Berlin-Women: Anna Dorothea Therbusch

Berlin-Women

Dorothea Therbusch, Selbstbildnis mit Einglas, 1770, Bild: de.wikipedia.org
Dorothea Therbusch, Selbstbildnis mit Einglas, 1770, Bild: de.wikipedia.org

 

Mit 40 kriegte sie die Kurve: Anna Dorthea Therbusch, Zeitgenossin von Angelika Kauffmann und berühmte deutsche Rokokomalerin. Ihr Mut ließ sie Schritte tun, die sowohl für eine Frau, als auch für einen Mann ihrer Zeit außergewöhnlich waren. Auch heute noch ein tolles Role Model. Gestern hatte sie Jahrestag:

 

Anna Dorothea Therbusch, geborene Anna Dorothea Lisiewska (23.07.1721-09.11.1782) ist eine der bekanntesten Rokokomalerinnen, eine außergewöhnliche Künstlerin und eine Berlin-Woman. Den Mumm, eine Künstlerinnenkarriere anzustreben, hatte man ihr in die Wiege gelegt. Sie stammt aus der polnischen Künstlerfamilie Lisiewska. Ihr Vater Georg L. unterrichtete sie, ihre Schwester Anna Rosina und ihren Bruder Christoph Friedrich in der Portraitmalerei.

Mit 21 Jahren heiratete die Malerin den Berliner Gastronom Ernst Friedrich Therbusch, das Paar hatte 7 Kinder. Da blieb erst mal nicht viel Zeit für die Malerei, sie malte heimlich und nachts, kriegte aber dann doch noch die Kurve. Mit 40 Jahren schaffte es Dorothea Therbusch, dass sie an den Stuttgarter Hof berufen wurde, wo sie sich an der Ausmalung des neu erbauten Schlosses beteiligte. Das machte sie so gut, dass sie Herzog Carl Eugen 1762 zum Ehrenmitglied der Stuttgarter Académie des Arts, einer der frühesten deutschen Akademien, berief. 1764 folgte ihr Aufstieg zur Hofmalerin von Kurfürst Karl Theodor in Mannheim.

Hier erfuhr Therbusch von der renommierten Pariser Académie des Beaux-Arts. Mutig reiste sie nach Paris und bewarb sich für eine Mitgliedschaft. Mit dem Ergebnis, dass sich die komplett männliche Belegschaft dagegen stellte. Doch nach einigem Hin und Her wurde ihr prachtvolles Nachtstück „Junger Mann mit einem Glas“ als Aufnahmestück akzeptiert. In Paris blieb der erwartete Ruhm aus. Denn Dorothea Therbusch hatte sich mit dem berühmten Kunstschriftsteller und -kritiker Denise Diderot angefreundet. Er stand ihr Akt, was einen Skandal auslöste.

Dorothea Therbusch gab nicht auf, sie wandte sich an die Wiener Akademie, wo sie 1768 die Ehrenmitgliedschaft erhielt. Ihr Aufnahmestück war das Portrait des Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert. 1769 kehrte sie nach Berlin zurück und etablierte sich hier als Portraitmalerin des europäischen Adels. Gemeinsam mit ihrem Bruder unterhielt sie ein Atelier auf der Hauptstraße Berlins: Unter den Linden. Sie starb im Alter von 61 Jahren, ihr Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof. Therbusch hat uns 200 Werke hinterlassen. Sie befinden sich im Neuen Palais, im Schloss Sanssouci in Potsdam, in der Berliner Gemäldegalerie, im Staatlichen Museum Schwerin, in den Mannheimer Museen und im Düsseldorfer Schloß Benrath.

Happy birthday and thank you, Dorothea!

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