WE mit Berlin-MoMan: Welcome to the magic ballroom. Monika Ortmann im Kunstverein Schwedt

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Monika Ortmann, welcome to the magic ballroom, ©Monika Ortmann, Bild: schwedt.eu
Monika Ortmann, welcome to the magic ballroom, ©Monika Ortmann, Bild: schwedt.eu

„Welcome to the magic ballroom“, das klingt wie der Titel einer fantastischen Erzählung von Alice im Wunderland. Wir erwarten Musik, Tänzer und Zauberei. Und das löst die Künstlerin Monika Ortmann in ihrer aktuellen Ausstellung im Kunstverein Schwedt restlos ein. Ein Besuch lohnt sich.

 

In den Räumen der Galerie am Kiez und dem ehemaligen Tabakspeicher des Kunstvereins Schwedt hat die Künstlerin Monika Ortmann ein Szenario aufgebaut, das uns in eine andere Welt versetzt. Vor uns schweben farbige durchscheinende Figurinen umkränzt von Krinolinen, Kreisen und Ringen. Sie bewegen sich im Luftzug und führen ein zartes, lautloses Pas de Deux vor. Diese Ballerinen hat die  Künstlerin für uns geschaffen. Für unsere Eindrücke, Assoziationen und Ideen, die uns beim Besuch dieses verrückten und zauberhaften Ballsaals beflügeln.

In einem anderen Raum sind schwarze Riesensynapsen aufgespannt. Von einer Kugel zur nächsten scheinen sie ihre nicht endende Energie zu senden. Wir schauen in das Nervensystem eines komplexen Mechanismus hinein, der organisch, mechanisch oder virtuell sein kann, ganz wie wir es sehen wollen. Auch hier gibt die Künstlerin kein Deutungssystem vor. Unser Blick wird frei für: Mikro- und Makrosysteme, ein Paradigma der modernen Computerwelt, ein biologisches und medizinisches System usw.

Vernissage: 28.03.2015, 15:00 Uhr. Mit einer Laudatio von Dr. Carola Muysers
und Musik von Paul Müller

Seit den 1970er Jahren arbeitet Monika Ortmann mit einem Werkstoff, dem wir diese künstlerische Dimension nicht zugetraut hätten. Schlicht und ergreifend ist es die Nylonstrumpfhose, eine modische Erfindung aus Frankreich. Mit Aufkommen des Minirocks setzte sich diese Beinbekleidung in den 1960er Jahren international durch und wurde sofort zum Massen- und Wegwerfprodukt. Wenn unsere Feinstrumpfhose ein Loch hat, schmeißen wir sie weg! Oder etwa nicht? Nein, denn da ist Monika Ortmann, die aus den Löchern, Laufmaschen und zerrissenen Teilen Wunderwerke schafft. Nicht die Herren Erfinder des Nylons und Perlons, und auch nicht die Waffenindustrie, die daraus Fallschirmseile und Hochdruckschläuche fertigt, haben das geschafft. Es war eine Künstlerin!

Monika Ortmann malt, bildhauert, baut, entwirft und forscht mit der Feinstrumpfhose. Und sie zaubert mit ihr. Ihre Arbeiten hat sie in Europa, Asien, den USA und auf Kuba gezeigt. Sie hat Preise, darunter den Kunstpreis Wasser und den Alfred Rethel Preis, erhalten. Und ihre Werke befinden sich in verschiedenen Museen und Sammlungen.

Nach oder vor dem Ausstellungsbesuch eine Rad/Wandertour gefällig? Schwedt und Umgebung bietet herrliche Tages- und Wochentouren.

Welcome to the magic ballroom. Monika Ortmann. Rauminstallation. Kunstverein Schwedt e.V. Galerie am Kietz, Gerberstr. 2, 16303 Schwedt/Oder, 03332 512410, Di, Mi 10:00-16:00 Uhr, Do 10:00-18:00, So 15:00-17:00 Uhr,  28.03.-21.05.2015

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