Nein zum Vatertag – Ja zum Tag der alleinerziehenden Väter!

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Bild: kiwikatze.com
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Vatertag, das ist: das Geräusch von Bollerwagen mit den Bierkisten über die gepflasterten Straßen Berlins und Brandenburg. Das sind: Väter und Nichtväter mit albernen Hüten auf dem Kopf, die einen „kleinen Feigling“ nach dem anderen leeren und zum Kreis zusammenlegen. Diese Form hat dann auch ihr Rückweg, irgendwann heute Nachmittag. Gruselig! Dabei gibt es so wichtige Themen rund um den Vatertag. Allen voran: der alleinerziehende Vater.

Gar nicht so einfach, Zahlen und Infos zum alleinerziehenden Vater zu finden. Sie gehen im Wust der Analysen, Statistiken und Abhandlungen über die 2.308.000 alleinerziehenden Mütter in Deutschland schlichtweg unter. Die alleinerziehenden Männer sind Außenseiter der Gesellschaft, aber wachsen mit ihren 389.000 stetig zu einer gesellschaftlichen Gruppe heran. Nach dem Stand von 2013 würden sie bereits eine kleine Großstadt füllen.

Was unterscheidet alleinerziehende Väter von alleinerziehenden Müttern? Noch hat ihr Status Exotenqualität, die Gesellschaft reagiert irritiert auf diese neuen Männer. Denn bei ihnen greifen die herrschenden Klischees und Vorurteile nicht mehr. So ist der alleinerziehende Mann nicht zwangsläufig der bemitleidenswerte Witwer mit 3 Kindern. Oder der rachsüchtige geschiedene Vater, der sich das Sorgerecht für das Kind erstreitet, um die Erziehung dann an sein Umfeld abzugeben. Heute ist fast die Hälfte der alleinerziehenden Männer geschieden, die andere Hälfte setzt sich aus getrennt Lebenden, Ledigen und Witwern zusammen. Für ihr Lebensmodell als dauerhaft alleinerziehender Mann mit dem Sorgerecht für das Kind/die Kinder hat unsere Gesellschaft noch keinen Namen parat.

Von daher fühlen sich viele Betroffene doppelt ausgegrenzt: Sie gehören nicht zu den Männern in der klassischen Rolle des Familienernährers, sind aber auch nicht wie die alleinerziehenden Frauen. Ihre Gruppe besteht aus einem breiten Spektrum unterschiedlicher Lebenslagen, die auf ein krisenhaftes Ereignis zurückgehen. In der Regel haben die Männer durch Tod, Erkrankung (psychischer und physischer Art) oder die emotionale Bindungsunfähigkeit der Partnerin die Rolle des Alleinerziehenden angenommen. Die Schicksalhaftigkeit ihres Status ist weitaus stärker, als der der alleinerziehenden Mütter.

Übernimmt ein Mann die Erziehung, ändert sich für ihn und das Kind/die Kinder alles. Es entsteht eine völlig neue Konstellation, der Mann muss sich nun auch die „unmännlichen“ Softskills: Zuwendung und emotionale Fürsorge aneignen. Eine Herausforderung für die meisten Männer, an denen sie aber sehr wachsen können. Wie die alleinerziehende Frau muss der alleinerziehende Mann beides sein: Vater und Mutter. Ein regelmäßiger Tagesablauf, Fairness im Umgang mit der getrennten Partnerin, Aufbau eines familiären und freundschaftlichen Netzwerkes und der Besuch einer Selbsthilfegruppe sind das A und O für eine gelungene alleinerziehende Vaterschaft.

Hutab vor allen alleinerziehenden Vätern!

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