Music with Berlin-WoMan: Rose Murphy, Busy Line und andere ulkige Songs

Music with Berlin-WoMan

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Eine Pipsstimme singt von dem Lover, den sie am Telefon nicht erreichen kann. Von der Zeit, die einem durch die Finger rinnt. Von Pfennigen die vom Himmel fallen und davon, dass sie und ihr Lover Verstecken spielen: Peek-a-boo, was so viel heisst wie: Guckguck. Es ist die Jazzsängerin und Pianistin Rose Murphy, die uns mit ihrem unvergleichlichen Vortragsstil begeistert. Heute genauso wie früher! Lest und hört mal rein und have a Happy Weekend:

Rose Murphy (07.05.1913-16.11.1989) ist eine US-amerikanische R&B-Sängerin, Jazzmusikerin und Pianistin. Sie hatte eine extrem hohe Stimme, weshalb man ihr den Spitznamen: the Chi Chi Girl verpasste. Rose startete ihre Karriere 1938 als Pausenpianistin des berühmten Jazzmusikers Count Basie im Club:The Famous Door. Dann spielte sie mit der Gruppe von Bill Bojangles Robinson, mit der sie in den Kriegsjahren an die Westcoast ging. Sie spielten im Jubilee Program des Armed Forces Radio Service, das sich vorrangig an farbige Soldaten und Musiktalente wandte.

Bis Ende der 1940er Jahre hatte sie sich mit ihrem eigenwilligen Vortragsstil: Scatgesang – Gesang mit Geräuschen ohne nachvollziehbarem Text – Gejauchze und Gekichere, kindlichen Geräuschen wie Schnaufen, Piepsen und lustigem Gegroll untermalt mit Percussion, Bass und Piano einen Namen gemacht. Ihre Imitationen, z.B. das Ticken und Schlagen einer Pendel- und Kuckucksuhr oder das Besetztzeichen eines Telefons gehören genauso zu ihrer Musik, wie ihre ulkige Vortragsweise. So sang sie berühmte Coversongs gerne auch mal schneller, um ihnen einen liebevoll ironischen Touch zu verpassen. Ihre eigenen Texte, die meistens von der Liebe handelten, waren stes ein bisschen verdreht: Baby, I am like a traffic light … Wie die Liebe halt ist.

1945 trat sie als singendes Dienstmädchen im 20th Century Fox Musical: George White´s Scandals auf. Total unerhört, in der Zeit der Rassendiskriminierung! Dann wandte sich Rose Murphy verstärkt der Plattenindustrie zu und produzierte bei Mercury Records, Majestics, RCA Victor, Decca, Verve Records so manche Scheibe.

Bis in die 1980er Jahre trat sie auf, spielte in den führenden New Yorker Clubs: Cookery, Michael´s Pub, Upstairs at the Downstairs und nahm in Frankreich beim Label Black & Blue auf. Tourneen führten sie durch ganz Amerika und nach Europa. Ihre Begleitmusiker waren u.a. Slam Stewart und Morris Edwards.

Ihr bekanntester Song ist Busy Line, wo sie den vergeblichen Versuch besingt, ihren Lover telefonisch zu erreichen, um ihn schließlich mit einer anderen zu erwischen. Das Stück wurde in den 1990ern in einem Werbespot der British Telecom recycelt, mit großem Erfolg, wie ihr euch denken könnt. Im Film The Artist gehört ihre Coverversion von Pennies from Heaven zum Soundtrack.

Also, bevor ihr den „Uncle in Jamaika“ anruft, um euren Lover ausfindig zumachen, hört lieber Rose Murphy, hier auf youtube

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