Genießen mit Berlin-WoMan: Berlins Strand-Bäder – was sonst?

genießen mit Berlin-WoMan

am Strandbad Jungfernheide ©Berlin-Woman
Am Strandbad Jungfernheide ©Berlin-Woman

 

Wohin nur bei dieser Hitze? Geld für eine Reise ans Meer oder in die Berge ist nicht da. Im Café habe ich meine Lattes aufgetrunken. Und aufm Balkon war ich jetzt auch schon genug. Ah, da gibt’s ja noch die Berliner Strand-Bäder. Feiner Sand an einem natürlichen oder künstlichen See mitten in der Stadt, rundherum Schatten und Grün. Schöööön. Wir haben Berlins Strand-Bäder live und in Farbe getestet. Hier unsere Tipps aus erster Hand.

In Berlin am Strand liegen und baden gehen, das ist ein Traum. Verwirklichen können wir ihn mit einem Besuch in einem der 13 Strandbäder der Stadt. Wir haben die 4 ausprobiert, die man gut mit den Öffentlichen erreichen kann. Über 3/5 € Eintrittsgeld sollte man verfügen, weitere €uros gehen für den Luxus einer Liege, eines Sonnenschirms und für Pommes und Cola weg. Letztes muss aber nicht sein, Picknick mit mitgebrachten Speisen und Getränken im Sand oder auf den Liegewiesen ist genauso schön. Hier ist unsere Bewertung:

Strandbad Jungfernheide, Jungfernheideweg 60, 13629 Berlin-Charlottenburg, U 7, Bus 123, Halt Siemensdamm. Das Naturbad liegt mitten im Volkspark Jungfernheide, einem Landschaftspark in einer ehemaligen Wald- und Heidegegend. Park und Teich wurden 1920-26 auf 112 ha nach Plänen von Erwin Barth errichtet. Der künstliche Teich wird über den Nonnengrabenkanal und die Spree ständig bewässert. Mittlerweile sieht er wie ein natürlicher See aus, umwachsen von schönen alten Bäumen. Das Badegebäude ist ein einfacher eingeschossiger Riegel mit Nutzräumen. Eine Außenbar dient der Verköstigung. Man kann auf der Steinterrasse unter Bäumen, auf Grasflächen oder am Sandstrand, der sich im Halbbogen um die Badebucht zieht, sitzen. Im Wasser gibt es lange Holzstege und eine Badeinsel. Die üppigen Bäume spenden angenehmen Schatten. Volleyball geht auch. Die Bademeister legen manchmal gegen Abend Musik auf. Atmosphäre und Publikum sind gechillt.

Strandbad am weißen See, Berliner Allee 155, 13086 Berlin-Pankow, Tram M4/12/13 bis Berliner Allee/Indira-Gandhi-Straße, Bus 255. Der Weiße See ist ein natürliches Gewässer und das tiefste der Stadt. Das Strandbad gehörte zum Vergnügungspark „Welt-Etablissement Schloss Weißensee“, der schon 1874 errichtet wurde. 1912 legte die Stadt dort die Badestelle an, die es immer noch gibt. Wer gerne in der prallen Sonne im Sand liegt und sich dann von einer breiten Badetreppe in die Fluten stürzt, ist hier richtig. Wir fanden es zu voll, das Nutzgebäude zu runtergekommen, den Strand zu wenig schattig und die Gäste, sorry: zu ostisch. Schon auf der Anfahrt wurden wir wieder mal angepöbelt und im Bad stellten Gäste fest, dass „die Ausländer total englisch sprechen und stundenlang vor einer Tasse Kaffee sitzen“. Der See wiederum betört mit seiner kühlenden Tiefe.

Strandbad Plötzensee, Nordufer 26, 13351 Berlin-Wedding, U 9 Halt Westhafen. S 41/42, Halt Beusselstraße. M 13/50, Bus 106 Halt Virchow Klinikum. Bus 123 Halt Seestraße/Beusselstraße. TXL Halt Beusselstr. Das Strandbad liegt an einem natürlichen See mit sehr guter Wasserqualität. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts gab es hier eine Badeanstalt. 1923 baute Rudolf Germer die 7,5 ha große Anlage aus, versah sie mit einem Promenadenweg und einer Freitreppe. 1926 kamen die zweigeschossigen Eingangsgebäude hinzu. Das wird nicht so richtig genutzt, auch hier sorgen mehrere Außenbars für die Verköstigung der Badegäste. Großzügige schattige Liegewiesen und ein dicht besiedelter Sandstrand laden mehr bzw. weniger zum Chillen ein. Der Wassersteg und der schöne grüne See bieten echten Badespaß. Das Publikum – Westberliner/innen und Gäste, die ihren Jaguar vor der Tür parken müssen – verteilen sich in der sehr großzügigen Anlage, die unter Denkmalschutz steht.

Strandbad Wannsee, Wannseebadweg 25, 14129 Berlin-Zehlendorf. S1/7 Halt Nikolassee. Der Klassiker ist eines der größten Freibäder Europas. Das Bad verfügt über 1,275 km Sandstrand. 1907 angelegt, 1915 von Martin Wagner bebaut und 1927 in ein „Weltstadtbad“ im neusachlichen Baustil verwandelt, sollte es den Berliner/innen eine echte Alternative zum kostspieligen Strandurlaub bieten. Der Wannsee war bis zur Wende einer der größten Seen Berlins und ist eigentlich eine große Bucht der Havel. 2 elegante Promenadendecks mit Hallen dienen den Nutzräumen. Mit Strandkörben, Wasserrutsche und Sprungturm garantiert das Strandbad Badevergnügen für die ganze Familie. Allerdings kann man sich bei Hitze und Ferien, also jetzt, auch mal als Massentourist/in vorkommen. Vorsicht, hier wurde zudem schon scharf geschossen (siehe die Geschichte des Strandbads).

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Ein Gedanke zu „Genießen mit Berlin-WoMan: Berlins Strand-Bäder – was sonst?

  1. Ich darf noch den Halensee hinzufügen, wo ich gestern war, und entgegen meiner Erwartung war es nicht sehr voll. Nudisten und Textiler in trauter Eintracht, das Wasser erfrischend. Man kann auch in einen bewachten Bereich mit Bar und weißen Liegestühlen, das kostet vermutlich. Der Halensee ist am oberen Ende vom Kudamm, also sehr zentral gelegen.

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