Berlin-Women: Anne Vallayer-Coster, Meisterin des Stilllebens

Berlin-Women

Alexander Roslin, Anne Vallayer-Coster, 1783, Öl/Lw, Louvre, Bild: de.wikipedia.org
Alexander Roslin, Anne Vallayer-Coster, 1783, Öl/Lw, Louvre, Bild: de.wikipedia.org

Ein Brot, Konfitüre, ein Apfel und ein Glas Likör. Ein köstlicher geräucherter Schinken, Radieschen, Wasser und Wein. Die Stillleben von Anne Vallayer-Coster (21.12.1744-28.02.1818) in der Berliner Gemäldegalerie machen Appetit. Die Malerin war eine Meisterin der Kunst und der Diplomatie.

Anne Vallayer-Coster ist eine französische Malerin des 18. Jahrhunderts und die Zeitgenossin der Portraitkünstlerinnen Adélaïde Labille-Guiard und Elisabeth Louise Vigée-LeBrun.

Die Tochter einer Miniaturmalerin und eines Goldschmieds malte schon mit 11 Jahren aufwendige Portraitkompositionen. Ausgebildet wurde sie von ihrem Vater, der Kupferstecherin und Malerin Françoise Basseporte und dem Marinemaler Joseph Vernet. Die talentierte Künstlerin spezialisierte sich auf Stillleben und Bildnisse. Im Alter von 26 Jahren bewarb sie sich erfolgreich auf die Mitgliedschaft in der Pariser Académie Royale de Peinture et de Sculpture. Damit war sie eine von vier Künstlerinnen, die die renommierteste Kunstinstitution Europas in jener Zeit zuließ. Ihre Bewerbungsbilder: Die Attribute der Musik und der Malerei befinden sich heute im Besitz des Louvre.

Nach dem Tod des Vaters unterstützte die Künstlerin ihre Familie. Das war ihr möglich, da ihre Kunst bei den wohlhabenden Pariser Sammler/innen und Kunstkolleg/innen auf großes Interesse stieß. Zu ihren Gönnern zählten u.a. die Prominenten Louis-Gabriel, Marquis de Véri-Raionard, Abbé Terray, der Prince de Conti und Comte de Merle. Darüber hinaus wurde die Malerin von der französischen Königin Marie Antoinette protegiert und 1780 zur Hofmalerin berufen. In dem Zusammenhang entstanden Miniaturen, lebensgroße Bildnisse, Trompe l´Oeuil-Kompositionen und Stillleben mit Pflanzen und Tieren.

1781 heiratete Anne Vallayer-Coster den Pariser Anwalt und Politiker Jean-Pierre Sylvestre Coster. Nicht nur in der Kunst, auch in der Diplomatie erwies sie sich als Profi. Auch wenn sie durch die französische Revolution an Reputation verlor, setzte sie ihre künstlerische Arbeit unter der Herrschaft Napoleons fort. Nun interessierte sich Kaiserin Josephine für ihre Gemälde. 1771 bis 1817 war die Meisterin regelmäßig im Pariser Salon vertreten.

Vallayer-Coster starb 1818 im Alter von 74. Sie hinterließ mehr als 125 brillant gemalte Stillleben, auf denen sie Pflanzen, Muscheln und Esswaren mit Gegenständen aus hochwertigen Materialien kunstvoll kombiniert. Am 28.02. jährt sich der Todestag der Berlin-Woman zum 197. Mal.

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