofdame Maria Agustina Sarmiento de Sotomayor einen Tonkrug reicht. Die zweite Hofdame Isabel de Velasco knickst derweil höflich. Steife Hofregeln, für die sich der am Boden liegende spanische Mastiff und die beiden Hofzwerge: Maria Barbola und Nicolasito Pertusato nicht die Bohne interessieren. Grob tritt Pertusato den schlafenden Hund. Im Hintergrund steht noch die Ehrendame Marcela de Ulloa mit einem Wächter herum und auf der Treppe weiter hinten der Hofmarschall José Nieto, der fürs Türenöffnen zuständig ist. Was für langweilige Jobs.

Vélazquez selbst hat sich am linken Bildrand plaziert. Er malt, wie könnte es anders sein, an einem Bild, einem Riesengemälde. Etwa dieses, das wir sehen? Oder das Königspaar Philip IV. und Maria Anna, die im Spiegel hinten an der Wand zu sehen sind? Sie stehen dort, wo auch wir, das einfache Volk, sind. Ruhe da auf den billigen Plätzen, hier bei den Narren und den Kindern spielt die Musik, ruft uns Vélazquez zu. Ganz schön forsch für einen Hofmaler, der sich doch eigentlich an die Etikette zu halten hat. Offenbar herrschte bei Philip und Anna keine rechte Ordnung, so dass sich der Maler ein solch freches Motiv leisten konnte. Philip verehrte seinen Hofkünstler und besuchte ihn oft in seinem Atelier. Hier war er Mensch, hier durfte er es sein, sagte ein anderer großer Mann, von dem wir noch hören werden.©Berlin-Woman

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