Berlin-WoMen: Johann Wolfgang von Goethe

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Bild: http://www.briefmarken-bilder.de/brd-briefmarken-1982/johann-wolfgang-goethe-82
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Goethe und Berlin? Einmal und nie wieder! Mai 1778 begleitet Johann Wolfgang von Goethe seinen Boss Karl August von Sachsen Weimar-Eisenach in die preußische Metropole. Sie wollen Fragen zum Bayr. Erbfolgekrieg klären. Der Alte Fritz ist nicht da, man trifft Prinz Heinrich, logiert Unter den Linden, macht einen Nachtspaziergang im Tiergarten, besucht die Oper und die Sankt Hedwigs Kathedrale. „ … andere Herrn sind garnicht zufrieden mit Ihm. Er machte keinem Dichter die Cour, ging nur bei Moses Mendelssohn, bei Chodowiecky, bei Mahler Frisch, bei seinen Landsmann den Thonkünstler Andrä und bei mich … Er scheint übrigens zum Hypochonder gebauet zu sein, ist kein Wunder, das sind alle gutten Köpfe“ schreibt die Dichterin Anna Luisa Karschin. Trotzdem, allet Jute zum heutigen Ehrentag!

Johann Wolfgang von Goethe (28.08.1749-22.03.1832) ist DER berühmteste Deutsche und ein Multitalent. Er war Dichter Schriftsteller, Kunstkritiker, Philosoph, Naturwissenschaftler, Staatsmann und Jurist. Ohne ihn würde es die Weimarer Klassik nicht geben, die er mit hunderten von Gedichten, Dramen und Prosatexten versorgt hat. Seine Tragödie „Faust“ ist DAS Theaterstück, es zeigt den Menschen in seiner ganzen dramatischen Vielschichtigkeit und Traumatisierung.

1765-1771 studierte er in Leipzig und Straßburg Jura, arbeitete dann als Rechtsanwalt in Frankfurt, worauf er aber nicht so richtig Bock hatte. Viel lieber schrieb Goethe Gedichte, die er in den „Frankfurter gelehrte Anzeigen“ veröffentlichte. Mit 25 landete er seinen Bestseller: „Die Leiden des jungen Werther“. Die Geschichte rund um das unglückliche Dreiecksverhältnis mit Charlotte Henriette Buff aus Wetzlar machte ihn schlagartig berühmt. Ein Jahr später, 1775 rief ihn Herzog Carl August an den Weimarer Hof. Hier war er für das Finanz- und Berg- und Wegebauwesen verantwortlich, später leitete er das Theater und bestimmte die Bildungspolitik. Es entstanden Kontakte zu allen großen Denkern der Zeit: Herder, Wieland, Schiller, Humboldt, Fichte und dem großartigen Musikus Beethoven. 1808 traf der Gelehrte Napoelon.

Zwischen Goethe und Charlotte Albertine Freifrau von Stein entbrannte eine leidenschaftliche Freundschaft. Die beiden Seelenverwandten schrieben sich 800 Briefe. Mit den Frauen war das so eine Sache, man sagt Goethe einige Affairen, auch mit verheirateten Frauen, nach. Mit Christiane Vulpius war er 18 Jahre lang verlobt, ehe er sie 1806 heiratete. Aus ihrer Liaison gingen 5 Kinder hervor. 1815, ein Jahr vor dem Tod seiner Frau, trieb er sich mit der verheirateten Marianne Willemer aus Frankfurt/M. herum.

Seine Karriere war ihm sein Ein und Alles. 1776 wurde er Geheimer Legationsrat, 1779 Geheimer Rat, 1782 wurde er geadelt, 1804 Wirklicher geheimer Rat und 1815 Staatsminister. Das stresste ihn mitunter und er klinkte sich dann aus. Zweimal, 1786 und 1790, unternahm er einen ausgiebigen Trip nach Italien, wo er Künstler, wie Johann Heinrich Tischbein und Angelika Kauffmann und andere Hippies traf. 1790 warf er sich dann mit Schiller auf das Projekt „Weimarer Klassik“. 1806 erschien sein „Faust“. Ein Stück, das bis heute nichts an Relevanz verloren hat, das uns den Spiegel vorhält und deutlich macht: Es gibt kein Gut oder Böse, es gibt nur Gut und Böse!

Goethes Hauptwerke sind: Götz von Berlichingen (1774), Die Leiden des jungen Werther (1774), Iphigenie auf Tauris ((1786), Egmont (1788), Torquato Tasso (1789), Wilhelm Meisters Lehrjahre (1796), Faust, 1. Teil (1806), Dichtung und Wahrheit (Erinnerungen Teil 1-3 1811-13, 1830 Teil 4), Italienische Reise, erster und zweiter Teil (1816), Westöstlicher Divan (1819), Wilhelm Meisters Wanderjahre (1829), Faust 2. Teil (1831).

Thank you and congrats, Wolfgang!

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