Berlin-Women: Hanna Nagel (10.06.1907-14.03.1975), Grafikerin und Malerin

Berlin-Women

Hanna Nagel, Selbstportrait 1929, Bild: weimarart.blogspot.com
Hanna Nagel, Selbstportrait 1929, Bild: weimarart.blogspot.com

„So verschieden eine Frau von einem Mann ist, so verschieden sind auch die Äußerungen der Seele. Entsprechend ist Frauenkunst etwas völlig anderes als Männerkunst. Meinen Blättern soll man ansehen, daß sie von einer Frau herrühren.“Die Künstlerin Hanna Nagel war fest von der Existenz einer weiblichen Kunst überzeugt und machte die Rolle der Frau zum Hauptthema ihrer Kunst. Am 14.03. jährt sich ihr Todestag zum 40. Mal.

 

Hanna Nagel (10.06.1907-14.03.1975) ist eine deutsche Grafikerin, Illustratorin und Malerin. Sie zählt zu den Hauptvertreter/innen der Neuen Sachlichkeit. Die Künstlerin stammt aus einer Kaufmannsfamilie, die früh ihre künstlerische Begabung erkannte und förderte. Sie besuchte eine Mädchenschule in Heidelberg und machte im Anschluss eine Buchbinderlehre. Ab 1925 studierte sie an der Landeskunstschule Karlsruhe u.a. bei Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger und Hermann Gehri. In der Radierklasse von Walter Conz wurde sie Meisterschülerin. 1929 zog sie nach Berlin, wo sie ab 1930 an den Vereinten Staatsschulen für Kunst und Angewandte Kunst, u.a. bei Emil Orlik und Hans Meid lernte. 1932 schloss sie das Studium ab. Mit ihrem Mann, dem Künstler Hans Fischer, den sie 1931 geheiratet hatte, ging sie 1933-1936 nach Rom. Beide wurden mit dem Rompeis der Villa Massimo ausgezeichnet.

Hanna Nagel spezialisierte sich auf die Illustration von Büchern, darunter Tschechows „Die Möwe“ und Gorkis „Nachtasyl“. Im Mittelpunkt ihrer filigranen und zugleich sachlichen Grafikzyklen und Zeichnungen steht die Frau, deren Existenz und Rolle die Künstlerin kritisch reflektierte und damit der nationalsozialistischen Kunstdoktrin widersprach. In der Folge lebte die Familie, 1938 wurde die Tochter Irene geboren, am Rande des Existenzminimums. Hans Fischer wurde 1940 zum Krieg eingezogen, 1947 trennte sich das Paar. Die Künstlerin ließ sich mit der Tochter in Heidelberg nieder. Sie schuf ein großes Konvolut an Zeichnungen, Lithographien und Radierungen. Das Werk von Hanna Nagel befindet sich im Privatbesitz und im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Jedes Jahr wird der nach ihr benannte Preis für zeitgenössische bildende Künstlerinnen verliehen.

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