Marsch der Entschlossenen. Das Zentrum für politische Schönheit bettet die toten Flüchtlinge vor dem Kanzleramt, 21.06.2015

Solidarity

Bild: https://www.indiegogo.com
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Bestattungskultur! Es ist keine Frage, dass ein toter Mensch an die Erde, das Feuer, die Luft, das Wasser zurück gegeben wird. Zum Ursprung. Doch immer wieder wird dieses Menschenrecht mit Füßen getreten, so aktuell bei den zu Tode gekommenen Flüchtlingen. Die leblosen Körper werden in Plastiksäcke gestopft, vergraben oder in Lagerhallen geschafft. Das will das Zentrum für politische Schönheit verhindern und hat Berlin zum würdevollen Bestattungsort der betroffenen Flüchtlinge erklärt. Die neuste Aktion: die Toten kommen! Der Marsch der Entschlossenen am 21.06.2015.

 

Die meisten Opfer des „Europäischen Abwehrkriegs“, so nennt es das Zentrum für politische Schönheit, stranden in Italien und Griechenland. Die vorhandenen Bestattungsplätze auf der italienischen Insel Lampedusa und in der griechischen Region Evros sind längst belegt, unwürdige Massengräber und unwürdig bestattete Tote säumen die EU-Außengrenzen.

Nun sammelt das Zentrum für politische Schönheit Geld, um die Leichen nach Deutschland und Berlin – der „Schaltzentrale des Abwehrkriegs“ – zu bringen, wo genügend Bestattungsraum vorhanden ist. Der Transfer eines toten Flüchtlings kostet 14.900 €, die bereits eingegangene Spendensumme geht weit darüber hinaus. Die beiden ersten Bestattungen von Opfern dermilitärischen Abriegelung“, eine syrische Frau und ihr Kind, seien am Dienstag auf dem muslimischen Friedhof in Berlin-Gatow erfolgt. Am Sonntag geht es zum Kanzleramt, um dort weitere Tote abzuliefern, ihnen die letzte Ehre zu erweisen und die Grundsteine des Vorplatzes für ein gigantisches Friedhofsfeld aufzustemmen. Hier soll eine Gedenkstätte für die „unbekannten Einwanderer“ entstehen.

Das Zentrum für politische Schönheit ist für seine provokanten Aktionen bekannt und gefürchtet. 2014 hatten die Künstler/innen der Vereinigung die weißen Kreuze der Mauertoten demontiert und an die EU-Außengrenzen transportiert, um auf die Flüchtlingstode aufmerksam zu machen. Man mag den Künstler/innen, ihr Initiator ist Justus Lenz, Zynismus vorwerfen. Doch wie zynisch ist unsere Politik, die die Toten zu verantworten hat?

Das Zentrum ließ verlauten, dass 10 menschenunwürdige Gräber an den EU Außengrenzen geöffnet und die Leichen exhumiert worden wären. Sie seien auf dem Weg nach Berlin. Die Aktion „Marsch der Entschlossenen“ findet am Sonntag, den 21.06.2015 ab 14:00 Uhr statt. Start ist Unter den Linden 4 auf Höhe der Neuen Wache, der Zug geht zum Kanzleramt. Die Demonstrant/innen sind gebeten, Blumen, Schaufeln, Steinpickel und Presslufthammer mitzubringen.

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