Berlin-WoMen: JFK

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„Isch bin ein Bärlinör“ schalte es über den Platz vor dem Schöneberger Rathaus. Dort hatten sich am 26.06.1963 tausende von Berliner/innen versammelt. Der Redner konnte kaum laufen, seine Bandscheibe quälte ihn, er war mit Schmerztabletten vollgepumpt. Aber die Welt hoffte auf ihn. Morgen, den 29.05. wäre er 98 Jahre alt geworden. Der Berlin-WoMan John F Kennedy:

Der Kalte Krieg, die Kubakrise, der Mauerbau, die bemannte Raumfahrt, der Vietnamkrieg und die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung. Diese historischen Meilensteine zeichneten den Weg von JFK (29.05.1917-22.11.1963), der 1961-63 Präsident der Vereinigten Staaten war. Der Demokrat und Katholik galt als Erneuerer. Tatsächlich war er ein brillanter Stratege und Blender.

JFK stammt aus einer angesehenen und wohlhabenden Politikerfamilie. Er wurde an verschiedenen Privatschulen und in einem Internat erzogen. 1963-40 studierte er in Harvard. In dieser Zeit bereiste er Europa, das vor dem Krieg stand. 1941 wurde er in die US-Marine aufgenommen und als Kommandant in den Pazifik entsandt. Nach dem Krieg arbeitete JFK als Journalist. Mittels eines Spendentricks seines Vaters trieb er seine Politik-Karriere massiv voran.

1946 wurde er ins Repräsentantenhaus gewählt, von dort startete sein Stimmenfang für das Präsidentenamt. 1952 wurde er Senator von Massachusetts. Die Eheschließung mit Jacqueline Bouvier, einer Tochter aus amerikanischem „Hochadels“ war ein weiterer Schachzug. 1957 erhielt er den Pulitzer Preis für sein Buch „Zivilcourage“ über Politik und Gewissen, das ein Ghostwriter für ihn schrieb.

1961 gewann er dann die Präsidentschaftswahl. Ausschlaggend war u.a. das erste Fernsehduell der Welt gegen seinen Kontrahenten Richard Nixon, das 70 Mio Zuschauer sahen. Er war gepflegter und attraktiver als der intelligentere Nixon. JFK herrschte 1.036 Tage, auf die viele einschneidende außen- und innenpolitische Ereignisse fielen. Mithilfe seiner charmanten First Lady sorgte er für eine Volksnähe, die er selbst gar nicht hatte. Denn sein Regime war strikt und geheim. Mit seinem Team schirmte er sich komplett ab.

Sein Inner Circle bestand aus seinem Bruder Rob (Justizminister), Larry O´Brien (Legislative), Ted Sorensen (Redenschreiber), Pierre Salinger (Presse), Kenneth O´Donnell, David Powers und Evelyn Lincoln (Office) und McGeorge Bundy (Nationale Sicherheit). Als Berater wurde Arthur M. Schlesinger, als Finanzminister der Republikaner C. Douglas Dillon und als Außenminister der blasse Dean Rusk bestellt. Innenpolitisch schürte JFK neue Hoffnungen unter der Bevölkerung und versuchte – teilweise vergeblich – diverse Reformen durchzusetzen.

JFK sprach mit doppelter Zunge, er beschwor den Frieden und führte zugleich die größte Aufrüstungskampagne der USA an. Sein Interesse an der Aufhebung der Rassentrennung, der Erhöhung von Arbeitslosengeld und Mindestlohn zielte auf die Schaffung eines starken und kämpferischen Staates als Weltmacht ab. Und dazu brauchte er jede/n.

JFK war der Liebling der nationalen Minderheiten … und der Frauen. Ihm werden zahllose Affairen nachgesagt, u.a. mit Marilyn Monroe. Auch nahm er die Dienste von Callgirls in Anspruch. Er litt unter einen schwachen Gesundheit: Gelbsucht, Asthma, Reizdarm, Nierenschwäche, Bandscheibenprobleme und Osteoporose. Er trug ein Korsett. Am 22.11.1963 fiel er auf einer Wahlreise in Dallas Texas einem Attentat zum Opfer, das die USA in Schock versetzte. Bis heute ist der Mord nicht aufgeklärt. Lyndon B. Johnson wurde Kennedys Nachfolger. Er trieb dessen Reformen voran, schürte den Vietnamkrieg und hat 100.000e getötete und traumatisierte Amerikaner/innen auf dem Gewissen.

Und das alles für eine heutige USA, die sich und ihre Kinder vergessen hat!

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