Hans-und-Lea-Grundig-Preis 2015 für bildende Kunst, Kunstgeschichte und Kunstvermittlung, Bewerbung bis zum 31.03.2015

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Bild: rosalux.de
Lea und Hans Grundig 1928, Bild: rosalux.de

Diaspora ist das Thema, das der Hans-und-Lea-Grundig-Preis 2015 vorgibt. Prämiert werden entsprechende Leistungen auf dem Gebiet bildende Kunst, Kunstgeschichte und Kunstvermittlung. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ist mit insgesamt 10.000 € dotiert. Nicht nur eine spannende Ausschreibung, sondern auch eine spannende Preisgeschichte. Hier erfahrt ihr mehr:

 

Der Hans- und-Lea-Grundig-Preis wird in Erinnerung an die Künstler Hans Grundig (1901–1958) und Lea Grundig (1906–1977) vergeben. Lea Grundig hatte 1972 die Stiftung ins Leben gerufen und der Universität Greifswald übergeben. Aufgrund der „staatstragenden Haltung“ der Künstlerin, die Mitglied im ZK der SED war, wurde der Preis 1996 eingefroren. 2011 übernahm die Rosa-Luxemburg-Stiftung die Hans- und Lea-Grundig-Stiftung und erarbeitete mit Expert/innen eine neue Ausrichtung. Von nun an werden herausragende Leistungen auf künstlerischem, kunstwissenschaftlichem und kunstpädagogischem Gebiet gewürdigt. Dabei rekurriert der Preis weiterhin auf Leben und Werk der beiden Stifterpersönlichkeiten: Hans Grundig, der im NS-Regime als entartet erklärt wurde und im DDR-Regime dem „sozialistischen Realismus“ entgegengesetzt galt. Lea Grundig, die sich sehr früh und explizit mit dem Holocaust auseinandersetzte.

Die aktuelle Ausschreibung widmet sich dem Widerspruch, Widerstand, der Migration, Flucht und dem Exil. Lebensrealitäten von immer mehr Menschen, die in mehreren Gesellschaften gleichzeitig verortet sind, und dies radikal in ihrer Kunst äußern.

Berücksichtigt werden:

  • künstlerische Leistungen, die als „diasporisch“ (nach R.B. Kitaj) gelten. Die Bewerber/innen leben und arbeiten in verschiedenen Gesellschaften gleichzeitig. Als Ausdruck dessen können ihre Werke zusammenhanglos, spannungsgeladen, ketzerisch und gegen die Logik der vorherrschenden Kunstlehre angelegt sein.
  • kunsthistorische Leistungen, wie die Erschließung und Erforschung der Biographien und des Werks von im NS-Regime und im Exil verfolgten Künstler/innen. Besonders willkommen sind Beiträge zum Thema „Exil-Kunst in Palästina/Israel“ und „Jüdische Künstlerinnen und Künstler im geteilten Nachkriegsdeutschland“.
  • Kunst vermittelnde Leistungen, die die gesellschaftskritische Kunst im 20. Jahrhundert und deren Übertragung in den heutigen kulturellen Kontext zum Thema haben.

Der Hans-und-Lea-Grundig-Preis wird alle zwei Jahre für bereits geleistete Arbeiten vergeben. Das Preisgeld von insgesamt 10.000 € kann auf die genannten Bereiche aufgeteilt werden. Die Jury gibt ihre Entscheidung im Oktober 2015 bekannt.

Die Jury: Dr. Eva Atlan (Jüdisches Museum Frankfurt/M.), Prof. Dr. Irene Dölling (RLS), Henning Heine (RLS), Dr. Eckhart Gillen (freiberuflicher Kunsthistoriker), Prof. Ladislav Minarik (RLS, Düsseldorf), Dr. habil. Rosa von der Schulenburg (Akademie der Künste, Berlin), Oliver Sukrow (Kunsthistoriker, Preisträger 2012), Dr. Angelika Timm (RLS), Tanya Ury (Künstlerin/Autorin), Koordination: Dr. Thomas Flierl

Bewerbungen können in digitaler Form bis zu einer Datenmenge 3 MB auf deutsch oder englisch und Datenmengen über 3 MB über einen Link bis zum 31.03.2015 an info@hans-und-lea-grundig.de gesendet werden.

Hans-und Lea Grundig-Preis

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