Berlin-WoMen: Klaus Staeck

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Klaus Staeck auf Berlin-Woman

Man mag von ihm halten, was man will. Aber solange ER bei den Eröffnungen der Akademie der Künste anwesend war und das Wort ergriff, wussten wir, noch ist die Kultur in unserem Lande nicht ganz am Boden. Klaus Staeck ist old school, sehr präsent und auf eine verzeihliche Weise eitel. Nun geht der Präsident der AdK „in den Ruhestand“:

 

Klaus Staeck (*28.02.1938) ist ein deutscher Künstler, Kunstaktivist und Jurist. 2006-2015 war er Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Er wuchs in Bitterfeld in der DDR auf und siedelte 1957 nach Heidelberg um, wo er das West-Abitur nachmachen musste, auf dem Bau arbeitete und dann Jura in Heidelberg, Hamburg und Berlin studierte. Parallel zum Studium und Referendariat begann er, Postkarten, Plakate und Flugblätter mit politisch-satirischen Inhalten zu produzieren und zu verbreiten. Auch beschäftigte er sich mit der Holzschnitt-Technik. Seine Kunst-Arbeit fächert sich in die Bereiche Kunstprodukte, Kunstaktionen und Kunstvermittlung auf, die einander greifen und einander bedingen.

Klaus Staeck arbeitete als Kunsttutor und Kunstdozent, kooperierte mit Joseph Beuys, Jochen Götze und Gerhard Steidl, gründete die IKI (die heutige Art Cologne) mit und rief den Produzenten Verlag: Edition Tangente (die heutige Edition Staeck) ins Leben. 1973 war er Mitbegründer der „Freien Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung“ von Joseph Beuys.

Berühmtheit erlangte er mit seinen provokanten Kunst-Aktionen und -Skandalen. z.B. plakatierte er 1971 ganz Nürnberg zum Dürer-Jahr mit dem Portrait von Dürers Mutter und der bohrenden Frage: „Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten“? 1972 verbreitete er 1 Mio Plakate, Postkarten und Aufkleber zum Thema „Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen“. Immer wieder gab es Eklats und 41 Versuche, seine Plakate und Postkarten zu verbieten. Hauptgegner waren entrüstete und ertappte CDU-Politiker und -Anhänger, die seine Schauen sogar stürmten und die Plakate von den Wänden rissen. Letztendlich zahlte sich das für Staeck aus. Ende der 1970er etablierte er seinen Ruf, hatte Retrospektiven im In- und Ausland, zunächst in Kunstvereinen und kommunalen Kunstinstitutionen, dann in Museen. Auch stellten sich Gastprofessuren und die Mitgliedschaft im Kultursenat von Sachsen-Anhalt ein.

Der vielfach ausgezeichnete Künstler ist seit 1960 Mitglied in der SPD und engagiert sich gemeinsam mit berühmten Mitstreitern, darunter Peter Rühmkorf, Günter Grass, Heinrich Böll und Walter Jens und Dieter Hildebrandt für mehr Demokratie, Pressefreiheit und gegen den Krieg.

Thank you, we will miss you.

 

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