Berlin-Women: Rahel Ruysch

Berlin-Women

Rahel Ruysch, Stillleben, Öl/Lw.,  Accession number 	LSH_DIG4506 Object history 	 English: Frederik Müller & Cie., Amsterdam, Wilhelmina von Hallwyl 1906
Rahel Ruysch, Stillleben, Öl/Lw., Wilhelmina von Hallwyl Museum Stockholm. Bild: https://en.wikipedia.org/wiki/Rachel_Ruysch

Ihre Motive waren delikat gemalte Blumen, Früchte, Reptilien und Insekten auf dunklem Grund. Sie wurde als erste Frau in die Malergilde in Den Haag aufgenommen. Sie war Hofmalerin von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz in Düsseldorf. Ihr letztes Gemälde malte sie mit 83 Jahren. Rahel Ruysch ist eine der besten Stilllebenmaler/innen des holländischen Barock. Ihre Werke befinden sich in der National Gallery London, den Uffizien, im Kunsthistorisches Museum Wien, im Rijksmuseum Amsterdam, in der Gemäldegalerie in Kassel und natürlich auch in der Gemäldegalerie Berlin:

Unsere Berlin-Woman Rahel Ruysch (03.06.1664- 12.08.1750) lernte Botanik und Malerei bei ihrem Vater Frederik, einem Professor für Anatomie und Botanik in Amsterdam. Schon mit 15 Jahren ging sie beim Blumenmaler Willem van Aelst in die Lehre. 4 Jahre lang absolvierte sie dort eine klassische Werkstattausbildung. Sie studierte die verschiedenen Maltechniken und lernte, Blumen so zu arrangieren, dass jede Blüte vollplastisch zur Geltung kommt. Dabei profitierte die Künstlerin von der Botaniksammlung ihres Vaters, wo sie viele Beispiele für ihre exquisiten Blumenkompositionen entdeckte.

Rahels Weg war mehr als ungewöhnlich, sollten die Bürgersfrauen ihrer Zeit doch nur eins können: möglichst gut heiraten. Ruysch dagegen verdiente mit 18 schon ihr eigenes Geld. Erst mit 30 heiratete sie den Portraitmaler Juriaen Pool, und zeugte mit ihm 10 Kinder, die sie selbst erzog. So hat sie vor mehr als 300 Jahren das hinbekommen, an dem wir immer noch schwer knabbern: Kinder und Karriere. 1701 wurde sie als erste Frau in die Malergilde in Den Haag berufen. 1708-1716 war sie Hofmalerin am kurfürstlichen Hof von Wilhelm von der Pfalz in Düsseldorf. Dieser sicherte sich das Exklusivrecht an ihren Bildern und erhielt mindestens 50 % der Jahresproduktion ihrer prachtvollen Bouquets. Offenbar dienten diese als wertvolle Geschenke, und so kamen 2 Stillleben zu Cosimo de Medici in Florenz und später dann in die Uffizien.

Rahel Ruysch malte auch für andere große Auftraggeber. Der Stückpreis ihrer Gemälde lag mit 750-1200 Gulden weit über den max 500, die z.B. Rembrandt zu Lebzeiten erhielt. Der dunkle Hintergrund, die minutiös ausgemalten Blüten im strahlenden Licht, das ausgesuchte Farbenspiel und die kunstvoll asymmetrischen Arrangements machten ihre Stillleben zur heiß begehrten Kunstware in ganz Europa.

Rahel Ruysch war unter einem Glücksstern geboren: Im Alter von 59 Jahren gewann sie 75.000 Gulden in der staatlichen Lotterie der nördlichen Niederlande. Heute sind ihre Gemälde, 250 an der Zahl, in den großen Sammlungen in ganz Europa, den USA und Australien zuhause. Und ihr Preis steigt noch immer, 1999 ging ein Stillleben für 508.000 $ über den Ladentisch.

Gut gemacht, Rahel Ruysch!

Rahel Ruysch in #Guckstu

 

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