Shit on it! Wie wir die großen und kleinen Katastrophen im Unternehmen meistern. Heute: die Kontopfändung

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©Berlin-Woman
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Wir haben alles richtig gemacht: Steuern bezahlt, Kassenbuch ordentlich geführt, Bildrechte beachtet und die Kapitalgesellschaft gehegt und gepflegt. Und doch ist´s passiert! Das Finanzamt und die Abmahnkanzlei haben zugeschlagen. So nicht, wir haben uns gewehrt und wissen nun, wie wir uns zukünftig in solchen Fällen schützen können. Hier unsere Tipps aus erster Hand. Heute: Kontopfändung.

Zwangsvollstreckung durchs Finanzamt! Diese schrecklichen Worte hat sicherlich schon der ein oder die andere mitgeteilt bekommen. Das Finanzamt wirft seit einiger Zeit verstärkt damit herum. Das nennt man Einschüchterungstaktik, aber in der Tat kann das Amt bei Steuerschulden die Kontopfändung androhen und vollziehen – Kontopfändung ist der andere Begriff dafür. Sollte das passieren, bitte Ruhe bewahren!

Die Pfändung selbst kommt nicht aus heiterem Himmel. Denn der Gläubiger, in diesem Fall das Finanzamt, muss nach § 829 ZPO erst einen Mahnbescheid an uns, den Schuldner schicken. Und wir haben NICHT darauf reagiert. Erst dann erhält der Gläubiger vom Gericht einen vollstreckbaren Titel. Legen wir als Schuldner Widerspruch ein, muss der Gläubiger sein Recht vor Gericht erstreiten. Das Finanzamt kann das schnell durchsetzen, gibt es da entsprechende Deals mit der Justiz. Mit dem gerichtlichen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss wird unsere Bank aufgefordert, das Schuldnerkonto zu pfänden und die Schulden an den Gläubiger zu überweisen. Dazu benötigt die Bank unser Okay! D.h. das Konto ist „nur“ gesperrt. Was tun?

1. Grundsätzliches: Ein Konto nur fürs Finanzamt einrichten, über das die Einkünfte und die Steuergelder laufen. Alles weitere über Zweit- und Drittkonten verwalten. Das Finanzamt könnte zwar auch diese Konten pfänden, die Ermittlung derer ist aber meistens zu aufwendig.

2. Sobald ein Mahnbescheid ins Haus flattert, mit dem Finanzamt Kontakt aufnehmen und die Schuldensituation klären. In bestimmten Fällen ist es möglich, die Schulden zu stunden und die Pfändung abzuwenden.

3. Bei einer Kontopfändung zur Bank gehen und klären, ob und inwieweit sie die Forderung als begründet anerkennt und die Zahlung zu leisten bereit ist. Nicht immer hat das Finanzamt recht. Die Bank hat einen Spielraum, über den sie den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss zurückweisen kann. Grundsätzlich ist die Bank verpflichtet, den Schuldner innerhalb von 14 Tagen zu informieren. Um die geforderte Summe an den Gläubiger zu überweisen, bedarf es der Einwilligung des Schuldners.

4. Bei Zahlungsunfähigkeit oder -unwilligkeit wandeln wir unser Konto in ein Pfändungsschutzkonto um. Hier gilt der Grundfreibetrag in Höhe von 1.028,89 Euro im Kalendermonat. Einmalige Sozialleistungen fallen ebenso darunter, die wir gegenüber der Bank belegen müssen. Die Einrichtung eines P-Kontos wird der Schufa gemeldet. In der Zeit des Pfändungsschutzkontos sollten wir die Situation regeln: die notwendigen rechtlichen Schritte einleiten, einen Kredit aufnehmen oder Geld bei der Familie, Freund/innen oder Kolleg/innen leihen.

Auch wenn das Konto unrechtmäßig gepfändet wurde, müssen wir ein Prozedere von 3-4 Wochen in Kauf nehmen. Das kann die Geschäfte ganz schön durcheinanderbringen.

Aber wenn alles überstanden ist, sind wir schlauer als das Finanzamt, garantiert!

Kontopfändung, Wissenswertes auf Wikipedia

Pfändungsschutzkonto

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