Berlin-Women: Patti Smith

Berlin-Women

Patti Smith auf Berlin-Woman

„Das solltest du dir mal anhören“, sagte vor vielen, vielen Jahren eine Mitschülerin zu Berlin-WoMan und drückte ihr „Horses“ in die Hand. Patti Smith ist immer noch eine der führenden Rock- und Punkpoetinnen der Welt. Aktuell ist sie auf Tour und wird im August in Berlin spielen. Hier erfahrt ihr mehr über die „Godmother of Punk“:

 

Patti Lee Smith (*30.12.1946) ist eine der bedeutendsten Singer-Songwriter/innen und Rockmusiker/innen der Welt. Auch arbeitet sie als Lyrikerin, Fotografin, Malerin und Muse.

Dabei sah ihr Anfang überhaupt nicht nach einer künstlerischen Karriere aus. Patti wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Chicago auf, beendete die Schule mit 16 Jahren und ging in die Fabrik zum Geldverdienen. Schon mit 18 wurde sie Mutter einer Tochter. Das Kind gab sie zur Adoption frei und zog nach New York. Dort traf sie Robert Mapplethorpe, der ihr Partner und Fotograf wurde. Patti schloss sich der Beat Generation an und begann, Gedichte zu schreiben und in Szenezeitschriften zu veröffentlichen. Sie begeisterte sich für Jim Morrison, dem größten Rockpoeten ihrer Zeit und Arthur Rimbaud, den größten französischen Bohème-Dichter. Auf einer Reise nach Frankreich besuchte sie die Gräber der beiden Künstler. Auch befreundete sich mit den zeitgenössischen Dichtern Sam Shepard und William S. Bourroughs.

Kontakte zur New Yorker Punk-Szene und ihre Freundschaft zum Punk-Musiker Tom Verlaine von der Gruppe „Television“ gaben den Impuls zur ersten Single: Hey Joe. Ein Jahr später, 1975, veröffentlichte sie ihr legendäres Album „Horses“, auf dem die Musiker der späteren Patti Smith Group spielten. Das Album eröffnete die US-amerikanischen Punk- und New Wave-Bewegung. Ihre Texte assoziiert Patti in einer rauhen, traumverlorenen Vortragsweise. Aufbegehrend und seismographisch singt sie zu Themen ihrer Zeit. Horses wurde kein kommerzieller Erfolg. Überhaupt war das einzige finanziell erfolgreiche Album Easter von 1978. Die ausgekoppelte Single Because the Night, die Patti mit Bruce Springsteen schrieb, wurde zum Superhit.

Das bürgerliche Leben erwischte Patti mit 34 Jahren, sie heiratete den Gitarristen Fred Smith und bekam 2 Kinder. Mit dem Ehemann nahm sie 1988 „Dream of Life“ auf. Dann ereilten sie heftige Schicksalsschläge, sie verlor 1994 ihren Mann, kurz danach ihren Bruder, dann ihren langjährigen Freund Mapplethorpe und ihren Pianisten. Der Schmerz setzte Energien frei, und die Musikerin stürzte sich in Arbeit. Seit 1996 veröffentlicht sie regelmäßig Alben, teilweise in der alten Bandbesetzung. Ihre Auftritte kombinieren Musik und Lesungen miteinander. 2007 brachte sie „Twelve“ heraus, auf dem sie 12 Coverversionen von Rockklassikern, darunter Nirvana, die Rolling Stones u.a., singt. Insgesamt hat die preisgekrönte Musikerin ein Werk von 20 Alben und 17 Büchern geschaffen. Neben der Musik schreibt, malt und fotografiert sie. Franz Gertsch hat sie in einem großformatigen 5teiligen Bilderzyklus festgehalten.

Die Rolle der Muse gefiel Patti Smith gut.

Patti Smith ist auf Tour

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