Nein zum Muttertag – Ja zum Tag der alleinerziehenden Mütter!

Solidarity

Bild: youngmom48.wordpress.com
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Supermom! Wie an jedem 2. Sonntag im Mai ist es auch heute wieder so weit. Dann hören die Mütter verordneterweise das, was viele täglich verdient hätten. Begeht den Muttertag nicht unkritisch als Festtag. Schaut lieber genau hin und feiert ihn als Memorial Day. Denn im Muttertag steckt viel mehr Zündstoff als ihr denkt: 

 

Schon in den 1920er Jahren, als der Muttertag aus den USA nach Europa kam, stand er im kommerziellen Interesse. Vor allem setzte sich der dtsch. Blumenhändlerverband für seine Anerkennung und Etablierung ein. Im Nationalsozialismus wurde der Muttertag  als Gedenk- und Ehrentag offiziell anerkannt. 1933-45 galt er den gebärfreudigen “arischen” Müttern mit “Mütterweihen” und der Verleihung des “Ehrenkreuz der dtsch. Mutter”. Nach dem 2. Weltkrieg vereinnahmten ihn erneut die Floristenverbände.

Jährlich bringt der gesetzlich nicht verankerte Festtag 130 Mio € Umsatz allein für Schnittblumen ein, ein neuer Trend geht hin zu Sachgeschenken. In den USA kommt der kommerzielle Erfolg des Muttertags gleich nach dem von Weihnachten.

Berlin-WoMan fordert: Kein schlechtes Gewissen mit Blumen, Pralinen und iPhones wett machen! Besser in Lösungen für die prekäre Situation der alleinerziehenden Mütter investieren, denn: 

  • unter den 40 % alleinerziehenden Eltern, die von Hartz 4 abhängig sind, sind 91 % Frauen (=600.000) mit rund 900.000 Kindern.
  • von den alleinverdienenden Müttern haben 1/3 nur 900 € netto im Monat und werden in den stressigen Branchen: Einzelhandel und Gastgewerbe aufgerieben.

Die alleinerziehenden Mütter mit ihren Kindern sind die Verlierer/innen unserer Gesellschaft. Erzwungene Langzeitarbeitslosigkeit, Minijobs am Rand des Existenzminimums, unterqualifizierte Nebentätigkeiten und die drohende Altersarmut mindern die Lebensqualität der Betroffenen.

Das darf nicht sein!

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