Berlin-Women: Elisabeth Vigée-Lebrun

Berlin-Women

Elisabeth Vigée-Lebrun, Selbstbildnis mit Strohhut,  nach 1782, National Gallery, London. Bild: http://de.wikipedia.org
Elisabeth Vigée-Lebrun, Selbstbildnis mit Strohhut, nach 1782, National Gallery, London. Bild: http://de.wikipedia.org

Mit 15 verdiente sie ihr eigenes Geld. Man sagte ihr nach, eine der schönsten Frauen von Paris gewesen zu sein. Louise Elisabeth Vigée-Lebrun (16.04.1755-30.03.1842) war eine der berühmtesten Portraitmalerinnen Frankreichs. Nach der französischen Revolution führte sie ein bewegtes Leben im Exil und landete auch in Berlin. Heute hat sie ihren 260. Jahrestag. Hier erfahrt ihr mehr:

 

Louise-Elisabeth Vigée-Lebrun kam mit 5 Jahren auf ein Klosterinternat, wo ihr großes Zeichentalent auffiel. Daraufhin wurde sie von ihrem Vater, dem Künstler Louis Vigée ausgebildet. Weiteren Unterricht erhielt sie bei Gabriel Briard und Claude Joseph Vernet.

Im Alter von 19 wurde sie Mitglied der Künstlergilde Saint Luc, die ihr den Status einer Profimalerin bescheinigte. Ihre Ehe mit dem Kunsthändler Jeanne Baptiste Pierre Lebrun sorgte für eine glänzende Karriere: 1779 wurde sie an den Hof berufen, um die Königin Marie-Antoinette zu portratieren. In der Folge erhielt sie zahlreiche Bildnisaufträge aus adeligen Kreisen.

Eine Reise nach Flandern und in die Niederlande brachte ihr die flämischen Meister und deren besondere Maltechnik nahe. 1783 ernannte man(n) sie – begleitet von einigen Querellen – zum Mitglied der Académie des Beaux Arts in Paris. Zur gleichen Zeit wurde die Stillebenmalerin Anne Vallayer-Coster aufgenommen. Vigée-Lebrun etablierte sich als Malerin der Königinnen, sie malte mehr als 30 Portraits verschiedener Herrscherinnen. Ihre Bildnisse zeichnen sich durch eine reiche Farbgebung, elegante Kostümierung und geschickte Idealisierung aus.

Nach Ausbruch der französischen Revolution floh Elisabeth Vigée-Lebrun mit ihrer Tochter ins Ausland. 1789-1793 lebten sie in Italien, 1793/94 in Wien und 1795-1801 in St. Petersburg, wo die Malerin zum Akademiemitglied gekürt wurde. Eine zweite Karriere als Portraitistin der europäischen Aristokratie gelang, Vigée-Lebrun konnte ein beträchtliches Vermögen erwirtschaften.

Auf dem Rückweg in ihr Heimatland machte sie 1801 Station in Berlin, wo sie Königin Luise und andere preußische Adelige malte und zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt wurde. Aufenthalte in England und der Schweiz folgten, 1809 ließ sie sich endgültig in Frankreich nieder. 1835-37  veröffentlichte die Malerin ihre Memoiren, die Einblick in eine außergewöhnliche Künstlerinnenkarriere um 1800 bietet. Sie starb im Alter von 86 Jahren und hinterließ rund 660 Portraits und 200 Landschaftsbilder. Zahlreiche große Museen in Europa und den USA besitzen Werke der Künstlerin, so auch die Berliner Gemäldegalerie.

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