Der Spiegel Berlins: Die Potsdamer Straße

Berlin!

aus dem Archiv von: ©Berlin-Woman
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Wir steigen in den 2-Spänner am Potsdamer Tor (Potsdamer Platz) und fahren durch eine Feld- und Wiesenlandschaft zum Dörflein Schöneberg. Vorbei an Mühlen (in der Lützow- und Kurfürstenstraße), an Vorstadtvillen und dem Botanischen Garten (Höhe Kleistpark). Da hinten taucht der Gasthof Adler auf, unser Haltepunkt (Höhe Kino Odeon). So in etwa sah es auf der Potsdamer Straße vor 230 Jahren aus. 1790 wurde sie die erste befestigte „Kunststraße“ Preußens. Und ist bis heute „der Spiegel Berlins“.

 

Die Potsdamer Straße war Teil der Reichsstraße von Aachen bis Königsberg. Ihr Ursprung ist die Via Regia, die frühmittelalterliche ottonische Königsstraße. Auf ihr zogen die Herrscher durchs Land. 1790/92 wurde die Straße im königlichen Auftrag befestigt und mit Bäumen gesäumt.

Dann entstand der Botanische Garten am Kleistpark, wo u.a. Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht nach französischem Vorbild wuchsen. Anfang des 19. Jahrhunderts wandelte man die Äcker auf Höhe Kleistpark und Lützowstraße in Bauland um. Die erste preußische Eisenbahnlinie kam parallel zur Straße hinzu, gesäumt von mehrstöckigen Mietshäusern mit Piano-, Tapeten-, Lampen- und Nähmaschinen-Manufakturen in den Hinterhöfen. Schiffe entluden ihre Waren am Landwehrkanal, Kutschen und Fuhrwerke sorgten für ein hohes Verkehrsaufkommen. Die Potsdamer Straße wurde zur besten Geschäftsadresse Berlins.

Es siedelten sich große Verlagshäuser wie Fischer und Rowohlt an, Rundfunk wurde gemacht, und ab 1910 gab es  Brot und Spiele im Sportpalast (heute Pallasseum an der Ecke Pallastraße). Arbeiter/innen, Handwerker, Nachteulen, Bohèmiens und elegante Anwohner/innen aus den Seitenstraßen teilten sich das Trottoir. 1923 weigerten sie sich, den Lichtsignalen der ersten Ampel Deutschlands auf dem Potsdamer Platz „zu gehorchen“. 1943 schallte ihr „Ja“ durch den Sportpalast, als hier Joseph Goebbels den „Totalen Krieg“ ausrief.

Nach 1945 zündeten die Nutten die Roten Lichter auf der „Potse“ an. Bis heute haben sich die Nachtclubs und der Baby- und Drogenstrich auf Höhe  Kurfürstenstraße erhalten. In den 1960er Jahren wurde die Straße dann zum Sanierungsgebiet erklärt. Im Norden entstanden die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe und die Staatsbibliothek und Philharmonie von Hans Scharoun. Dann drohte der Kahlschlag, den nur eine kämpferische Hausbesetzerszene aufhalten konnte.

Nach dem Mauerfall realisierten Renzo Piano und Richard Rogers ihren (Alb)Traum eines New Manhatten am Potsdamer Platz. Die restliche Straße zog langsam nach. Mit dem nahegelegenen neuen Park am Gleisdreieck wächst nun ein völlig neues Wohnviertel heran. Rund um das ehemalige Tagesspiegelgelände entsteht eine lebendige Galerien- und Medienlandschaft. Schicke Spezialgeschäfte und coole Cafés eröffnen.

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