Berlin-Women: Lore Krüger (Ein Koffer voller Bilder)

Berlin-Women

Bild: Ausstellungsplakat mallorcamagazin.com
Bild: Ausstellungsplakat mallorcamagazin.com

England, Spanien, Frankreich, USA und Berlin. Die deutsch-jüdische Fotografin und Widerstandskämpferin Lore Krüger erlebte Emigration, Verhaftung und Exil in der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und des Zweiten Weltkriegs. Danach arbeitete sie als Übersetzerin und hinterließ ihre Bilder in einem Koffer. Hier erfahrt ihr mehr über das Leben und die Fotografie der Berlin-Woman, die aktuell eine Ausstellung im C/O Berlin hat:

 

Lore Ottilie Krüger, geborene Heinemann (11.03.1914-03.03.2009), ist eine deutsch-jüdische Fotografin, Widerstandskämpferin und Übersetzerin. Die Tochter eines Ingenieurs wächst in Magdeburg auf. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten geht die junge Frau 1933 als Au-Pair nach London, wo sie die ersten fotografischen Versuche macht. Dann folgt sie ihren Eltern nach Spanien. In Barcelona beginnt sie eine Ausbildung zur Fotografin, die sie 1935 bei Florence Henri in Paris fortsetzt.

Lore Krüger ist ein vielversprechendes Fototalent. Sie arbeitet im Stil der neuen Fotografie ihrer Zeit und spezialisiert sich auf Portraits und Alltagsimpressionen. Die Kriegszeit erlaubt ihr keine konsequente Karriereentwicklung, doch ist ihr Fotoapparat immer mit dabei. Es entstehen Fotodokumente von heute unschätzbarem historischen Wert.

Die Fotografin engagiert sich bei Hilfsaktionen für die Kämpfer im spanischen Bürgerkrieg und bei antifaschistischen Aktionen. 1940 wird sie in das Internierungslager Gurs in den Pyrenäen deportiert. Sie kann fliehen und 1941 zusammen mit ihrer Schwester und ihrem zukünftigen Mann, dem Gewerkschaftsführer Ernst Krüger, Europa verlassen. Der ursprüngliche Plan, nach Mexiko auszuwandern, scheitert. Lore Krüger und ihre Verwandten werden in ein britisches Internierungslager auf Trinidad inhaftiert. Von da aus gelingt die Einwanderung in die USA, wo die Fotografin als Dolmetscherin und Übersetzerin arbeitet. Sie gründet die „German American Emergency Conference“ und die Zeitschrift „The American“ mit, die sich für die humane Behandlung antifaschistischer Kriegsgefangener einsetzt.

1946 geht sie nach Ostberlin und wird im Aufbau-Verlag Übersetzerin für englische und amerikanische Literatur. Sie ist Mitglied in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und der Fédération International des Résistants.

Ihr Fotoschatz besteht aus 150 Schwarzweiß-Fotografien aus der Exilzeit. Aktuell zeigt das C/O Berlin 100 Arbeiten.

Lore Krüger. Ein Koffer voller Bilder. Fotografien von 1933 bis 1944, C/O Berlin Foundation . Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, täglich 11:00–20:00 Uhr, 10/5 €, bis 10.04.2014

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