Für die Opfer von Ausgrenzung und Verfolgung, der Gedenkort Rummelsburg ist eröffnet

Gedenkort Rummelsburg, Berlin-Rummelsburg

Bild: http://www.berlin.de/museum/3735373-2926344-gedenkort-rummelsburg.html
Bild: http://www.berlin.de/museum/3735373-2926344-gedenkort-rummelsburg.html

Berlin-Rummelsburg, das ist nicht nur Wohnen im Grünen und an der Spree. Hier befinden sich die Bauten der ehemaligen, berüchtigten Berliner Haftanstalt, in der 130 Jahre lang „randständige“ und „sozial abweichende“ Personen eingesperrt wurden. Nun ist aus dem Ort des Schreckens ein Ort der Erinnerung seiner Opfer geworden. Am 12.01.2015 wurde der „Gedenkort Rummelsburg“ eingeweiht:

 

Im Beisein von Zeitzeugen, dem Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, dem Kurator Thomas Irmer, dem Arbeitskreis: Gedenkort Rummelsburg und anderen Beteiligten und Interessenten fand am Montag die Eröffnungsfeier der Erinnerungsstätte Rummelsburg statt. Drei 5 m hohe Metallstelen mit Bild- und Texttafeln erinnern an die Geschichte des Arbeits- und Bewahrungshauses und der DDR-Haftanstalt Rummelsburg. Sie stehen vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Haftanstalt und haben die Höhe der früheren Gefängnismauern. Auf dem Gelände sind weitere Stelen platziert, die mit Biografien, Bildern und Zeitzeugentexten von 18 Insassen ausgestattet sind. Die Gestaltung stammt von der Künstlerin und Grafikerin Helga Lieser, deren Entwurf die anonyme Wettbewerbsausschreibung gewonnen hat. Weitere Informationstafeln geben über die historischen Bauten Auskunft.

Die 130jährige Geschichte der Haftanstalt ist bedrückend. In der Kaiserzeit, Ende der 1870er Jahre, wurden die Bauten als Städtisches Arbeitshaus genutzt, wo junge Waisen aus dem benachbarten Waisenhaus arbeiteten und sozial auffällige Menschen untergebracht waren. Das Stigma des „Asozialen“ wurde zum charakteristischen Kennzeichen der Haftanstalt, bzw. ihrer Inhaftierten. In der NS-Zeit sperrte man sozial und gesellschaftlich missliebige Personen, darunter Homosexuelle und Prostituierte ein. 1941 wurden 30 jüdische Insassen abtransportiert und ermordet. Zu DDR-Zeiten befand sich hier das zentrale Männer-Gefängnis von Ost-Berlin, das Menschen wegen „asozialem Verhalten“ sowie politische Häftlinge in Gewahrsam nahm. 1989 wurden hunderte Menschen in der Haftanstalt festgehalten, weil sie an den Protesten zum Staatsjubiläum am 7. und 8. November teilgenommen hatten.

Innerhalb von 2 Jahren wurde die Einrichtung des Gedenkortes am Runden Tisch und unter Mitwirkung des Bezirksamts Lichtenberg diskutiert, konzipiert und mit der Wettbewerbsausschreibung realisiert. Den grundsätzlichen Anstoß dazu gaben Anwohner/innen im Umfeld der Erinnerunsstätte. Nun ist sie Teil der Berliner Geschichtsmeile und ein wichtiger Gedenkort gegen Ausgrenzung und Gewalt.

Flyer des Gedenkortes Rummelsburg

Gedenkort Rummelsburg

Gedenkort Rummelsburg mit Bildstrecke, berlin.de

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