World-Women: Emmy Noether, Mathematikerin (23.03.1882-14.04.1935)

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Bild: de.wikipedia.org
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Emmy Noether (23.03.1882-14.04.1935) ist die berühmteste Mathematikerin der Welt. Sie gründete die moderne axiomatische Algebra und revolutionierte die Theorie der Ringe, Körper und Algebren. Ihr Lehrsatz bildet die Grundlage der Physik des 20. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten wurde ihr Genie nicht angemessen anerkannt. Hier ist der bewegte Werdegang der jüdisch stämmigen Wissenschaftlerin:

 

Emmy Noether stammt aus einer jüdischen Mathematiker-Familie in Erlangen. Sie besuchte die höhere Töchterschule, machte 1900 ihr Lehrerinnenexamen für Englisch und Französisch und 1903 das Abitur als Hospitantin an der Uni Erlangen. In der Zeit wurden Frauen erstmals zu den Unis zugelassen. Noether nahm ein Studium in Erlangen und Göttingen, der Hochburg der Mathematik, auf.

Nach ihrer Promotion, die sie 1907 mit summa cum laude bestand, hätte sie sofort habilitieren und eine Professur erhalten müssen. Doch die Wissenschaftsmaschinerie der Zeit hatte keinen Platz für ein weibliches Genie. So lehrte und forschte sie erst einmal unentgeltlich an der Uni Göttingen. Gerne hörte man ihren Vortrag auf der Jahresversammlung der “Dtsch. Mathematikervereinigung”, lehnte aber gleichzeitig ihren Antrag auf Habilitation ab.

Erst als das landesweite Frauenstudium anerkannt wurde, konnte sich Noether habilitieren und unter eigenem Namen lehren und veröffentlichen, u.a. die Arbeit “Idealtheorie in Ringbereichen”, die international Furore machte. In Göttingen galt sie als einflussreichste akademische Lehrerin, gründete „eine eigene Schule“ und scharte einen wachsenden Kreis an Schülern, Doktoranden und Kollegen um sich. Aus dem erwuchsen weitere Karriereschritte: 1922 erhielt sie als erste Frau in Deutschland eine außerordentliche Professur, 1923 einen bezahlten Lehrauftrag, 1928 eine Gastprofessur in Moskau und 1930 eine Gastprofessur in Frankfurt/M. 1932 wurde sie mit dem Ackermann-Teubner Gedächtnispreis ausgezeichnet und hielt im selben Jahr einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Zürich.

Unter der nationalsozialistischen Herrschaft verlor Noether ihre Lehrbefugnis, woraufhin sie 1933 in die USA emigrierte, eine Gastprofessur am Bryn Mawr Frauen College wahrnahm und am Institute of Advanced Studies lehrte. 1934 kam sie noch einmal nach Europa. Ein Jahr später starb sie in den USA an einer Tumoroperation. Ihr Grab befindet sich unter dem Kreuzgang in der M. Carey Thomas Library in Bryn Mawr.

Ein Gedanke zu „World-Women: Emmy Noether, Mathematikerin (23.03.1882-14.04.1935)

  1. Ich stelle einmal mehr mit Schrecken fest, dass ich noch nie von dieser Frau gehört habe. DANKE, dass Berlin Women endlich Öffentlichkeit für diese bedeutenden Frauen schafft.

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