Berlin-Women: Rosa Luxemburg

Berlin-Women

Bild: de.wikipedia.org
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„Es stimmt, ich habe verdammte Lust, glücklich zu sein“. Das schrieb die Revolutionärin Rosa Luxemburg an ihren Geliebten. Die eloquente Rednerin, Journalistin, Jüdin und promovierte Volkswirtschaftlerin war die Leitfigur der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung. Unerschrocken verteidigte sie die Maxime der jungen, Monarchie müden Generation. Lenin bezeichnete sie als „Adler der Revolution“. Heute vor 96 Jahren wurde Rosa Luxemburg zusammen mit Karl Liebknecht von Freikorps-Soldaten ermordet. Ihr leidenschaftlicher, kämpferischer und bewegter Lebensweg bleibt unvergessen :

 

Rosa Luxemburg, geb. Rozalia Luksenburg  (05.03.1871-15.01.1919) stammt aus einer polnisch-jüdischen Familie. An der Züricher Universität, die auch Frauen zuließ, studierte sie Philosophie, Mathematik, Geschichte, Ökonomie und promovierte 1897 in Volkswirtschaft. 1898 ging sie nach Berlin. Hier startete sie eine fulminante politische Karriere, übernahm die Redaktion der „Sächsischen Zeitung“, engagierte sich in der SPD, nahm an Parteitagen teil, fungiert als Delegierte bei den Kongressen der II. Internationale und wurde 1903 Mitglied des Internationalen Sozialistischen Büros. Bedingungslos kritisierte sie den Reformkurs der SPD angesichts des 1. Weltkriegs und provozierte zusammen mit Karl Liebknecht, Clara Zetkin und Franz Mehring die Spaltung der Partei.

Verfolgt und bejubelt wandte sich Rosa Luxemburg der kommunistischen Arbeiterbewegung zu. Sie unternahm Redetourneen im In- und Ausland. Mit teilweise ein- bis zweitausend Zuhörern galt sie als Stimme der jungen, Monarchie kritischen Generation. Zusammen mit Liebknecht rief sie die Gruppe Internationale, den Spartakusbund und 1919 die KPD ins Leben, für die sie das Programm verfasst hatte. Mehrfach wurde Luxemburg inhaftiert und schrieb im Gefängnis ihre Schriften und Reden. 1818 erlebte sie in Berlin die Ausrufung der Räterepublik. Die Politikerin bejahte die Oktoberrevolution, wandte sich aber gegen jegliche Parteiendiktatur. Nach dem blutigen Niederschlag des Spartakusaufstand, vor dessen verfrühter Durchführung sie gewarnt hatte, wurden Luxemburg  und Liebknecht am 15.01.1919 von der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet. Ihre Leichen wurden in den Berliner Landwehrkanal geworfen.

Die Revolutionärin, die leidenschaftliche Liebesbeziehungen zu Mitstreitern unterhielt, ist Thema zahlreicher Biographien, 1986 entstand der Film Rosa Luxemburg von Margarethe von Trotta, 2008 hatte das Musical Rosa im Berliner Grips-Theater Premiere. Am Berliner Landwehrkanal erinnert eine Gedenktafel an die Ermordung dieser unvergesslichen Berlin-Woman.

Ein Gedanke zu „Berlin-Women: Rosa Luxemburg&8220;

  1. Immer gut an sie zu erinnern. Gerade in Zeiten von „je suis Charlie“, Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden, ihr berühmtestes Zitat. Danke!

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