World-WoMen: Novalis

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Novalis, Stahlstich von Friedrich Eduard Eichens (1845), Bild: de.wikipedia.org
Novalis, Stahlstich von Friedrich Eduard Eichens (1845), Bild: de.wikipedia.org

„Poesie ist die große Kunst der Konstruktion der transzendentalen Gesundheit. Der Poet ist also der transzendentale Arzt.“ lautete die Devise von Georg Friedrich Philipp Freiherr von Hardenberg. Er hatte nicht viel Zeit, um einer der bedeutendsten Literaten der deutschen Frühromantik zu werden. Novalis ist sein Name.

 

Novalis (02.05.1772-25.03.1801) ist ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Philosoph. Er stammt aus einem alten, niederdeutschen Adelsgeschlecht und wuchs in einem kleinen Renaissanceschloss mit Gutshof in Oberschwedtstedt auf. Seine Erziehung war streng pietistisch, zunächst durch Hauslehrer, dann vor allem in Rhethorik und Latein am Prima Gymnasium in Eisleben. Mit 12 Jahren kam Novalis für ein Jahr auf das Gut seines Onkels, dem Landverwalter des Deutschen Ordens, Friedrich Wilhelm Freiherr von Hardenberg.

6 Jahre später nahm der angehende Dichter ein Jurastudium auf. Er besuchte die Unis in Jena, Leipzig und Wittenberg. Auch hörte er die Geschichtsvorlesungen von Schiller, mit dem er sich später befreundete und den er während seiner Tuberkulose-Erkrankung pflegte. Weitere Kontakte und Freundschaften entstanden mit Goethe, Herder, Jean Paul, Tieck, Schelling und den Brüdern Schlegel.

Nach dem Studiumabschluss mit Bestnote arbeitete Novalis als Schreiber und Amtsgehilfe. 1795 verlobte er sich mit der 13jährigen Sophie von Kühn, die er bereits 2 Jahre später durch den Tod an Tuberkulose verlieren sollte. Der Altersunterschied der beiden wurde im Kreis um Novalis sehr kontrovers aufgenommen. Im Verlobungsjahr zog er nach Weißenfels/Saale, wo er eine Stelle in der Salinendirektion innehatte. Hier entwickelte er den Ansatz seiner „Liebesreligion„, die von der Lehre Johann Gottfried Fichtes abgeleitet war und im „Du“ die Vollendung sah.

Nach dem Verlust seiner Geliebten studierte er an der Bergakademie in Freiberg die Fächer: Bergwerkskunde, Mathematik, Chemie und Grubenlehre.

Ab 1798 publizierte er unter dem Pseudonym „Novalis“. Noch im selben Jahr verlobte er sich mit Julie von Charpentier, der Tochter des Berghauptmanns und Professors Johann Friedrich Wilhelm von Charpentier. Novalis machte sowohl beruflich, als auch künstlerisch Karriere. Er reüssierte zum Mitglied des Salinendirektoriums, wurde Landrat, war an der geologischen Vermessung seiner Region beteiligt und trat in den Kreis der Jenaer Romantiker ein.

1800 erkrankte er unheilbar an Lungenschwäche und starb am 25.03.1801 im Alter von nur 28 Jahren. Zu Lebzeiten erschienen seine Fragmente „Blütenstaub“, „Glauben und Liebe oder der König und die Königin“ und „Hymnen an die Nacht“ . Posthum veröffentlichten Tieck und Schlegel seine unvollendeten Romane „Heinrich von Ofterdingen“, „die Lehrlinge zu Sais“ und „Die Christenheit und Europa“. Novalis hinterließ ein großes Konvolut an Aufzeichnungen, dessen Multiperspektive den Charakter einer Enzyklopädie hat. Er trug Beobachtungen zu Geschichte und Politik, Philosophie, Religion, Ästhetik und Naturwissenschaftsgeschichte zusammen, wobei er das Format des „Fragments“ als literarische Kunstform pflegte. Philosophie und Dichtung bildeten für ihn eine Einheit. Er strebte die Universalpoesie zum besseren Verständnis der Welt an.

Novalis war ein „Heiler“.

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