World-Women: Billie Holiday

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Billie Holliday auf Berlin-Woman

Das Licht geht aus. Nur ein Spot erhellt das Gesicht einer Frau mit einer weißen Gardenie im Haar. Elinore Harris, Eleanora Fagan, Lady Day, Eleonora McKay sind die Namen der wohl berühmtesten Jazz-Sängerin der Welt. Ihr Feeling für Rhythmus und Improvisation beeinflusste viele Jazzgrößen. Am 07.04.2015 war ihr 100. Jahrestag. Erfahrt und hört mehr von: Billie Holiday.

 

Billie Holiday (07.04.1915-17.07.1959) wächst in ärmlichen Verhältnissen in Philadelphia auf. Früh erlebt sie sexuelle Gewalt und Prostitution. Als Jugendliche geht sie mit ihrer Mutter nach New York, wo sie 1929 in einem Bordell verhaftet wird. Billie begeistert sich für Louis Amstrong und Bessie Smith. Es ist der Ersatz für eine eigene musikalische Ausbildung, an die gar nicht zu denken ist. Ihr musikalisches Talent ist angeboren und ihren unvergleichlichen Improvisationsstil entwickelt sie für sich selbst.

Mit 14 Jahren singt sie in Harlemer Nachtclubs, mit 18 Jahren entdecken sie die Musikproduzenten John Hammond und Bernie Hanighen. Die erste Aufnahme mit Benny Goodman wird mit 5.000 verkauften Platten zum Hit. 1935 folgt der Vertrag. Billie kommt mit allen Jazzgrößen der Zeit zusammen, sie tritt mit Lester Young, Count Basie, Artie Shaw, Duke Ellington u.a. auf. Der Swing und die Jukebox, die die US-amerikanische Musikwelt erobern, begünstigen ihren kometenhaften Aufstieg. Ihre Hits: What a Little Moonlight Can Do, I Cried for You, They Can’t Take That Away from Me oder God Bless the Child stürmen die Charts.

Obwohl sie als erste schwarze Frau auch mit einer All WhiteBesetzung auf die Bühne geht, erfährt sie immer wieder massive Rassendiskriminierung. Oftmals darf sie nur die Hintereingänge ihrer Auftrittsorte benutzen. Auch verlangt man von ihr, ihren hellen Teint zu schwärzen, um das Klischee der negroiden Sklavensängerin zu bedienen. 1939 nimmt sie den politischen Song „Strange Fruit“ über die Lynchjustiz an Schwarzen auf. Nach langen Querelen kommt es zur Veröffentlichung bei den Commodore Records. Das Stück, das sie mit einer weißen Gardenie im Haar vorträgt, wird zu ihrem Markenzeichen.

1944 feiert sie die Metropolitan Opera als erste Jazzsängerin. Sie zählt zu den berühmtesten Musiker/innen ihrer Zeit. Das hat seinen Preis, denn nun kann sie ihre Erkrankung an einer Drogensucht nicht mehr verbergen. Sie wird polizeilich verfolgt und kommt 1947 für ein Jahr ins Gefängnis. Comebackauftritte in ausverkauften Häusern beweisen die Treue und Begeisterung ihrer Fans. Aber auch das hilft ihr nicht mehr. 1959, im Alter von 44 Jahren, stirbt sie an den Folgen ihrer Erkrankung im Metropolitan Hospital. Die letzte Bescheinigung zu Lebzeiten ist ein Haftbefehl wegen Drogenbesitzes.

Billie Holiday ist in der Blues Hall of Fame und dem Hollywood Walk of Fame aufgenommen.

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