Berlin-WoMan in eigener Sache: Die neuen AGBs von facebook

kreative Unternehmer/innen

Facebook auf Berlin-Woman
Bild: de.wikipedia.org

Seit Freitag sind die neuen AGBs von facebook in Kraft getreten. Sie stoßen auf viel Kritik, ja selbst dem Rechtsausschuss des Bundestags waren sie eine Sitzung wert. Wie massiv fallen die Änderungen tatsächlich aus? Ein Statement von Berlin-Woman in eigener Sache:

 

Seit 2010 nutze ich die Social Media. Hier kann ich mich mit meinem großen und vielfältigen Netzwerk an Kreativen, kreativen Unternehmen, Kolleg/innen und Partner/innen schnell und pragmatisch verbinden und austauschen. Mit den AGBs, die ich bei Anmeldung akzeptiert habe, stelle ich meine Daten, die ich veröffentliche, dem jeweiligen Format zur Verfügung. Es handelt sich um Informationen, Einladungen und Ankündigungen rund um die Kreativwirtschaft. Und die gebe ich natürlich preis, weil ich möchte, dass sie von möglichst vielen gelesen und wahrgenommen werden. Das tue ich seit 2010!

Mit den Änderungen der facebook AGBs vom 30.01.2015 soll die Werbung optimiert und transparenter gemacht werden. Über Zugriffe auf Standortdaten, Websitebesuche und mit einem Kauf-Button beabsichtigt facebook, die User noch gezielter bei ihrem Konsum- und Kaufverhalten abzuholen. Das erzürnt den deutschen Verbraucher- und Datenschutz. Besonders umstritten ist der Werbedienst Atlas, den facebook nun mit internen Daten versorgen kann. Die Auswertung dieses Surfverhaltens mündet in „maßgeschneiderte Werbung“ und eine stärkere Kontrolle der Konsument/innen.

Doch die erweiterte Datenauswertung unseres Surfverhaltens ist keine Erfindung von facebook. Maßgeschneiderte Online-Werbung verfolgt uns schon seit Jahren. Man kann sie über Dienste wie „Gostery“ oder „BetterPrivacy“ für den Eigenbedarf ausschalten. Auf die Datensammlung und -verarbeitung von Suchmaschinen und Web- und Social Media-Plattformen hat das keine Auswirkungen. Denn Werbung ist ihr Business!

Mich erstaunt der Wirbel, den die Presse und Öffentlichkeit rund um die neuen facebook AGBs erzeugt hat. Mich erstaunt, dass Online-Zeitungen wie SPIEGEL ONLINE einerseits über den Atlas-Dienst von facebook herziehen, ihn aber gleichzeitig auf ihrer Seite eingesetzt haben. Und mich erstaunt die widersprüchliche Berichterstattung, die uns weis machen möchte, dass wir z.B. NOCH MEHR Daten preisgeben müssten und dass facebook nicht sagt, WELCHE Daten sie genau verwerten. Spätestens seit dem NSA-Skandal müsste jede/r wissen, dass man im Web eine „Persönlichkeit des öffentlichen Lebens“ und somit für die eigenen Daten verantwortlich ist.

Es gibt diverse Maßnahmen, mit denen aktive Social Media-Nutzer/innen die Verwertung ihrer eigenen Daten kontrollieren können:

  • facebook im eigenen Browser und mit den Diensten „Gostery“ und „BetterPrivacy“ nutzen
  • auf facebook unter Einstellungen/Werbeanzeigen: „niemand“ eintragen, um die Profilnutzung durch Dritte möglichst einzuschränken
  • GPS-Funktion auf dem Smartphone ausschalten
  • nach jeder Sitzung die Cookies löschen
  • auf der Website der Allianz digitaler Werber in Europa (EDAA) gezielt einzelnen Unternehmen die personalisierte Werbung untersagen
  • über externe Plattformen wie About Ads und Your Online Choices einen Widerspruchscookie setzen

Ich kann mit den neuen AGBs von facebook leben und stelle mein Profil darauf ein. Welche Werbung wird mir facebook nun anbieten, soziale, kulturelle, künstlerische, weltverbessernde? Darauf bin ich echt gespannt!

facebook:

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