Original unverpackt – Berlin-WoMan testet den Laden für nachhaltiges Einkaufen

grüne Unternehmen

©Gabi Helmchen
©Gabi Helmchen

 

„Original Unverpackt – der Laden für nachhaltiges Einkaufen“ wurde im vergangenen Jahr in Berlin-Kreuzberg aufgemacht. Eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion hat es möglich gemacht. Die Idee ist so genial wie einfach: Verpackungsmüll sparen durch den Verkauf unverpackter Waren. Die Kund/innen bringen die Verpackungen einfach mit und füllen sich selbst die gewünschte Menge ab. Berlin-WoMan hat getestet, ob das Konzept aufgeht:

Milena Glimbovski und Sara Wolf, die beiden Geschäftsführerinnen von „Original Unverpackt“, haben 2 Jahre an der Umsetzung ihrer Idee gearbeitet, um einen Supermarkt mit unverpackten Lebensmitteln und Waren des täglichen Gebrauchs ins Leben zu rufen. Sommer 2014 sammeln sie mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne 115.000 €. September 2014 eröffnen sie in Berlin-Kreuzberg ihr Geschäft, das Team ist inzwischen auf mehr als 10 Personen gewachsen. Ihr Ziel: alles anzubieten, was ein regulärer Supermarkt im Sortiment hat. Zur Zeit sind um die 400 Artikel im Angebot.

Das Crowdfunding, das Presse-Echo und die sehr schöne Website schrauben die Erwartung hoch. Gespannt statten wir „Original Unverpackt“ einen Besuch ab: Der Laden ist kein Supermarkt, sondern wirkt wie ein charmanter Bioladen aus den Anfängen des Bio-Booms. Er ist klein, das Sortiment übersichtlich. Sind es wirklich 400 Artikel? Es gibt Lebensmittel, Naschwaren, Spirituosen, Kosmetik, Reinigungsmittel, Bücher, Behälter für den Transport und die Küche zu Hause. Berlin-WoMan zählt: 10 Sorten Tee, 15 verschiedene Gewürze, 3 Sorten Nudeln und 5 Sorten Reis. Flohsamenschalen gibt es leider nicht, aber der Verkäufer nimmt die Nachfrage als Hinweis und bedankt sich sogar dafür. Er ist unglaublich freundlich, hört aufmerksam zu, nimmt sich Zeit, das Prinzip des unverpackten Einkaufs zu erklären. Zimt gibt es, aber wie transportieren? Dafür gibt es kostengünstige Gläser in allen Größen. 20 g Zimt plus Glas plus einen Salatkopf für 2,23 €, das ist billiger als in den meisten Bioläden.

Original Unverpackt“ bietet eine gute Einkaufsmöglichkeit für Menschen, die in der Nähe wohnen oder mit dem Fahrrad oder Auto kommen. Für Käufer/innen aus anderen Bezirken ist es dann doch beschwerlich, sämtliche Verpackungen von zu Hause mitzubringen. Es erfordert richtig Planung, die richtigen Behältnisse für die entsprechenden Waren mit im Gepäck zu haben. So geht z.B. Zimt nicht in der Tüte oder im Beutel.

Und da entdecken wir auch schon die verpackten Waren, wie Honig, diverse Pestos, Smoothies, Seife, Bier, Limonade. Hier stößt „Original Unverpackt“ an die eigenen Grenzen.

Unser Resümee: Das Anliegen von „Original Unverpackt“ ist gut, der Laden klein und fein, das Sortiment ausbaufähig. Der Slogan aber müsste unbedingt noch einmal überdacht werden. Dann klappt es auch mit der „Verpackung“.

weiterführende Infos:

Stadtmagazin von Immowelt
Original Unverpackt

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